Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

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skewcrap
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Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 29.04.2019 - 18:41:40

Hallo zusammen

Es ist kein Drechselthema, deshalb versuch ichs hier. Ich plane einen Schrank zu bauen mit verleimten Buchenplatten, Dicke 20mm.
Für die Türen dachte ich an Platten mit durchgehenden Lamellen, für den Rest keilgezinkt (Rückwand Buchensperrholz).

Der Schrank soll die Abmessungen B=2.5m, H= 2.08m, T=0.6m erhalten. Soweit so gut, ich habe das Ding auch schon gezeichnet.

Meine Frage betrifft den Holzverzug. Wie heikel sind die Buchenplatten hinsichtlich verziehen? Wie lässt sich das zuverlässig vermeiden?
Mir ist schon klar, dass man Temperatur / Feuchtigkeitsschwankungen vermeiden sollte. Nur wird das wohl nicht komplett möglich sein.

Teilweise sind Schranktüren entsprechend verstärkt. Ich habe aber auch schon Massivholz-Schränke gesehen von namhaften Herstellern, welche komplett ohne solche Hilfsmitttel auskommen.

Das Holz möchte ich am Schluss einölen.

Vielen Dank schon mal füre eure Tipps.

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von Flore90 » 29.04.2019 - 19:19:10

Hallo,
Ich mache in der Arbeit öfters Schränke, Betten usw. aus Massivholzplatten
Das einzige Problem mit den verziehen hatte ich bei der Frontplatte, deswegen schraube ich hinten auf die Frontplatte quer der Holzrichtung eine Leiste mit einen Querschnitt mit 15/20 hochkant.

Beim Ölen musst du darauf achten das du beide Seiten (hinten und vorne) im gleichen Arbeitsgang Ölst
sonst kann es sich ganz Böse verziehen und dann Helfen nur noch Trennschnitte oder der Shredder :smash:


mfg Flore

radon
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von radon » 29.04.2019 - 23:17:03

Buche ist sehr anfällig für Verzug und Risse.
Mmn. ist eine verschraubte oder gar verleimte Verbindung von Quer- und Längsholz ungeeignet.
Eine fachgerechte Stabilisierung gegen Verzug wäre allenfalls eine Gratnut /-feder Verbindung.
Gruß
Stefan

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Kunze
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von Kunze » 30.04.2019 - 04:54:17

Moin moin

ich hab vor ein paar Jahren mal einen Whiskyschrankl aus Leimholz Buche gebastelt.

20170804 Schrank.jpg

Der verzieht sich je nach Jahreszeit unterschiedlich. Manchmal bekomm ich die Schubladen nicht auf.

Bei Robert Küstenholz kann man etwas über Fronten und Verbindungen lernen.
Gruß

Ralf
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Yankee63
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von Yankee63 » 30.04.2019 - 06:34:41

Hallo ?,
ich gehe mal davon aus, dass Du die Leimholzplatten nicht selber herstellen wirst. Entsprechend kannst Du dann auch nicht die Jahrringlage der Lamellen bei der Verleimung so ausrichten, dass sich der Verzug der einzelnen Lamellen in jeder Tür etwas ausgleicht. Buche hat relativ große Unterschiede im Quellen und Schwinden je nach Jahrringlage, d.h. in Richtung der Jahrringe (tangential) deutlich stärker als quer dazu (radial). Bei den Möbeltüren hast Du immer auf der Außenseite leicht andere Temperaturverhältnisse als innen und gerade in der Heizperiode oft dazu dann auch deutlich trockenere Luft. Die Türen verziehen sich damit entsprechend auch zum Raum hin. Um das zu verhindern, braucht man klassischerweise Gratleisten. Das macht in der Form kaum noch jemand, weil es entsprechend aufwändig ist und wenn man es nicht wirklich sauber macht, auch auf Dauer nicht den gewünschten Effekt hat. Die meisten Möbelhersteller setzen entsprechend auf aufgeschraubte Leisten. Mittlerweile werden auch z.T. Stahlprofile eingefräst oder aufgeschraubt, was mit Edelstahl durchaus auch optisch ansprechend sein kann. Bei geschraubten Leisten hilft es, die Löcher in den Leisten sozusagen als Langloch auszuführen, so dass die Lamellen noch etwas arbeiten. Wenn Du Dir einmal Massivholzmöbel in Ausstellungen anschaust, die dort schon etwas länger stehen, wirst Du schnell erkennen, bei welchen Ausführungen es deutliche Verzugserscheinungen gibt.

