Unterteil Drechselbank

Eure Fragen, Hilfestellung zur Kaufentscheidung, Tipps & Tricks zu Drechselmaschinen.

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kalusibaer
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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von kalusibaer » 09.01.2019 - 23:37:08

Hallo Gemeinde:
Tja, der Vorsatz war schon da, aber ich hab die fertige Bank nicht mehr an den Beitrag gehängt. Irgendwann war drechseln doch interessanter als vor dem Rechner sitzen. Nun hat mich aber eine PN wieder aktiviert.

Ich habe Maschinenfüße aus dem EBAY gekauft, 160 kg Stahl eingehängt (zusätzlich) und bin begeistert. Die Bank kann zwar noch hüpfen, mit FU und ein bisschen Gefühl macht sie es nicht mehr. Meine Frau hat sich auch nicht mehr beschwert, die Schwingungen werden nicht mehr an den Beton übertragen, es ist viel leiser im Haus.

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Alles in allem hätte ich schon gerne einen stärkeren Motor, aber dann ist das alte Spindelkonstrukt doch etwas unterdimensioniert.
Das Bankbett habe ich, nachdem die Vierkantrohre in 5 mm zu rund an den Ecken waren, mit Flachstahl belegt, dadurch läuft der Spindelstock ziemlich gut.
Motorhalterung mit Riemenspanner wie auf dem Bild zu sehen.

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So, Fazit: Viel Arbeit, recht viel Kosten, Ergebnis ist aber super. Andere Lösungen wie: Verschrotten und Neukauf wären möglicherweise besser gewesen (drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was besseres findet) aber zu spät. Immerhin kann ich sagen: Das hab ich (mit nem Kumpel) selbst gemacht.
Schönen Gruß vom Niederrhein

Klaus
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oldy-2913
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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von oldy-2913 » 10.01.2019 - 00:03:19

Moin
Das Bankbett gefällt mir, werde ich für den Umbau meiner WABECO vormerken ... :klatsch:

Bei den Abspannseilen habe ich allerdings fast einen Lachflash bekommen,
den absolut schwächsten Punkt als Anker, ... das hat was ... :mrgreen:

Gruß Wolf

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Bioschreiner
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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von Bioschreiner » 10.01.2019 - 07:20:24

Hallo Klausibär

Da hat der Oldy wohl recht.
Er hätte Dir allerdings sagen können, wie es besser zu machen ist, der olle Techniker. ;-)
Über diesem Punkt wo die Stahlseile unten angebracht sind, müssten sie sich kreuzen. Also von links oben bis ganz rechts unten am Fuß anbringen und umgekehrt.

Liebe Grüsse
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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von UriStefan » 10.01.2019 - 11:27:18

Ja, ja, das Schwingen, da kann ich ein Lied von singen mit meiner EB-1000-Wackelbank.
Man könnte man tatsächlich auf die Idee vom Eisbären kommen und ein Gegengewicht verwenden, warum macht das keiner und warum funktioniert das nicht beim Drechseln? Weil das Hochhaus eine konstante Form und Masse- und damit eine definierte Eigenfrequenz besitzt- und man so die Chance hat, das Gegengewicht entsprechend auszulegen. Beim Drechseln ist das mit Nichten konstant, da müßte man dann für jedes Werkstück ein anderes Gegengewicht fertigen, das sich auch noch ändern müßte weil man ja vom Werkstück nach und nach Unwucht wegdrechselt. Daher ist ja ein FU so bequem, kann man schnell nachregeln und die Drehzahl so wählen, daß die Resonanzfrequenz des GESAMTSYSTEMS nicht erreicht wird, dann ist die Vibration erträglich. Bei so einer Wackelbank wie meiner ist der Drehzahlbreich, wo das geht, wirklich schmal und manchmal dreht sich das Werkstück dann kaum und man hackt mehr dran rum als daß man drechselt. Genau da hilft die Masse, mit viel Masse hat man eben auch mehr Drehzahl bei gleicher Unwucht, bis das Gesamtsystem anfängt zu schwingen. Meiner Meinung nach geht es dabei nur um Masse, nicht um Guss oder Blech oder sonstwas. Sand tuts genauso!
Und wenn der Spindelstock in sich schwingt, taugt die Bank nicht für große Unwucht, dann muß man sich wohl auf kleinere Teile beschränken oder eine richtige Bank kaufen. Einen klapprigen Spindelstock kann man nicht mit dem Gestell ausgleichen. Ist bei meiner Bank leider auch so.
Guss ist halt meist dickwandig und daher schwer, daher ist das auch so beliebt und das wird auch immer so sein und ja, Guss dämpft eigenschwingungen mehr als Stahl aber das spielt hier keine so große Rolle.

Gruß

Stefan

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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von Bioschreiner » 10.01.2019 - 13:35:11

Hi Klaus


Ich hab noch mal nachgedacht über Deine Abspannung. Sie soll wohl eher dazu dienen das Gewicht der Einleger abzufangen, damit sich die Mitte nicht nach unten biegt.
Um die Statik verbessern siehe ersten Beitrag.

Liebe Grüsse
Bio
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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von kalusibaer » 14.01.2019 - 13:00:22

Hallo Bio,
Du hast es erfasst. Die Abspannung ist nur für die Gewicht und die Geometrie der Bank notwendig. Weiß nicht warum, ohne hing das Bankbett etwas durch, man glaubt es kaum.
Die Statik ist, für den keinen Aufbau, mehr als ausreichend.
Wenn ich mal an einen gescheiten Aufbau (Spindel und Reitstock) komme, würde ich einen erneuten Umbau erwägen...
...solange gehe ich für die größeren Sachen zum Markus nach Kevelaer. In der heiligen Stadt stehen, wie es sich gehört, zwei heylige Bänke, die dann doch etwas solider sind.
Gruß vom Niederrhein

Klaus
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Trägheitsmoment

Beitrag von SteffenM » 14.01.2019 - 14:01:15

UriStefan hat geschrieben:
10.01.2019 - 11:27:18
Weil das Hochhaus eine konstante Form und Masse- und damit eine definierte Eigenfrequenz besitzt- und man so die Chance hat, das Gegengewicht entsprechend auszulegen. Beim Drechseln ist das mit Nichten konstant, da müßte man dann für jedes Werkstück ein anderes Gegengewicht fertigen, das sich auch noch ändern müßte weil man ja vom Werkstück nach und nach Unwucht wegdrechselt.
Hallo Stefan,

ein verschiebbares Gegengewicht würde denselben Zweck erfüllen, da ja nicht nur die Masse, sondern auch deren Abstand zur Drehachse eine Rolle spielt. Und sobald das Hilfsgewicht mehr Unwucht erzeugt als das bearbeitete Werkstück, kommt es wieder runter.

Schönen Gruß!
Steffen

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Re: Unterteil Drechselbank

Beitrag von UriStefan » 15.01.2019 - 11:35:33

Steffen: findest Du das handhabbar? Ich nicht! Da drehe ich lieber am FU-Regler.
Klaus hat doch genau das Richtige gemacht mit seinen Gewichten und mit der Abspannung und siehe da, funktioniert zu seiner Zufriedenheit.

Gruß

Stefan

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