Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

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Helmuth
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Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Helmuth » 20.03.2019 - 09:33:56

Hallo zusammen,

ich möchte einen kleinen Hocker / Schemel / Melksitz bauen. Sitzfläche und 3 Beine.

Mit welchem Bohrer bekomme ich die Löcher in die Sitzfläche? Sollte Loch und Zapfen zylindrisch oder konisch sein?

Gibt es einen "traditionellen" Winkel, wie weit man die Beinachse gegenüber der Mittelachse kippt? Wenn ich mich richtig erinnere, hatte @Peter Gwiasda das mal erklärt, aber ich finde es leider nicht mehr.

Würde mich über Hinweise freuen!

Liebe Grüße,

Helmuth

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Schwarzwälder
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Schwarzwälder » 20.03.2019 - 09:49:08

Hallo Helmut,
genauen Winkel der Beine kann ich Dir auch nicht nennen, ich bohre sowas immer nach "probe hin halten" wie es meinem Gusto gefällt.(Halt nicht sooo stark ausgestellt - sie sollten nicht allzu weit über den Rand der Sitzfläche hinausragen) Die Löcher in der Sitzfläche bohre ich zylindrisch mit in die Beine eingesägtem Schlitz, um sie dann später verkeilen zu können. Geht auch mit etwas Übung bei Sacklöchern in der Sitzfläche. Die Keile dann halt etwas kürzer und evtl. auch etwas schlanker sägen. Ach ja - Keile sollten natürlich gegen die Maserrichtung der Sitzfläche verlaufen, aber wem sag ich das.
Grüße und einen sonnigen Tag
Achim
Der Schwarzwälder
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Helmuth
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Helmuth » 20.03.2019 - 10:02:46

Danke, Achim. Das hilft schonmal weiter.

Noch ein Frage zum Bohren: Wie sorge ich dafür, dass der Holzbohrer beim Ansetzen nicht verläuft? 5 mm Führungsloch und dann mit dem dicken Bohrer hinterher?

Beste Grüße, H.

hera
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von hera » 20.03.2019 - 10:05:27

Moin Helmuth,
ideal für die Bohrungen sind die Konusschneider/Bohrer von Veritas. ZB bei DICTUM.
Allerdings sind die wohl teurer als der Hocker, funktionieren aber...

Gruß
hermann
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drmariod
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von drmariod » 20.03.2019 - 10:36:39

Du kannst Dir in ein Stück Hartholz ein Loch vorbohren und dann auf der Kreissäge im gewünschten Winkel anschrägen... Das kannst dann auf Deine Stuhlplatte klemmen und hast dann ne Zwangsführung...

Ich kann mich dran erinnern in den letzten zwei Jahren ein Beitrag über genau so einen Hocker in der Holzwerken Zeitschrift gesehen zu haben und da war auch ein Topic wie weit die Beine ausgestellt sein sollen. Ich kann heute Abend mal schauen ob ich es finde.

Im Internet finde ich den Beitrag bei Holzwerken

http://www.holzwerken.net/Wissen/Tipps- ... raeg-genug Und da steht auch, 15 Grad als Winkel.
Zuletzt geändert von drmariod am 20.03.2019 - 10:39:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Holzpeter » 20.03.2019 - 10:37:43

Hallo Helmuth,

zum schräg Bohren gibt's so etwas:
https://www.feinewerkzeuge.de/staketen-bormax.html

Hölzerne Grüße
Peter :-)
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Schnecke » 20.03.2019 - 11:10:16

Hallo Helmuth,

vielleicht hilfts ja:

http://www.holzwerken.net/Wissen/Tipps- ... raeg-genug


5591f12d-8338-4ce2-96b7-1579c0deaa6a.png
Schöne Grüße

Christian

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Peter Gwiasda » 20.03.2019 - 12:34:26