Ich hoffe, dass hilft etwas weiter.
Gruß
Ernst

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chrilu
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von chrilu » 30.04.2019 - 07:30:51

Servus

Die jetzt so beliebten Schränke aus "Kernbuche" hätte man früher nur als Brennholz bezeichnet.
Die Fronten der namhaften Hersteller verziehen sich trotz Querleisten mit einer Höhe von über 40 mm.
Wenn du willst kann ich dir ein Bild davon machen.

Buchenholz ist ja nicht ungeeignet für den Möbelbau, aber warum machst du nicht Rahmentüren mit Füllungen?
Besorg dir einen Konterprofilfräser und bau aus deiner Kernbuche Rahmen und wenn du ebene Türen willst dann kannst du die Füllung ja so gestalten das nur ein schmaler umlaufender Rand zwischen Füllung und Rahmen ist.
Dann hast du keine Probleme mit dem Verzug.

Übrigens gibt's auch dazu einen "Spannagel"

https://www.holzwerken.net/shop/buecher ... elbau_1954

Gutes Gelingen
Liebe Grüße aus Österreich

Christian

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von hplzwurm » 30.04.2019 - 08:13:13

Hallo zusammen,

ich habe mit Buche-Leimholz gute Erfahrungen gemacht und mein ganzes Arbeitszimmer damit gebaut. 2 Sideboards und ein Regal, aufgesetzt auf einem Unterschrank.
Dazu habe ich Leimholzplatten bei einem "richtigen" Holzhändler gekauft, alle Teile zugeschnitten, mit Lamellos verleimt, geschliffen usw.
Die Türen rundherum mit 2cm Buchenleisten abgesetzt, sodass ich keine Stirnholzkanten habe, dann mit einem Rundfräser gefast.
Alles beidseitig geölt, wie oben angesprochen.
Bisher hat sich da nichts verzogen.
Allerdings habe ich nicht explizit Kernbuche verwendet, sondern Platten mit durchgehendern Lamelle für die Türen und einfach keilgezinkt für Seitenwände und Einlegeböden.
liebe Grüsse aus Radevormwald

Martin Scheibner
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von erbse » 30.04.2019 - 09:26:12

Mahlzeit!

Es gibt auch innenliegende Gratleisten.

Gruß Erbse

skewcrap
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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 30.04.2019 - 20:48:50

Hallo zusammen

Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Ich hatte mich auch nach Fertigschränken umgesehen, und da habe ich im Massivholzbereich eigentlich nur Team7 gefunden. Da gibt es Schränke aus Kernbuche, mit durchgehenden Lamellen. Die Türen bestehen aus einer einzelnen Platte komplett ohne Gratleisten... Also wie haben die das im Griff? Der Schrank kostet um die 7000€, also wird wohl kaum einer verzogene Türen akzeptieren. Der hohe Preis war auch der Hauptgrund, wieso ich auf die Idee kam, selber ans Werk zu gehen.

Das Holz, welches ich nun gefunden habe ist Buche gedünstet, 20mm dick. Für die Fronten hatte ich an durchgehende Lamellen gedacht, für den Rest keilgezinkte Lamellen. Rückwand aus Buchen Sperrholz (8mm).

Auf Verleimen wollte ich eigentlich verzichten. Ich hatte nur an Verdübeln sowie Verschrauben mit Kanthölzer (27x27mm) gedacht.

Ich habe eine Offerte für das Holz, zugeschnitten auf Mass. Kostenpunkt 2400€ (für total 29m2). Am besten wäre natürlich eine 3-schicht Platte, mindestens für die Fronten. Diese Platte ist aber doppelt so teuer. Wenn ich nur die Fronten aus 3-Schicht Buche machen würde, hätte das einen Aufpreis von ca. 800€ zur Folge (gibt auch einen grösseren Verschnitt).

