Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Eure Fragen, Hilfestellung zur Kaufentscheidung, Tipps & Tricks zu Drechselmaschinen.

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brunopalm
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Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von brunopalm » 01.01.2019 - 17:57:33

Hallo,
hab die Bremse ausgebaut. Da schleift schon ein Kupferniet richtig mit.

Was mich stutzig macht ist: In der Geiger Teileliste ist der Belag mit 4mm angegeben. Meiner ist aber nur knapp darunter.
Ist das denn gewollt, dass der Niet mitbremst? Oder geht da was kaputt?

lg
bruno palm

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 01.01.2019 - 18:05:40

Hallo Bruno,

was verstehst Du unter knapp darunter ?
Ich kenne mich mit Bremsbelägen bei DB Maschinen nicht aus, kenne diese ( heute eher geklebt, früher genietet ) vom KFZ So viel mehr Material ist da nicht drauf vom Nietkopf bis Ende neuer Belag. Die Nieten sind nur ca, 0,5 mm versenkt und beim KFZ kommt mehr Belastung aus so einen Belag und somit wird die Abnützung auch dementsprechend höher sein.
Da Kupfer weicher ist wie Metal, wird nicht gleich was kaputt gehen, auf Dauer jedoch trotzdem Riefen entstehen. Ich würde die Beläge erneuern.

Gruß Robert

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lowolds98
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Re: Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von lowolds98 » 01.01.2019 - 18:53:00

Hallo Bruno,
Ist das denn gewollt, dass der Niet mitbremst?
Nein. Das wäre ja widersinnig, der Nietkopf hält ja den Belag dort, wo er hin soll. Wenn nun eine Niete, oder halt nach und nach alle, abgeschliffen werden würden fliegt der Belag haltlos runter.

Also Nietkopf (oder Köpfe) liegt frei/schleift = Verschleissgrenze erreicht.

So wie es auf dem Foto zumindest aussieht, scheinen auch die anderen Köpfe kurz davor zu sein mit abgeschliffen zu werden, also da ist die Verschleissgrenze definitiv erreicht.

Sollte das vom Foto her täuschen und die anderen Köpfe noch deutlich niedriger liegen als die Oberkante des Bremsbelags, dann kann es natürlich auch sein, das bei einer früheren Erneuerung des Bremsbelags diese eine Niete nicht korrekt angebracht wurde, also zu hoch stand....

Wo du es ja aber offensichtlich eh schon alles auseinander hast, würde ich den Belag einfach neu machen und dann hast du Ruhe.

Gruß
Andreas
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bering50
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Beitrag von bering50 » 02.01.2019 - 10:23:34

Nicht tauschen, alles noch in Ordnung.
Grüße, Georg

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 02.01.2019 - 13:36:48

bering50 hat geschrieben:Nicht tauschen, alles noch in Ordnung.
Grüße, Georg
Hallo Georg
???? wie kommst Du da drauf ? Die Niete links davon und die 3 rechts sind sehr bald die nächsten die am Stahl anstehen. Die Rechten gehen noch einigermaßen so das ich davon ausgehe, das die Reibrichtung von der linken zur rechten Seite ist.
Wenn die Bank schon zerlegt ist und neu aufgebaut wird, sollte es an einem neuen Belag welcher bestimmt nicht die Welt kostet nicht scheitern.

Gruß Robert

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brunopalm
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Beitrag von brunopalm » 04.01.2019 - 06:51:44

für eure Beiträge.

der Belag ist noch ca. 3,5 mm stark. Riefen sind auf der Bremsscheibe = Riemenscheibe nicht zu sehen.


Habe gestern mit Herrn Stadler gesprochen. Er ist sehr, sehr hilfsbereit. Er meint die Kupfernieten dürfen mitschleifen weil das Kupfer weicher ist als der Stahl. Aber: in den alten Belägen ist Asbest.

Habe deshalb einen neuen asbestfreien Belag für ca. 25.-€ bestellt. Der soll erst geklebt und dann genietet werden. Jetzt brauch ich nur noch nen 2 Komponenten Kleber, der Wärme aushält.

bruno palm

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 04.01.2019 - 07:18:23

Hallo Bruno,

Mehr als o,5 bis 1 mm Verschleiß ist beim Kfz auch nicht gegeben und wie gesagt, da treten größere und wesentlich öfter Reibungskräfte auf wie bei einer Drehbank.
Das die eine Kupferniete dem Stahl noch nichts gemacht hat, habe ich Dir geschrieben, wenn das aber ein Dauerhafter Zustand bleiben sollte, dann wirst Du mit Sicherheit Riefen im Stahl haben.
Kleiner Tip noch aus dem Kfz Bereich, den Belag von Innen nach Außen nieten, damit sich keine "Buckel bzw. Hohlräume" bilden können.

Gruß Robert

PS: wegen dem Kleber, such mal im Kfz Bereich, da werden die Beläge auch geklebt. z.B.
Bremsbelagkleber

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 04.01.2019 - 12:17:51

Hallo Martin,

wegen dieser paar Nieten, hätte ich keine Bedenken, das Bruno in den nächsten Wochen wegen des Asbestes erliegt.
Und nein, ich bin nicht Leichtsinnig, denn als Kfz Mech. war ich als Lehrling nach jedem ausblasen einer Bremstrommel oder einer Kupplungsglocke in einem Asbestnebel gestanden, ohne das ich irgendwelche bleibende Schäden davon getragen habe. Und das nicht mal mit Staubmaske, welche Bruno dazu zu empfehlen ist.
Würde er diese Arbeit täglich über 8 Std. machen, hätte ich auch Bedenken und würde Ihm davon abraten.