Moin Helmuth,

Dreibein-Hocker zählen zu den praktischsten und nützlichsten Produkte unseres Hobbys. Ich habe mindestens ein Dutzend Hocker aus unterschiedlichen Hölzern und Techniken hergestellt (zylindrisches Loch/Sackloch und oder konisches Loch für die Zapfen). Ein Dutzend Hocker wurden bei mir auch von Anfängern produziert, weil ich entsprechende Vorrichtungen vor allem zum Bohren gebaut habe. Diese und andere Hilfsmittel habe ich beschrieben in der Zeitschrift HolzWerken Nummer 25, die Produktionsphasen fotografierte Wolfgang Gschwendtner. Diese Ausgabe ist im Verlag offenkundig noch erhältlich.

Viel Spaß wünscht Peter Gwiasda,

(der den Einsatz eines scharfen Meissels bei der Herstellung der drei Beine und des zehntelmillimeter genauen Zapfens als Lustgewinn schätzt).
Wie tröstlich, dass auch unsere Erde nicht wirklich rund ist.

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Raupenzwerg » 20.03.2019 - 12:40:28

Peter Gwiasda hat geschrieben:
20.03.2019 - 12:34:26
Diese und andere Hilfsmittel habe ich beschrieben in der Zeitschrift HolzWerken Nummer 25, die Produktionsphasen fotografierte Wolfgang Gschwendtner. Diese Ausgabe ist im Verlag offenkundig noch erhältlich.


Hier der Link zum Heft:
https://www.holzwerken.net/shop/abos/ho ... ember_2010


Gruß Eva, die bei Peter G. aus W. auch schon einen Dreibein-Hocker vor vielen Jahren gedrechselt hat....
Grüsse aus dem Schloßgarten
vom einzig wahren Raupenzwerg Eva

Grissianer
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Grissianer » 20.03.2019 - 13:59:34

Hallo Peter
Nach diesem Bericht hier gibt es für mich nur eine Alternative!! :mrgreen:
Ich muss den Meister aufsuchen dort einige Tage verweilen und einen Hocker drechseln! :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Hoffendlich nicht erst im nächsten Leben.
Gruß
Anselm
Was ich mir nicht zutraue werde ich niemals lernen!!

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remus
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von remus » 20.03.2019 - 14:08:08

Hallo zusammen

fangt doch erstmal an mit einem Melkschemel ;-)
ein Bein in der Mitte, Riemen dran, Umbinden, fertig
allerdings steht bei mir auch noch ein 3-Beiner auf dem Programm

Viele Grüße Rolf
"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind" (Albert Einstein)

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schwede
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von schwede » 21.03.2019 - 17:04:00

Servus Helmuth,

Martin Adomat hats hier mal in Holzwerken erklärt.

http://www.holzwerken.net/content/downl ... Futter.pdf
schöne Grüße aus der Oberpfalz
Markus ---> Schwede

*** www.rundes-vom-schweden.de ***

Nico.lailailai
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Nico.lailailai » 21.03.2019 - 20:56:09

Hallo Helmuth,

Hocker mit 3 oder 4 Beinen sind meine geheime Leidenschaft.

Solltest du Gebrauch von einer Standbohrmaschine machen können, dann bau dir eine Vorrichtung zum Schrägstellen. So hab ich wiederhol genau gute Ergebnisse erzielen können. Außerdem drechsle ich den Zapfen grob 2-3 mm größer als das Loch. Dann packe ich meine Beine und trockne sie nochmal so richtig am Zapfen in einer Wärmebox aus. Anschließend drechsle ich aufs Endmaß. Das versichert mir eine enorm zuverlässige Verbindung zwischen Sitzfläche und Beinen.
Das gleiche wiederhole ich auch mit meinen Keilen, sodass einfach alles richtig stramm sitzt.

Bei den Keilen musst du besonders gut darauf achten in welche Richtung diese auf der Sitzfläche zeigen. Dies musste ich an eigenem Versagen bitter lernen, als ich eine Sitzfläche in zwei Teile gespalten habe, weil der Keil mit der Maserung ging. :-W

Viel Erfolg beim Bauen.
Ich hoffe diese Tipps helfen!

