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Ludwigs Rose Engine

Eure Berichte, Fragen und Antworten rund um die Technik für ovales

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Maintor
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Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Maintor » 23.11.2022 - 15:08:50

Hallo Forum,
durch Matzels Beitrag angeregt möchte ich euch gerne meine Maschine zeigen, welche ich vor gut 10 Jahren gebaut habe.

Im Gegensatz zu üblichen „Wackelmaschinen“ ist bei mir nicht der Spindelstock beweglich gelagert, sondern der Werkzeugträger
auf Linearführungen montiert. Somit werden geometrische Fehler, welche durch bewegliche Spindelstöcke entstehen, vermieden.
Der Werkzeugträger ist auf einem Linearschlitten montiert, welcher über einen Arm die Schablonenscheiben abtastet.
Der Werkzeugträger kann mit verschiedenen Fräsern (Schaftfräser im Fräsmotor oder mit einem Schlagzahnfräser) betrieben werden.
Der Schablonenträger wird durch eine Mk-Verlängerung aufgenommen, welche in der Mk-Aufnahme der Maschine montiert wird.
Der Antrieb der Spindel erfolgt stufenlos über Zahnriementrieb eines Schneckengetriebemotors mit Fu Steuerung.

Gruß Ludwig

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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von woifi » 23.11.2022 - 15:32:17

Genau so kenn ich Dich Ludwig, super. :gold: :gold:
liebe Grüße zu Dir
und allen anderen hier, bleibt gesund
Euer
Woifi
Schöne Grüße von ganz kurz vor den Bergen und bleibt bitte gesund
Euer Woifi

Lieber unartig, als gar keine ART !

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Micha
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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Micha » 24.11.2022 - 19:09:29

Hallo Ludwig,
vielen Dank für die Bilder, ich finde die Vorrichtung genial. Wie erzeugst du den Anpressdruck?

Grüße von Jürgen

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Helfried
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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Helfried » 25.11.2022 - 09:23:30

Hallo Ludwig,

danke für die Bilder deiner "Nicht-Wackel-Maschine"! Eine Antwort auf Jürgens Frage
Wie erzeugst du den Anpressdruck?

habe ich auf den Bildern auch nicht gefunden - mich beschäftigt nicht nur, welche Kraft einwirkt, sondern auch, wo genau sie angreift.

Des weiteren auch die Frage, wie sich der große Abstand des Werkstücks zum Spindellager und die recht "zarte" Verbindung per Morsekegel
auswirken hinsichtlich Vibrationen und Oberflächenqualität.

Sehr freuen würde mich, wenn du uns zusätzlich zu den Bildern der oval ausgedrehten Dosen auch andere auf dieser Maschine hergestellte
Werke zeigen würdest, damit wir die Möglichkeiten einschätzen können.
Somit werden geometrische Fehler, welche durch bewegliche Spindelstöcke entstehen, vermieden.
Kannst du den Unterschied zwischen auf einer traditionellen "Passigdrehbank" und auf deiner Maschine hergestellten Formen tatsächlich erkennen/messen?
Oder findet man diesen nur theoretisch?

(Ich selbst bin gerade dabei, mir eine "umgekehrte Wackelvorrichtung" zu bauen: Spindel stabil, Fräshalterung nicht linear zugeführt,
sondern über ein Drehgelenk/Scharnier.
Mit meinen beschränkten Möglichkeiten eben, praktisch "metallfrei". :-C )

Helfried
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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Maintor » 25.11.2022 - 11:42:34

Hallo Micha, Hallo Helfried,
Ich möchte eure Fragen beantworten.

1. Die Rückstellkraft wird durch Zugfedern, welche am Linearschlitten eingehängt sind (einstellbar), erzeugt.

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2. Die Aufnahme in Mk 2 ist für die auftretende Kraft. (kleine Zerspannungskräte) völlig ausreichend dimensioniert.

3. Die Oberflächenqualität wird hauptsächlich durch einen stufenlosen konstant gehaltenen Vorschub erzeugt.
Das erfordert einen entsprechend ausgelegten Antrieb! Schrittmotore haben sich bei mir nicht bewährt.

