Bildbericht Mühlenbau

Wie der Titel schon sagt...

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Grissianer
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Bildbericht Mühlenbau

Beitrag von Grissianer » 22.12.2018 - 22:13:30

Hallo
Ich habe heute zwei Mühlen gedrechselt und weil schon einige male ein Bericht zu meiner vorgehensweise angefragt wurde möchte ich diesen jetzt einstellen.
Es wird wohl einiger Bilder bedürfen um einigermasen zu zeigen wie ich vorgehe.
Es sollen zwei Mühlen mit Crush Grint Mahlwerk werden mit Nuss und Braunkernesche.

Erst mal Kanteln rund machen.
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Dann wurde das erste Rundholz fligend eingespannt plan gedrechselt und die Bohrungen einseitig angebracht
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Nun wird das untere Teilstück der Mühle abgeschnitten und das abgeschnittene Unterteil nun eingespannt fertig gebohrt und das Lager eingesetzt.
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Nun wird wieder das Oberrteil eigespannt die Bohrung angebracht, die Nut eingestochen und das Köpfchen eigeschlagen.
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Auf das Köpchen wird nun das Lager angepasst
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Jetzt wird das Unterteil aufgesteckt und die Ausenform fertig gedrechselt
Die Mühle nimmt so langsam Gestallt an.
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Jetzt noch schleifen, Ölen und den Einsatz eindrücken.
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So nummer Erste wär geschaft jetzt noch schnell die Zweite fertig machen
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Das Oberteil wird von Hand nach dem Abstechen fertig geschliffen
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Voala` Da sind sie nun in ihrer vollen Pracht
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Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt mit meinem Bericht.
Und wie immer sind Anregungen und Kritik erwünscht.
Gruß
Anselm
Was ich mir nicht zutraue werde ich niemals lernen!!

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Sternle
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Beitrag von Sternle » 22.12.2018 - 22:44:05

Danke für den Bericht und die Bilder :?oh , hab Dich nicht vergessen mit den Bildern, dauert aber noch :re:
Ich möchte im Leben gern eine positive Spur hinterlassen
Gruß Sternle

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Bernd Schröder
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Beitrag von Bernd Schröder » 23.12.2018 - 08:52:10

Hallo Anselm!
Einen schönen Bericht hast Du eingestellt.

Immer wieder erstaunlich schön wie unterschiedlich ein Jeder
drechselt.
Das gefällt mir so sehr an dem Drechseln.
Mit besten Grüßen aus der Heide!
Bernd

Drechlerhans
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Pfeffermühlen

Beitrag von Drechlerhans » 23.12.2018 - 10:46:45

Hallo Anselm,

danke für Deinen ausführlichen Bericht, das geht sicherlich ruck zuck!

Frage zur Diskussion:

Brauchts das Lager wirklich?
Wird es bei Salzmühlen nicht rosten ?
Ist es ein Rillenkugellager oder ein Nadellager, wg dem Innenring abziehen?

Gerne höre ich darüber

Danke

Grüße

Hans

Grissianer
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Beitrag von Grissianer » 23.12.2018 - 15:12:22

Hallo Freunde
Danke für eure Antworten
Hans fragt ob das Lager nicht rostet und ob es das wirklich braucht?

Nun es ist es so dass das Rillenkugellager aus einfachem Wälzstahl ist und damit auch rosten kann. Die Gefahr dass es aber rostet ist eher gering denn es bleibt eigendlich immer trocken und innen ist es gefettet und verschlossen. Bisher ist jedenfals noch keiner gekommen und hat sich beschwert.

Ein Wort noch zur Sinnhaftigkeit eines solchen Lagers in der Pfeffermühle.
Unbedingt von Nöten ist es natürlich nicht denn sonst würden all die anderen Drechsler die solche Mühlen bauen ein Problem haben.
Aber: Es erleichtert einige Probleme!
1.) Durch das Lager bekommt die Mühle einen extrem leichtgängigen Lauf was die Wertigkeit hervorhebt
2.) Der angepasste Sitz am Mühlenkopf zentriert zugleich das Unterteil der Mühle somitt ist kein Versatz möglich.
3.) Meiner Meinung nach ist es durch den Einsatz des Lagers nicht möglich dass sich das Holz verzieht und deshalb die Mühle später beim Kunden klemmt. Somitt muss das Holz auch nicht mehr so knochentrocken sein wie im anderen Bericht dringendst empfohlen wird. Ich habe bisher zwar schon immer einigermasen trockenes Holz verwendet aber besonnderes Augenmerk hab ich darauf nicht gelegt
Und auch diesbezüglich habe ich noch keine Reklamation gehabt.

