Erfahrungen mit Pfaffenhütchen / Spindelstrauch

Eure Erfahrungen mit den verschiedenen Holzarten

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richie
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Erfahrungen mit Pfaffenhütchen / Spindelstrauch

Beitrag von richie » 30.10.2008 - 07:40:31

Hallo

Ich habe gestern einen Pfaffenhütchenstrauch mit Holz bis ca. 12cm Durchmesser abgestaubt.
Einige Infos konnte ich schon zusammentragen (Giftigkeit, gutes Drechselholz).

Wie sieht es aber z.B. aus mit Rissanfälligkeit, Lagerung, Härte, etc.?

Würde mich über einige Hinweise dazu freuen!

Gruß
Erich

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richie
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Beitrag von richie » 31.10.2008 - 07:31:07

Naja, wie's scheint, muss ich mit eigenen Erfahrungen zurechtkommen. :-(

Aber antworten ist natürlich immer noch erlaubt! ;-)

Erich

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brando
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Beitrag von brando » 31.10.2008 - 07:48:42

Moin Richie,

Pfaffenhütchen (Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum) hat sehr geradfaseriges und dauerhaftes Holz. Das helle, harte und sehr dichte und schwere Holz gleicht mechanisch dem Buchsbaum.

Tu einfach also einfach so, als wärs Buchsbaum ;-)

Gruß Thomas
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Beitrag von Peter Gwiasda » 31.10.2008 - 10:33:36

Hallo Erich,

alles Wichtige ist schon gesagt worden, es fehlt noch der neidgetränkte Hinweis, dass du mit einem Pfaffenhütchen-Stamm von 12 cm einen Schatz erobert hast.

Grüße von Peter Gwiasda
Wie tröstlich, dass auch unsere Erde nicht wirklich rund ist.

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richie
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Beitrag von richie » 31.10.2008 - 18:33:21

Hallo

Danke für eure Rückmeldungen!
Umso mehr freue ich mich jetzt, dass ich was ganz Besonderes ergattert habe.

Nun stellt sich mir nur noch die Frage, wie ich das Holz am besten Lagern und trocknen soll:
Sehr langsam im ganzen Stück oder besser in der Mitte aufschneiden.
Anscheinend ist das Holz ziemlich rissfreudig.

Habt ihr noch einen Tip für mich? :re:

Gruß
Erich

FranzHose
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Beitrag von FranzHose » 31.10.2008 - 20:54:34

Ich lege vielleicht falsch. Aber ich glaube dass dieses Wort "Pfaffenhütchen" auf französich "bonnet d'évêque" (wegen der Form der roten Früchten die einen Prister Hut errinern soll ???. Bei uns tragen aber die Pfaffer lieber einen Stetson) oder noch "fusain " ist. Die Uhrenwerker aus der Schweiz sollen benutzen kleine Stücke vom diesem Holz um die empfindlichen Uhrwerken zu manipulieren da es keinen Rost ubertragen soll.

Ich habe nur kleinere Stücke gedrechselt. Verarbeitet sich sehr gut. Manchmal ganz gelb, manchmal leicht gestöckt
Die Maus rechts, der Pilz oben und 2 Schneemänner unten sind aus Pfaffenhütchen (?)
Bild

Der Unterteil der Pfeffermühle auch
Bild

Bonne soirée, entschuldige wenn ich falsch liege.
Pierre

Cello
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Beitrag von Cello » 31.10.2008 - 22:10:40

Hallo Erich,

ich hatte bisher nur einige Male das harte Holz des Pfaffenhütchens bearbeiten können. Es reißt wie Teufel! Ich weiß zwar nicht genau, wie ein Teufel reißt, aber du verstehst schon. Wenn Du das 12 cm starke Stämmchen im Ganzen läßt, so hast Du die Grundlagen für die Entstehung hochwertigen Brennholzes geschaffen.

Übrigens ist es ein Irrtum zu glauben, daß das Pfaffenhütchen wegen der Farbe seiner Früchte so heißt. Ursprünglich heißt es nämlich Pfaffenhödchen. Der Grund ist, daß das nicht immer so streng gläubige Volk meinte, seine Pfaffen ein wenig verunglimpfen zu können. Der Strauch Pfaffenhütchen (Euonymus oder früher evonymus) hieß im Mittelniederdeutschen Handwörterbuch von 1888 auch noch Katzen-Hödchen oder Katten-Klöt (Katten = Katze). Auch in Pierers Universal-Lexikon heißt es 1861 Pfaffenhödchen. Diese Bezeichnungen sind von der Form der Früchte abgeleitet, nicht aber von der Farbe. Das Volk wußte also das, was Darwin in seiner Evolutionslehre nachwies: nicht oder wenig benutzte Organe bilden sich zurück. Deshalb vermutlich die Analogie Katze - Pfaffe. Katzen-Hödchen haben allerdings immer die gleiche Größe, keine Spur von Rückbildung. Über den Rest vermag ich als Atheist keine Angaben zu wagen...

Gruß
Cello
veni, vidi, secui - ich kam, sah und sägte


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Beitrag von Peter Gwiasda » 31.10.2008 - 22:21:33

Hallo Jürgen,

sehr interessant und amüsant. Dein vorstehender Beitrag ergänzt meine Kenntnisse über diesen Strauch. Er wird aufgenommen in mein Repertoire der Geschichten über Bäume, Sträucher, Hölzer, die ich meinem Publikum zu deren und meinem Vergnügen gerne erzähle.

Grüße von Peter Gwiasda
Wie tröstlich, dass auch unsere Erde nicht wirklich rund ist.

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Beitrag von richie » 02.11.2008 - 19:38:16

Hallo

Danke nochmal für eure Beiträge.

@ Cello: Ich kann mich dem Peter nur anschließen - sehr amüsante Informationen.

Das Holz ist übrigens - auch auf deinen Rat hin - großteils längs halbiert und trocknet hoffentlich einigermaßen rissfrei.

Gruß
Erich

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