Gruß Robert

maler
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Beitrag von maler » 04.01.2019 - 13:47:10

Hallo Bruno,

wenn du die Niete möglichst mittig ankörnst und einen passenden Bohrer benutzt und während des Bohrens Wasser auf das Bohrloch laufen lässt, wirst du kaum Asbeststaub erzeugen. So wirst du trotzt aller Bedenken noch ein langes Leben haben.

maler

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 04.01.2019 - 13:58:58

Hallo Martin,

ja, die Zeiten haben sich geändert, jedoch kenne ich die Vorgehensweise bei diesen Tätigkeiten, da hier bei meiner Arbeitsstelle eine Kegelbahn saniert wurde, bei der als Schalschutz Asbest benutzt wurde.
Ich kenn das Prozedere mit Luftdicht machen, Schutzanzug und Atemschutz, Dusche, mit Ein/Auslassschleuse.
Allerdings würde ich mir wegen 10 Nieten ausbohren keinen Kopf machen. Auch diese Quellen, die Du zitiert hast mögen zutreffen, aber auch in der StVO gibt es Sachen die verboten sind und wieviele Mio. halten sich nicht daran ;-) Den alten Belag kann er in etwas Beton eingießen ( würde übrigens mit dem Material aus der Kegelbahn genau so gemacht) und zum nächsten Recyclinghof bringen.
Ich denke übertreiben muss man es sicherlich nicht.
Das ist meine Meinung dazu.

Gruß Robert

PS: Ich denke, das sich auch in den nächsten Jahren bis zu meinem Ableben an meiner Gesundheit wegen des "bischen" Asbest das ich vor über 40 Jahren abbekommen habe nichts grundlegend ändern wird ;-) :prost: :prost:

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Re: Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von loni » 28.01.2019 - 22:01:57

Hallo,
ich würde das Asbest auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielleicht bekommst du ja noch einmal Hilfe von Herrn Stadler für einen sachgerechten Ausbau der Beläge.
An alle anderen Geigerdrechsler da draußen mit alten Bremsbelägen, mit dem Wissen dieses Beitrages würde ich die bremsbeläge auch wechseln. Das Asbest wird ja so kontinuierlich beim bremsen freigesetzt...

Viele Grüße

loni

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brunopalm
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Re: Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von brunopalm » 01.02.2019 - 09:10:31

Hallo,

hatte passend zum Thema den ganzen Januar Bronchitis. Schwierig bei mir wegen Antikörpermangel und eiskalter Werkstatt.

Die Bohrungen für die Nieten gehen durch. Ich konnte die Nieten mit einem 3mm Stahl leicht von hinten herausschlagen. Zum Glück war der Belag nicht geklebt. In der MItte waren drei Nieten über der Achse nicht von hinten erreichbar, liessen sich aber mit einem Stechbeitel gut abhebeln.

Den neuen Belag hab ich schon geklebt. Nieten und Montage bei besserem Wetter.

brunopalm

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Re: Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von Grissianer » 01.02.2019 - 16:11:10

Hallo
Für dich mag mein Tipp zu späht kommen aber er könnte ja wen anderen noch hilfreich sein. deshalb:
Es gibt Mittel mit denen aspesthaltige Sachen eingesprüht werden damitt es beim Bearbeiten nicht staubt. Das kann man auch hier verwenden. Des weiteren könnte man die Niten unter Wasser in einer Wanne raus schlagen bei so Kleinteilen auch eine praktikable Vorgangsweise.
Ganz schlecht ist es nichts dergleichen zu tun denn Aspestose ist eine schlimme Krankheit damit ist wirklich nicht zu Spasen. Wissenschaftler haben im Gegensatz zu manch einer Meinung hier festgestellt dass es einem schon nach einmaliger Aufnahme von Aspest treffen kann wengleich auch erst nach 20 oder 30 Jahren.
Gut für manch einen hier wird das wegen des vorzeitigen Ablaufdatums nicht mehr von Bedeutung sein aber die Jüngeren sollten doch aufpassen.
Bei uns gibt es eine Firma die heist "Casa del Freno" übersetzt "Haus der Bremsen" die erneuern solche Teile und es ist nicht mal teuer. Also ich lasse solche Belege immer dort machen den Stress tu ich mir nie an und ich habe bei den alten Maschienen am Hof schon öfter mal damit zu tun.
Gruß
Anselm
Was ich mir nicht zutraue werde ich niemals lernen!!

frutti
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Re: Geiger 25 Bremsbelag Kupfer auf Stahl, darf das?

Beitrag von frutti » 03.02.2019 - 13:40:38

Hallo Bruno,
bin gerade über deinen Beitrag gestolpert, weil es um ne G25 geht; ich habe mittlerweile auch eine G25 und bin gerade mit dem Aufstellen beschäftigt und habe auch einen Beitrag dazu ins Forum gestellt - leider bisher noch keine einzige Rückmeldung von einem G25 Besitzer.
Bei meiner Maschine ist die Bremse noch OK und ich werde da auch wegen des Asbests zunächst wahrscheinlich nichts austauschen und deshalb kann ich auch nichts zu deinem Beitrag beisteuern. Aber es wäre super, wenn du mir zu meinem Beitrag ne kleine Info geben könntest, wie du deine Maschine aufgestellt hast.

Gruß Klaus

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