Als letztes möchte ich noch schreiben dass es bestimmt viele Möglichkeiten gibt eine Mühle zu bauen . Ich habe halt vielleicht zufällig diese gefunden aber ich binn sehr zufriden und ich benötige meist auch nur maximal 1 1/2 Stunden für eine Mühle .
Das Lager kostet zirka 3,5 € ein gleich großes Lager aus Inox würde zirka 12€ kosten was mir dann doch zu teuer wäre.
Gruß und schönen Sonntag
Anselm
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Eisbär
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Beitrag von Eisbär » 23.12.2018 - 17:24:25

:klatsch: :klatsch: :danke:

Schöne Weihnacht

Josef
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bernardo
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Beitrag von bernardo » 23.12.2018 - 19:09:19

Hallo Anselm,

ja ein sehr schöner Bericht Danke.
Ich hab noch eine Frage zu dem Lager. Sehe ich das auf den Bildern so richtig, du drehst den Durchmesser des Einsatzes vom Kopf (Weißes Kunststoffköpfchen) passend zu deinem Lager ?

Wie schon einige zuvor schreiben, toll wie jeder so seine Variante hat vorzugehen.

Schöne weihnachtliche Grüße
Bernd

Grissianer
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Beitrag von Grissianer » 23.12.2018 - 20:39:48

Hallo
O' nein ! Nein! Nein!!!
Ich drechsle das Lager zurecht :mrgreen:
Gruß
Anselm
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Grissianer
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Beitrag von Grissianer » 23.12.2018 - 20:48:40

Hallo Bernt
Tut mir leid aber das musste sein.
Das ist ja gerade der große Vorteil. Durch das abdrehen des Köpfchens wird es absolut zentrisch und dadurch wird auch die Mühle absolut zentrisch gedrechselt und damit versatzfrei.
Das Köpfchen ist nämlich nicht immer absolut rund, dadurch entsteht meiner Meinung nach auch Versatz.
Man darf nur nicht den Fehler machen und die Mühle in dieser Fase um spannen.
Gruß
Anselm
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bernardo
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Beitrag von bernardo » 23.12.2018 - 20:58:00

:evel Ok Anselm,

danke hatte bis jetzt nur Strässler Mahlwerke verbaut und noch keine Crush Grind mal sehen ob ichs mal probieren werde.
Die Salzmahlwerke von Strässler mit Steckdeckel sind nämlich horrend teuer wie ich meine :motz:
Da würden sich diese CG schon mehr anbieten.
Wie heissen deine Lager von der Bezeichnung her?


Danke
Gruß Bernd

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Schnedo
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Beitrag von Schnedo » 23.12.2018 - 21:15:24

Hallo Anselm

Toller Bericht, besten Dank!
Ich verwende ja immer die Strässler Mahlwerke, das mit dem Kugellager werde ich aber auch mal versuchen. Ich musste schon "zu genaue" Zapfen etwas nachschleifen, da sich das Holz etwas verzogen hatte. Ich werde dann mal den Zapfen aus Kunststoff machen und das Lager verwenden.
Kann mir da jemand ein Material empfehlen für diesen Zapfen?
Gruss Werner

-Centauro TM-120
-Jet 1014
-eine zwischendrin fehlt noch, z. B. Killinger 1450

Grissianer
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Beitrag von Grissianer » 23.12.2018 - 21:22:19

Hallo
Weil ihr gefragt habt.

6705-2RS Rillenkugellager 6705 2RS / 61705 2RS 25x32x4 mm 50Stück 3,11€
http://www.kugellager-express.de/
Gruß Anselm
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tschigg
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Beitrag von tschigg » 24.12.2018 - 06:53:34

Hoi Anselm,
interessanter Bericht.
Müssen immer noch unser Treffen mit Max und Uns organisieren.
Im Herbst hattest Du mit Ernte eilig. Bis Ende Dezember habe ich noch Einiges mit meiner Arbeit zu erledigen.
Melde mich im Jänner.
Gesegnete Weihnachten
Thomas

fidelis
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Beitrag von fidelis » 25.12.2018 - 19:43:39

Servus Anselm.
Vielen Dank für Bericht und Bilder! Jetzt kann ich alles verstehen. Vorallem das vor-vorletzte Bild hat Klärung verschafft. Du musst sozusagen das Holz "opfern" das noch im Spannfutter eingespannt ist, damit das ganze System klappt.
Habe vorhin gerade mit dem Ralph telefoniert. Wahrscheinlich werden wir uns eh Anfang Januar sehen, dann kann man ja mal bisschen quatschen. :)
Liebe Grüße
Fid
Fantasie Ist Wichtiger Als Wissen, Denn Wissen Ist Begrenzt. Fantasie Aber Umfasst Die Ganze Welt. (Albert Einstein)