Eine der 5 Türen wollte ich zudem mit Spiegel ausstatten. Der Spiegel hat aber natürlich auch nicht gerne Verzug...

Mir gefällt halt Buche extrem gut, andere Hölzer sind zudem noch deutlich teurer. Mir fehlt die Erfahrung, wie gross das Risiko wirklich ist. Furnierte Spanplatte ist eben nicht das gleiche...

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche

Beitrag von skewcrap » 30.04.2019 - 22:14:42

chrilu hat geschrieben:
30.04.2019 - 07:30:51
Die jetzt so beliebten Schränke aus "Kernbuche" hätte man früher nur als Brennholz bezeichnet.
Die Fronten der namhaften Hersteller verziehen sich trotz Querleisten mit einer Höhe von über 40 mm. Wenn du willst kann ich dir ein Bild davon machen.

Buchenholz ist ja nicht ungeeignet für den Möbelbau, aber warum machst du nicht Rahmentüren mit Füllungen?
Besorg dir einen Konterprofilfräser und bau aus deiner Kernbuche Rahmen und wenn du ebene Türen willst dann kannst du die Füllung ja so gestalten das nur ein schmaler umlaufender Rand zwischen Füllung und Rahmen ist. Dann hast du keine Probleme mit dem Verzug.

Da würde ich natürlich gerne mal ein Bild sehen.
Rahmentüren sehen halt nicht sehr modern aus, ein durchgehendes Türblatt wirkt moderner und gefällt mir deutlich besser.
Wie viele Füllungen müsste denn die Rahmentüre haben? Wenn ich einen 80mm Rahmen verwende, blieben bei meiner Tür immer noch ca. 190x34cm. Das wäre ja immer noch eine relativ grosse Fläche, welche sich verziehen könnte?
Wenn ich dich richtig verstehe sind auch eingefräste Gratleisten keine sichere Lösung?
Wie sieht es denn mit 3-Schicht Platten aus für die Türen, wäre das eine sichere Lösung?

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von chrilu » 01.05.2019 - 06:21:19

Servus

Bei einer Füllung von deiner Größe wirst du bei einer gut ausgeführten Rahmentüre keine Probleme mehr haben.
Es reicht also eine Füllung.
Wenn du eine 3 Schichtplatte in Buche bekommst dann wird das sicher auch gehen.
Liebe Grüße aus Österreich

Christian

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 01.05.2019 - 07:21:34

Ok. 3-Schichtplatte würde ich bekommen, ist ca.160.-€/m2.
Alternative wäre vielleicht noch eine Mischplatte mit einer Mittellage aus anderem Holz. Diese wäre ca. 120.-€/m2.

Rahmentüre ist für mich neben der unerwünschten Optik mit viel mehr Aufwand verbunden, zudem habe ich das noch nie gemacht.
Müsste das zuerst mal ausprobieren.

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 03.05.2019 - 06:00:39

Ich überlege gerade, wie ich einen Spiegel vollflächig auf die Schranktüre montieren kann. Da stellen sich mir folgende Fragen:

-Wie kann der Spiegel befestigt werden? Vermutlich kommt nur kleben in Frage (wenn randlos).

-Wie problematisch ist es, dass eine Seite der Türe nicht mehr atmen kann? Wie gross müsste allenfalls der Luftspalt sein, damit es keine Probleme gibt?

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von Flore90 » 05.05.2019 - 10:33:40

Hallo

Wichtig ist dabei das der Spiegel eine hinterlüftung hat
Wir machen es meistens so
Senkrechte streifen Doppelseitiges Klebeband das 1mm Stark ist auf die Tür aufkleben abstand ca 15cm
Dann Hybrid oder Spiegelkleber zwischen den Klebebandstreifen ein paar klekse raufspritzen die ein bisschen höher sind als das Klebeband
Dann Spiegel drauf und noch schieben bis er in richtiger position ist (Klebeband hält noch nicht weil Kleber noch Höher ist)
Wenn dann die richtige Position erreicht ist nurnoch andrücken bis der Spiegel am Klebeband haftet und dann Kleber aushärten lassen
das ganze natürlich im liegen

mfg Flore

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 05.05.2019 - 12:54:29

Danke für die Beschreibung. So etwas in der Richtung hatte ich schon vermutet.