Wichtig ist eine genaue störungsfreie Übertragung der Linearbewegung, Abtaster mit Kugellager! Besonders wichtig bei Rosetten mit großen Abtasthöhen.

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4. Den Unterschied (gekippter Spindelstock bzw. Werkzeugträger) habe ich in der Skizze dargestellt. Der entstehende Fehler kann somit abgeschätzt werden.

5. Ich habe leider keine Bilder mehr von anderen Dosen.


Gruß Ludwig


*edit by Raupenzwerg

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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Helfried » 25.11.2022 - 21:44:46

Herzlichen Dank, Ludwig,

für die zusätzlichen Bilder und die ausführliche Antwort!
In Bezug aufs Passigdrehen bin ich ja ein ziemliches "Greenhorn", durch deine Erklärungen werde ich dazulernen!

Auf meiner im Entstehen begriffenen Vorrichtung habe ich heute die Verzerrungen erkennen können (schmerzlich!), die durch
die Abtastung per Schwenkarm entstehen - deine Skizze (Punkt 4) zeigt die Ursache klar auf. Die ungewollte Verzerrung wird durch
zunehmenden Größenunterschied zwischen Werkstück und Rosette anscheinend immer auffälliger!
:-(
Die Verzerrungen müssten jedoch wieder unauffälliger werden, wenn der Schwenkradius vergrößert wird ...
:-)

Nocheinmal vielen Dank!

Helfried
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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Matzel1970 » 25.11.2022 - 21:55:40

Moin Maintor

Eine schöne Vorrichtung er uns zeigt.

Danke für die Vorstellung und weiteren Erklärungen.
Grüsse Matthias

Wirklich wichtige Dinge kann man nicht kaufen.

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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Maintor » 26.11.2022 - 12:36:25

Hallo Helfried,
Der Fehler (Segmenthöhe) wird durch die Hebellänge und den Werkstückdurchmesser erzeugt.

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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Helfried » 26.11.2022 - 19:30:21

Hallo Ludwig,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstehe - und ob ich mich in dieser Materie überhaupt schon verständlich machen kann ...

:-C

Die Dinger, die ich gestern auf meiner Versuchsanlage produziert habe ("Werkstücke" darf man dazu gar nicht sagen!!), waren seltsam
unförmig in sich selbst verschraubt.
Nachdem ich darüber (schlecht) geschlafen habe, vermute ich jetzt als Ursache eine unterschiedliche Kreisbahn von Abtastrolle und Fräser.

Dazu eine Skizze einer idealen Version:

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Die Schablone ist ein Quadrat und dreht sich konzentrisch mit dem Werkstück, das durch stärkere Verkleinerung auch deutlicher
"sternförmig" wird. Die zwei Versionen (grün und lila) habe ich nur in der rechten Hälfte eingezeichnet. In der Skizze sind Abtastrolle
und Fräser gleich groß, ein Ideal, das in der Praxis wohl nicht immer vorkommen wird.

In meiner Versuchsanlage hatte ich jedoch die Zustellung, also die Veränderung das Abstandes zwischen Abtastung und Fräser, per
Gewindestange eingerichtet, und die Gewindestange ist natürlich gerade, wodurch die Abtastung sofort die gemeinsame Kreisbahn verlässt.

In der nächsten Version werde ich einen anderen Fehler machen!

:-)

Lieber Ludwig, nocheinmal danke für deine Ratschläge!

Helfried
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Re: Ludwigs Rose Engine

Beitrag von Maintor » 27.11.2022 - 10:27:42

Hallo Helfried,
ich vermute, dass es besser wäre,
1. Die Achse des Kipplagers genau unter die Drehachse des Werkstücks zu positionieren.
2. Den Taster auch in der Höhe der Werkstückdrehachse anzubringen bzw. eingreifen zu lassen

Diese Bedingungen habe ich bei meiner Konstruktion eingehalten.

Das wird sich meiner Meinung nach positiv auswirken, besonders dann wenn du mit dem Schlagzahnfräser
Rosetten an der Werkstück Stirnseite bearbeitest.

Vielleicht ergeben sich auch durch deine Anordnung weitere interessante Formen!


Aber probieren geht über studieren :prost: :prost:

Gruß Ludwig

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