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Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 07.04.2019 - 18:19:42
von Max Schreiegg
Servus,

dieses Holz ist bei der Pflege einer Wildhecke angefallen (Beschreibung unterhalb der Bilder):

h4.jpg
h6.jpg
h7.jpg
Leider ist die gute Kamera aktuell außer Haus, deshalb gibts nur diese mäßigen Aufnahmen. Vielleicht erkennt es ja trotzdem jemand - das würde mich freuen. Ein paar Informationen dazu:

- Dimensionen: Durchmesser immer unter 15cm, meist nicht über 8cm
- Holzeigenschaften: gelblich-weiß, homogen, nur sehr dezent gemasert, auch im nassen Zustand eher hart, im trockenen Zustand (soweit ich das aktuell erkennen kann) gleichmäßig gefärbt (keine Unterscheidung Kern/Splint).
- Rinde: Struktur wie auf den Bildern, die Farbe ist heller. Auffallend: Die Rinde ist eher weich, vergleichbar vielleicht mit einem weichen Leder und federt zurück. Fasert beim Sägen aus.

Aktuell ist die Werkstatt anderweitig belegt; sobald der Leim trocken ist, könnte ich ein Stück hobeln und versuchen, von der Holzstruktur ein paar Fotos (mit der Billigknipse) hinzubekommen.

Danke und viele Grüße,
Max

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 07.04.2019 - 18:26:46
von Claus-Erhard
Hallo Max,
Es könnte ein Pfaffenhütchen sein.
Ein sehr schönes Holz.
Gruß Claus



Familie: Spindelbaumgewächse (Celastraceae)
Gattung: Spindelsträucher (Euonymus)
Art: Gewöhnlicher Spindelstrauch
Wissenschaftlicher Name
Euonymus europaeus

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 07.04.2019 - 18:30:54
von Tüftler
Halo,

Aber Pfaffenhütchen ist doch nicht schwarz/weiß :mrgreen: .................nein......Scherz bei Seite.
Pfaffenhutchen wäre mir nach der Beschreibung auch eingefallen. Bei uns findet man das oft in alten Böschungsbepflanzungen. Schneidet blos keiner ab :-(

Gruß,
Tüftler

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 07.04.2019 - 21:18:16
von Helfried
Hallo Max,
Spindelstrauch - Spindelbaum - Pfaffenhütchen - Pfaffenkapperl - Euonymus europaeus.
Sehr feines Holz für Schachfiguren!
Siehe auch:viewtopic.php?f=110&t=12171

Mach was draus!

Helfried

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 08.04.2019 - 12:22:39
von Max Schreiegg
Hallo zusammen,

danke für die schnellen Antworten!
Dann kümmere ich mich mal um die restlichen Äste / Stämmchen - das dürfte ja lohnenswert sein.

Viele Grüße
Max

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 08.04.2019 - 14:05:41
von mascheck
Schönes Buch für alle, die auch an Ü50-Literatur gefallen finden...


https://books.google.com/books/about/Dr ... EoAAAAYAAJ
Screenshot_20190408-144634.png



Vielleicht ist beim Drechseln doch Vorsicht geboten?

... Durchfall Übelkeit und Erbrechen....

Neuere Literatur erwähnt das nicht...

... Das harte Holz wurde früher zum Drechseln, zur Herstellung von Spindeln (Spindelbaum), Zeichenkohle und Zahnstochern verwendet....


https://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlan ... /index.php

Wobei Professor Karl-Friederich Börne nach mehreren hundert Jahren hier vielleicht doch noch einen Zusammenhang herstellen könnte?

"Die Königstochter soll sich in ihrem fünfzehnten Jahr an einer Spindel stechen und tot hinfallen"

Alles klar Herr Kommissar?

Also Obacht und weiter berichten...

Liebe Grüße
Martin

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 08.04.2019 - 18:55:11
von Hölzerkarl
Hallo Max,
zur Abrundung einige Bilder vom Pfaffenhütchen ....

Pfaffenhütchen_01 (FILEminimizer).JPG
Pfaffenhütchen_02 (FILEminimizer).JPG
Pfaffenhütchen_03 (FILEminimizer).JPG
Pfaffenhütchen_09 (FILEminimizer).JPG
Beste Grüße aus dem Hessenland

Der Karl

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 08.04.2019 - 22:06:15
von Cello
Hallo,

die Rinde erinnert mich an Schlangenhautahorn Acer capilipes.

Gruß
Cello

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 09.04.2019 - 06:33:15
von Bioschreiner
Hallo Jürgen,

Du verstehst es trefflich in eine seltene Harmonie der Meinungen ein Saatkorn des Zweifels zu säen.
Ich hatte gehofft, daß eine eventuelle Überbelichtung der Fotos für die doch sehr helle Farbe des Holzes gesorgt hat.

Die Rinde vom Pfaffenhütchen ist aber meist so streifig wie auf den Bildern von Max.

Nicht ganz zweifelsfreie Grüße vom Bioschreiner
uwe

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 09.04.2019 - 13:21:19
von Cello
Bioschreiner hat geschrieben:
09.04.2019 - 06:33:15
Hallo Jürgen,

Du verstehst es trefflich in eine seltene Harmonie der Meinungen ein Saatkorn des Zweifels zu säen.

Nicht ganz zweifelsfreie Grüße vom Bioschreiner
uwe
Hallo Uwe,

das hast Du sehr fein formuliert. Ich bin nicht der geborene Zweifler, aber auch kein Freund schneller Wahrheiten. Unter den klugen Sprüchen, die an meinen Schränken stehen, ist auch der Lieblingsspruch von Karl Marx: "de omnibus dubitandum" - man soll alles anzweifeln.

Anbei Fotos meines Lieblings-Pfaffenhütchens. Der uralte Strauch ist abgängig. Er steht auf einer Wiese an der Elbe und wird von Schafen
immer mehr angefressen. Schade. Die Rinde ähnelt nur wenig der obigen. Sie soll giftig sein. Offensichtlich nicht genug!

Interessant ist auch:

Gefürchtete Giftwirkung: Die Toxizität des Pfaffenhütchens war schon im Altertum bekannt. Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastus (371 bis 287 v. Chr.) soll den Blüten einen „nach Mord riechenden“ Geruch nachgesagt haben. Die alten Griechen ängstigte das toxische Potenzial der Pflanze derart, dass sie ihr zur Ablenkung eine harmlose Bezeichnung, einen Tabunamen, gaben. Mit Eunonymus, das sich von griech. eu = gut und onoma = Name ableitet und „von gutem Ruf“ bedeutet, sollten böse Dämonen, die für die Giftwirkung verantwortlich gemacht wurden, ferngehalten werden.

(Zitiert nach: https://www.diepta.de/news/praxis/giftp ... ig-537799/)

Gruß
Cello

Re: Gehölz aus Wildhecke

Verfasst: 10.04.2019 - 01:05:53
von Max Schreiegg
Guten Abend,

im Gegensatz zu meinen wirklich nicht guten Fotos (ich habe da aber nichts nachbearbeitet) hat Karl ja dankenswerterweise gute Fotos ergänzt. Die geben das Holz so wieder, wie es auch bei mir in der Realität aussieht (Danke dafür!). Die Identifikation als Pfaffenhütchen scheint mir daher passend.

Ich bin übrigens trotz der wohl eher ungesunden Eigenschaften des Holzes immer noch lebendig - allerdings habe ich auch nichts davon gegessen... ;-)

Viele Grüße
Max