Grüße, Nico

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Falk » 21.03.2019 - 21:08:04

Hallo Nico,

Mit großem Interesse verfolge ich den Bericht. Auf Grund eigener schmerzhafter Fehlversuche mit sich lockernden Zapfen würde ich gern mehr über deine angesprochen Wärmebox erfahren. Könntest du mir bitte einige Informationen über den Aufbau der Box zukommen lassen. Ich denke das Thema ist allgemein von großem Interesse.

Viele Bgrüße aus dem Vogtland

Falk

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Nico.lailailai » 21.03.2019 - 21:33:15

Hallo Falk,
sehr gerne mach ich das.

Im Endeffekt ist es ein einfacher Würfel von etwa 25x25x25 cm. Die Innenwände sind mit Alufolie bedeckt und innen ist nichts außer eine Wärmequelle (in meinem Fall eine starke Wärmelampe). Der Deckel ist austauschbar und ist mit mehreren Löchern versehen - Größe variierend für die benötigten Zapfen. In diese Löcher stecke ich dann meine gedrechselten Beine mit Zapfen zuerst rein und lasse sie dort einige Stunden richtig austrocknen. Das Holz "schrumpft" also durchs trocknen und kann sich so nur noch ausbreiten wenn es in eine Umgebung kommt welche feuchter ist. Weiteres Schrumpfen ist aber ausgeschlossen.

Hier noch ein Bild aus dem Internet welches alles verdeutlichen sollte:

*Bild wegen Zweifel am Urheberrecht entfernt von Holzpeter


Die ganze Idee ist natürlich nicht von mir. Ich hab sie als erstes bei ISHITANI auf youtube gesehen und anschließend hinterfragt und recherchiert.

Wo ich mir noch etwas unsicher bin ist die Gefahr der Wärme/Hitze die in der Kammer entsteht. Vielleicht hat da ja jemand anderes einen Tipp dazu?

Grüße,
Nico

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Holzpeter
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Holzpeter » 21.03.2019 - 21:58:20

Hallo Nico,

ich habe das Bild vorsorglich entfernt.
Wenn Du nachweisen kannst, dass es gemeinfrei ist oder unter einer CC-Lizenz steht, baue ich es gerne wieder ein.
Ebenso natürlich, wenn der Urheber ausdrücklich zugestimmt hat.

Hölzerne Grüße
Peter :-)
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Nico.lailailai » 21.03.2019 - 22:04:06

Oh, entschuldige.. daran hab ich nicht gedacht. Dann mach ich die Tage gerne ein eigenes Bild. ;-)

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Geppetto
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Geppetto » 22.03.2019 - 00:07:41

Hallo Helmuth,

ich habe letztes Jahr auch einen Melkhocker gebaut. Benutzt habe ich nur Handwerkzeuge und einen Akkuschrauber.
Gebohrt habe ich die Zapfenlöcher mit einem Forstnerbohrer in einem Akkuschrauber und einer Schmiege.
Das hat alles wunderbar funktioniert.

Meine Inspiration war dieses Video: https://youtu.be/0LAZCok9aV4

IMG_1467.JPG
IMG_1468.JPG
IMG_1469.JPG
Schöne Grüße
Pascal

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Philemon
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Philemon » 22.03.2019 - 10:48:29

Hallo miteinander

Stichwort "Wärmebox": Ich hatte mir vor ein Paar Jahren eine Kiste gebaut um das Aushärten von 2-Komponenten Klebern zu beschleunigen. Die konkrete Anwendung war der Bau von laminierten Bogen.
Wie ja allgemein bekannt ist, waren unsere guten, alten Glühfaden-Leuchtmittel eigentlich Heizelemente die rein zufällig auch Licht abstrahlten. In meiner Heizkiste habe ich sechs 60Watt Glühlampen installiert und die Temperatur über eine Thermostat-Steckdose von Conrad gesteuert. An der Steuerung der Thermostat-Steckdose werden ein unterer und ein oberer Schwellenwert eingestellt und die Elektronik schaltet die Glühbirnen so ein und aus, daß sich die Temperatur in der Kiste immer zwischen den Schwellenwerten bewegt.
Funktionierte tadellos.