-Reicht denn dieser Abstand von 1mm bereits als Hinterlüftung aus?
-Wird das Holz trotzdem eingeölt? Haftet so überhaupt das Klebeband?

Was nehmt ihr für eine Wandstärke? Gleich wie die restlichen Türen oder dünner, so dass die Tür trotz Spiegel dann die gleiche Dicke hat, wie Türen ohne Spiegel?

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von Flore90 » 05.05.2019 - 14:05:43

Hallo,
der Abstand von 1mm reicht locker.
Einölen würde ich es auf beiden Seiten sonst ist die Gefahr wieder größer, dass es sich verzieht.
Ich hatte noch nie Probleme, dass das Klebeband und der Kleber dann nicht mehr haftet.

Von der Stärke der Platten im Gegensatz zu den anderen ist es mehr eine optische Sache wenn die Türen vom Schrank stumpf einschlagend sind, würde ich
persönlich die Platten dünner machen.

Bei stumpf aufschlagend macht es optisch nicht einen so starken Unterschied.

mfg Flore

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 05.05.2019 - 16:46:08

Ok. Die Türen sind aufschlagend, ich will Blum Eckanschläge resp. Mittelanschläge verwenden.
Problem ist halt, dass es bei Buche keine dünneren Platten gibt als 19mm. Also müsste ich eine Rahmenkonstruktion machen, dann wäre z.B. 16mm möglich.

16mm + 1mm Luftspalt + Spiegel 3mm wären dann wieder 20mm.

Nun ja, es ist eigentlich schon ein ziemliches konstruktives Detail. Ich bin auch happy, wenn die Türe mit Spiegel halt 4mm Dicker ist.

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von woodworks » 05.05.2019 - 16:59:29

Wenn der Spiegel die gleiche Größe wie die Türe hat, würde ich sie dünner machen (kann man ja schleifen oder hobeln), wenn der Spiegel kleiner ist (z.B. 20mm Luft außenrum), dann würde ich die Türe gleich stark wie den Rest machen. Zum Spiegel aufkleben gibts spezielles Spiegelklebeband (z.B. von 3M), das ist ein bisschen dicker und sorgt für etwas Hinterlüftung. Ich würde die Türen aber auch als Rahmentüre mit Füllung ausführen, dass kann man auch so lösen, dass es nicht altbacken aussieht (z.b. mit bündigen Füllungen und einer kleinen Schattenfuge). Wenn das Holz krumm werden will, dann wirds krumm, das hältst Du mit einer 20x20mm Gratleiste wirklich nicht auf, außer Du machst sie aus Baustahl :smash:

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 05.05.2019 - 17:11:37

Ich möchte den Spiegel aussenbündig machen. Jedoch habe ich keine Hobelmaschine um eine Türe 2x0.5m von 20mm auf 16mm zu hobeln...
Ich dachte nun daran eine 3-Schichtplatte für die Türen zu nehmen und auf die Rahmenkonstruktion zu verzichten. Bei der 3-Schichtplatte wäre das Hobeln von 20 auf 16mm aber wieder nachteilig wegen dem Verzug :re:

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von schwede » 05.05.2019 - 17:36:39

Servus ???

gekaufte Leimholzplatten oder auch 3-Schichtplatten sind als Schrankfronten nicht wirklich zu gebrauchen.
Vor allem nicht, wenn die Schranktürgröße mal über die Größe eines Küchenunterschrankes hinaus geht.
Bei der Verleimung von Leimholzplatten wird in den meist osteuropäischen Ländern nicht auf Verleimregeln geachtet.
Auch die Lagerung beim Holzhändler in den großen, unbeheizten und zugigen Hallen trägt nicht gerade dazu bei,
dass die Platten gerade bleiben und nicht windschief werden.
Da hilft auch keine "aufgeschraubte Gratleiste" oder eine Gratleiste im traditioneller Herstellung.
Es gibt noch tolle Ausrichtbeschläge für Plattentüren.... :re:
https://www.haefele.de/de/produkt/ausri ... 600040023/


Aus diesem Grund haben sich im Schreinerhandwerk Rahmentüren entwickelt.
In sauber geraden und trockenen Friesen werden Füllungen in einer Nut oder einem Falz gehalten.
Eckverbindung können gedübelt oder geschlitzt sein,
ein Falz oder eine Nut für eine Füllung wird entsprechen gekontert,
auch ist eine angeschnittene Gehrung möglich.
"Moderner" und einfacher ist eine Eckverbindung der Friese auf Gehrung.
Dies macht auch die Sache mit der Nut oder Falz einfacher...