Grissianer
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Beitrag von Grissianer » 26.12.2018 - 18:04:37

Hallo fidelis
Es ist nicht notwendig auch nur einen cm Holz zu opfern.
Man kann auch anders spannen!:
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Beim Abstechen kann man dann auch so schräg einstechen dass am Spitz der Mühle gar kein Holz übrig bleibt.
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Damit ist auch das Problem gelöst
Gruß
Anselm
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Pfeffermühlen

Beitrag von Drechlerhans » 26.12.2018 - 19:00:38

Hallo Anselm,

schön, wirklich allle Fragen beantwortet.

Und dann noch am Bündchen DRM 25 nochmal aufnehmen und Oberseite sauber schleifen mit angetriebenem Werkzeug, perfekt.

Vielen Dank

Grüße

Hans

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Beitrag von Grissianer » 26.12.2018 - 19:47:16

Hallo Hans
Das hab ich mir auch schon überlegt aber es dann sein lassen.
Ich hab nicht die geeigneten Backen und befürchte daß das Köpfchen zu klein ist und auch zu wenig Halt bietet. Der Mühlenkopf ist doch dafür recht schwer, deshalb bin ich bei der freihändigen Methode geblieben.
Gruß
Anselm
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Beitrag von Eisbär » 26.12.2018 - 19:54:08

Hallo Hans,

ich stecke den gesamten Kopf einfach auf ein Stück abgesägtes Achsenteil gespannt im Bohrfutter.

Vorsichtig angefahren und mit leichtem Druck mit Schleifpapier oder Öltuch geht das prima.

Viel Erfolg

Josef
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Drechlerhans
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Beitrag von Drechlerhans » 27.12.2018 - 09:39:09

Hallo Anselm,
Hallo Josef,

Anselm, habe verstanden, danke.
Josef, lerne gerne dazu, danke und frage nach, wie und was machtst Du da?

Gerne Antwort per PN

Grüße

Hans

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Beitrag von Eisbär » 27.12.2018 - 10:17:44

Drechlerhans hat geschrieben:....wie und was machtst Du da?
Hallo Hans,

eine Möglichkeit die Oberseite des Kopfes zu fertig zu schleifen, ölen, wachsen:
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Viel Erfolg

Josef
Der Eisbär Bild

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Beitrag von Drechlerhans » 27.12.2018 - 10:31:22

Hallo Josef,

Danke und an Alle Freunde,

einen Guten Rutsch ins Neue Jahr, bleibt gesund.

Grüße

Hans

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Beitrag von Grissianer » 27.12.2018 - 16:28:52

Hallo Josef
Eine super Idee werd ich gleich heute ausprobieren :danke:
Und guten Rutsch ins neue Jahr
Anselm
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Beitrag von jenne79 » 27.12.2018 - 20:48:43

Josef die gefallen mir sehr gut. Danke für einen Einblick in deine Vorgehensweise.

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Re: Bildbericht Mühlenbau

Beitrag von hansjakob48 » 31.01.2019 - 14:31:37

Hallo zusammen,
sehr schöne Ergänzungen zu dem Bildbericht von Anselm, der eine sehr gute und schnelle Arbeitsweise für Mühlen hier aufzeigt.
Eine Frage an Anselm hätte ich noch: Das Lager wird das eingeklebt oder sitzt es nur straff eingespannt!

Danke an alle die hier den Bericht vervollständigten!

Freundliche Grüße aus dem schönen Breisgau
Hartmut
Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter ist eine Welt voller Märchen und Wunder. (Theodor Heuss)

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Re: Bildbericht Mühlenbau

Beitrag von Grissianer » 31.01.2019 - 22:49:05

Hallo Hartmut
Das Lager hällt normalerweise auch drinnen wenn es nur klemmt. Aber: es ist oft nicht leicht so genau zu arbeiten und es sind schnell mal ein bis zwei Zehntel mm zu viel weggedrechselt. In diesem Fall klebe ich das Lager mit etwas dickflüssigem Sekundenkleber ein. Dabei muss man aber vorher die Innenwandung des Rohlings etwas schräg andrechseln denn es darf kein Kleber auf den Innenring des Lagers gelangen.
Beide Varianten ob geklebt oder nicht sind für den Kunden aber nicht ersichtlich und daher auch nicht von Bedeutung allenfalls bei einer Reklamation wegen Rost wäre ein blos eingeklebtes Lager warscheinlich leichter zu ersetzen.
Gruß
Anselm
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