Grüße aus Schönwalde

strasendrechselerei
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von strasendrechselerei » 22.03.2019 - 16:10:23

Hi Helmuth,
ich drechsle immer wieder dreibein Hocker und mit einer einfachen Schablone auf der Ständerbohrmaschine ist das ein Kinderspiel.
Wichtig ist die Überlegung, dass
1: die Beine in 120° verteilt auf der unterseite eingebohrt werden
2: die Beine in immer der gleichen Schräge und vom Mittelpunkt nach außen in einer Flucht sind
3: die Bohrungen gleich tief sind
4: du nicht bei jedem Hocker neu überlegen musst.

Also, Schablonski ;)

Für die Schablone Skizziere ich mir grob den Hocker und ermittle mir den Winkel für die Beine, das ist abhängig davon, wo sie oben beginnen und unten enden.
Dann schneide ich zwei Keile mit der Kappsäge im entsprechenden Winkel und montiere diese unter meine gewünschte Schablonenplatte.
auf der Schablonenplatte reiße ich mir mit dem Zirkel folgendes an:
1: Mittelpunkt
2: Kreis in dem die Bohrungen der Beine liegen (startpunkt auf der Sitzfläche)
3: 120° (Mercedesstern, 3x Durchmesser mit dem Zirkel)
4: Durchmesser der Sitzplatte.

An den zwei unteren Schnittpunkten von den 120° und der Außenlinie der Sitzfläche (also da, wo der Mercedesstern auf den Äußeren Ring trifft) kommt jeweils ein Holzdübel oder ähnliches als Anschlag rein.

Das Ding dann auf die Ständerbohrmaschine, und für die erste Bohrung ausrichten.
Wenn jetzt die Hockersitzfläche auf der Schablone liegt und du dein erstes Loch bohrst (mit tiefenanschlag) ist dieses in einem bestimmten Winkel.
dann kannst du die Sitzfläche einfach weiter drehen bis zum Holzdübel/Anschlag und hast somit automatisch die 120° und die richtige Achse.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, wie es genau ist, demnach ist alles, was frei hand ist, nie genau.
Mit dieser in 10min gebauten Schablone kannst du Hocker in Serie Bohren und es ist immer Perfekt...


extra für dich habe ich sogar mein allererstes Video auf Youtube hochgeladen.
https://www.youtube.com/watch?v=-iJq7mrfTuI
Das ist vom Prototyp/neue Idee meines neuen dreiben Hockers. Ich Bohre da zwar mit einem 80ger Forstner für die Flansche, aber die BeinBohrungen habe ich auf der gleichen Schaablone durch die Flansche hindurch gemacht. Prinzip bleibt gleich
diesen https://maxluzi.de/shop/moebel/hocker-nr-3/ Bohre ich vom Prinzip her genauso.

Das Model im Video und den folgenden Fotos ist entstanden, da ich relativ viele 52mm Bohlen zu Tischplatten verarbeite und immer nur Schalen aus den Resten drechseln ja auch langweilig ist. Die Besäumabschnitte der Bohlen werden Beine und das meißt zu wilde Fußende der Bohle wird Sitzfläche.
Da die Bohlen zu dünn sind , kam mir die Idee mmit dem NussbaumInlayy/Verstärkung
Ob´s so gut ist, weiß ich nooch nicht, lass ich die Kunden Entscheiden ;)
Ach ja, ich nehme einfach eine 35 Forstner und drechsle die Beine auf 35,2mm... Hat immer funktioniert
Sorry, ist wieder ein ellenlanger Beitrag geworden...