Die Rahmenfriese müssen kein Profil erhalten, sondern können durchaus kantig ausgeführt werden.
Sitzt die Füllung dann noch mit einer Schattennut bündig in der Rahmentür, wirkt dies durchaus modern.

Die Füllung kann aus Massivholz oder furniert sein.

Sollen es wirklich nur ganz glatte Fronten sein, hast du am wenigsten Probleme mit furnierten Spanplatten und Anleimern.
Diese Platten gibt es fertig furniert vom Händler,
besteht die Möglichkeit kann das Furnier auch selbst zusammen gesetzt werden,
und die Platten werden dann in der Presse furniert.
Hat den Vorteil, das die Anleimer nach dem Furnieren nicht mehr sichtbar sind.
Bei Platten vom Händler fällt aber auch eine 2mm starke Furnierkante kaum mehr auf..
Spanplatten werden am wenigsten krumm, da es ja auch fast kein Holz mehr ist.... :re: ,
ist halt aber so.
Vorausgesetzt, beim Furnieren wird alles richtig gemacht...
Es können natürlich auch Stab- oder Stäbchenplatten furniert werden, aber auch die neigen wieder mehr zum Verzug...

Bei der Firma Wittmann Holzverarbeitung bekommst du gute Plattenqualität zu vernünftigen Preisen auf Fixmaß,
Evtl. auch eine Überlegung wert.
Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht!

https://www.wittmann-holzverarbeitung.c ... chtplatten



Klebst du einen Spiegel auf eine Plattentür, wird die zu 100% rund werden,
je nachdem wie stark, gibts interessante Effekte, wenn man in den Spiegel guckt! ;-)
Aber die bereits beschriebene Vorgehensweiße ist schon genau richtig!
Unbedingt Spiegelsilikon verwenden!!!

Die Blum-Topfbänder kannst du schön justieren, damit bekommst du einiges an windschiefen Türen wieder gerichtet!

Ein paar Bilder auf die Schnelle von Rahmentüren, die hier so rumstehen...
20190505_174135.jpg

20190505_174247.jpg

20190505_174424.jpg

20190505_174424-1.jpg


20190505_174500.jpg




P.s.:Hier im Forum ist es üblich, dass sich die Leute kurz begrüßen und auch eine Schlußfloskel angefügt wird.
Ausserdem reden wir uns gerne mit Namen an!
schöne Grüße aus der Oberpfalz
Markus ---> Schwede

*** www.rundes-vom-schweden.de ***

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von Holzpeter » 06.05.2019 - 08:37:15

Hallo ???,

den Ausführungen von Markus kann ich nur zustimmen.

Insbesondere folgendes kenne ich aus eigener, leidvoller Erfahrung:
schwede hat geschrieben:
05.05.2019 - 17:36:39
gekaufte Leimholzplatten oder auch 3-Schichtplatten sind als Schrankfronten nicht wirklich zu gebrauchen.
...
Bei der Verleimung von Leimholzplatten wird in den meist osteuropäischen Ländern nicht auf Verleimregeln geachtet.
Auch die Lagerung beim Holzhändler in den großen, unbeheizten und zugigen Hallen trägt nicht gerade dazu bei,
dass die Platten gerade bleiben und nicht windschief werden.
Da hilft auch keine "aufgeschraubte Gratleiste" oder eine Gratleiste im traditioneller Herstellung.
....
Aus diesem Grunde verleime ich sogar einfache Schneidebretter selbst.