20190312_152939.jpg
20190311_191819.jpg
20190312_152952.jpg
20180715_100608.jpg
20180715_100602.jpg


*edit by Raupenzwerg
- Du sollst kein Holz essen -

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Holzteife » 22.03.2019 - 21:09:04

Servus Helmuth,

Ob es hier einen idealen Winkel für das „Ausstellen“ der Beine gibt, kann ich dir nicht sagen.
Bei meiner Version in der Abbildung liegt der Ausstellwinkel bei ca. 10 Grad.
Durchgängiges verkeilen erachte ich als sinnvoll, da Millionen von Melkschemel auf diese Weise gebaut wurden, was wohl an der Möglichkeit des Nachkeilens bei Bedarf liegt?




Gruß Robert
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Rainer Wächter » 23.03.2019 - 08:53:28

Hallo,

wenn mit Sacklöchern gearbeitet wird und der Sitz auf 1/10 genau gefertigt wird,
gibt es dann nicht Probleme bei Einsetzen der Füße,
da die zusammengepresste Luft nicht entweichen kann?

Gruß,
Rainer

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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von strasendrechselerei » 23.03.2019 - 09:04:24

Hi Rainer,
bei mir hat es bis jetzt immer gut funktioniert...
Bei Hartholz eher passig, bei Weichholz mit bissl Zugabe.
Leimen tu ich diese mit PU, nach dem einschlagen der Beine stelle ich den Hocker richtig rum hin und packe ordentlich Gewicht drauf.
Grüße
Max
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von malamute » 23.03.2019 - 21:00:52

Drei-Bein-Hocker_20190323_0002.pdf
(72.36 KiB) 99-mal heruntergeladen
Hallo Helmut,

…wenn Du Dir die Arbeiten unserer großen Vorbilder ansiehst, sind Deine Fragen alle beantwortet. Die da wären, Fritz Spannagel auf Seite 105 – 106 – 3o9.
Michael O‘ Donnell auf Sei 10. Ich hab es lieber, wenn der Sitz etwas weicher ist.
Wie ich finde, kommt es sehr stark auf die Harmonie an. Die Bilder machen es deutlich und Du kannst selbst entscheiden. Mit einem guten 30iger Forsterbohrer müsste es funktionieren.
Für die Tischler unter uns, ist eine 15° Auflage unter einem Bohrmaschinenständer wohl auch kein Hindernis. Die anhängende Zeichnung gibt schon mal annähernd die grobe Richtung vor
Also leg los.


Es grüßt

Karl-Heinz

DSCF7127.JPG
DSCF7128.JPG
Drei-Bein-Hocker_20190323_0002.pdf
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Re: Drei-Bein-Hocker: Wie bohren?

Beitrag von Helmuth » 09.04.2019 - 19:16:40

Danke Euch allen für die vielfältigen Hinweise!

Mit Famag Bohrmax und Unterlagskeil ging es sehr gut.

Ich habe mir noch ein wenig Gedanken über die Statik gemacht. Es gibt da einen Zielkonflikt - einerseits will man einen kippsicheren Hocker, andererseits soll er möglichst elegant aussehen.

Wenn man den Anspruch hätte, dass der Hocker sich statisch mindestens wie ein Zylinder verhält (also auch bei einseitiger Belastung am Rand nicht kippen kann), landet man bei diesem Bild. Gleichseitiges Dreieck, Inkreis rot, Umkreis grün. Der Inkreis entspricht der Sitzfläche, der Umkreis dem Kreis, auf welchem die Füße den Boden berühren.

Bild
Bild von Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichseitiges_Dreieck

r = 1/2 * R

Bedeutet praktisch, dass der Kreis auf dem die Füße den Boden berühren den doppelten Radius vom Kreis der Sitzfläche haben muss. Nur dann ist man statisch auf der sicheren Seite. Aber das schaut elend aus.

Also muss man einen Kompromiss eingehen und dann damit leben, dass man sich an 3 Punkten nicht exakt auf die Kante setzen kann.

Beste Grüße,

Helmuth

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