Hölzerne Grüße
Peter :-)
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.
(Mark Twain)

www.petersholzmanufaktur.de

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von UriStefan » 06.05.2019 - 09:46:43

Hallo Schwede:
Sehr schöne Möbel, die gefallen mir auch sehr gut!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Buchenleimhloz aus dem Baumarkt unbrauchbar ist. Sobald man die Folie entfernt, kann man zuschauen wie es sich verzieht, das dauert keine Stunde, dann geht das schon los. Mit hat es sogar Schwalbenschwänze herausgerissen.
Also gutes Leimholz sollte von gedämpfter Buche sein, überhaupt sollte man Buche für Möbel nur gedämpft kaufen und natürlich die Verleimregeln beachten. Trotzdem würde ich auch immer Füllungen machen, die sind dann relativ dünn und die Verzugs-Kräfte sind zu bändigen, wenn denn die Rahmen entsprechend massiv sind.
Ansonsten werden größere Platten immer mit Leisten, am besten in einer sauberen Keilnut eingeschlagen, stabilisiert. Oder man setzt an den Stirnholz-Enden eine Abschlußleiste quer drüber, auch gerne formschlüssig mit Schwalbenschwanz.
Schaut mal bei Ishitani rein, der baut seine Möbel so und ich bin echt begeistert. Ist allerdings auch eine Arbeit, mit der so eine Schrankwand zu einem Lebensprojekt mutiert :-A
https://www.youtube.com/watch?v=dxVQHps1IDw

Gruß

Stefan

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 10.05.2019 - 06:26:01

Hallo schwede

Schöne Möbel zweifelsfrei, eine Rahmentüre möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht machen.

Betreffend Verleimregeln: Woher habt ihr diese Infos? Es gibt doch soo viele Holzverarbeiter, kann mir schwer vorstellen dass da einfach alle Regeln der Technik systematisch missachtet werden?

Ich werde es versuchen mit 3-schicht Platten als Türfronten. Im schlimmsten Fall könnte ich die Türen später immer noch ersetzen, wenn der Verzug zum Problem würde.

Ich stelle mir noch folgende Frage wegen der Verarbeitung: Sollten die Platten möglichst rasch nach dem Transport geölt werden (noch vor dem Verarbeiten) oder sollten die Platten nach dem Transport vor dem Ölen einige Tage ruhen?

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von Touchma » 10.05.2019 - 08:37:31

schwede hat geschrieben:
05.05.2019 - 17:36:39
Klebst du einen Spiegel auf eine Plattentür, wird die zu 100% rund werden,
je nachdem wie stark, gibts interessante Effekte, wenn man in den Spiegel guckt! Aber die bereits beschriebene Vorgehensweiße ist schon genau richtig!
Unbedingt Spiegelsilikon verwenden!!!
offtopic:

@schwede
nimm kein Spiegelsilikon, sondern doppelseitiges Spiegelklebeband und das in kurzen Streifen aufgeklebt.
Funktioniert einwandfrei, die Platte bleibt gerade, hundertfach getestet :mrgreen:
Viele Grüße aus dem Münsterland,
Stefan

Schnell ist nix gemacht!!

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Re: Bau eines Schrankes aus Kernbuche - Fragen zum Holzverzug

Beitrag von skewcrap » 10.05.2019 - 11:13:38

Was verstehst du unter kurzen Streifen?

Ich hätte jetzt wohl 3 vertikale Bahnen gemacht, die Bahnen aber eher durchgehend.

Ich bin immer noch am überlegen, wie ich die Spiegeltüre auf die gleiche Enddicke von 20mm bekomme.

- Ganzes Türblatt (2x0.5m) beidseitig um 2mm abhobeln (16mm+3mm Spiegel+1mm Klebeband = 20mm)?
-Rahmenkonstruktion machen? Wenn ja, welche Füllung? Buhensperrholz 16mm?

Was für eine Rahmenkonstruktion auch sprechen würde ist, dass es bei 5 Türen viel Verschnitt gibt (3-Schicht Platten haben die Dimensionen 2050x1220mm). Bei 4 Türen (+ Spiegeltüre als Rahmenkonstruktion) bräuchte es eine Platte weniger (2 anstatt 3).

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