Mondholz

Allgemeine Themen rund ums Holz

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Argus
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Re: Mondholz

Beitrag von Argus » 08.04.2021 - 10:04:42

SteffenM hat geschrieben:
08.04.2021 - 09:53:27
Ich glaube gern, dass ich die Leistungen eines klugen Tieres durch mein Verhalten beeinflussen kann.
ich glaube, irgendwo gelesen zu haben, das man auch Tiere mit Placebos heilen konnte. Immerhin wissen die nicht was ein Medikament ist und glauben daran. Wenn also der Veterinär dem Herrchen ein Medikament übergibt, welches die letzte Rettung ist, dann überträgt sich die positive Erwartungshaltung derart massiv auf das Tier, sodass die Selbstheilungskräfte einen Ausschlag geben können.

Gruß Frank
een Dag ahn ofdreihen is nich utslaten, aver bruuklos

guweller
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Re: Mondholz

Beitrag von guweller » 08.04.2021 - 11:54:57

Man kann sogar an Zellkulturen einen Effekt von Homöopathie nachweisen, wenn die auswertende Person weiß welche Kultur was ist. Das geschieht ganz unbewusst, man ist sich etwa bei einer Zählung unsicher, undentscheidet dann: ach ich zähl nochmal nach... und schon reicht die normale Messschwankung aus um ein Ergebnis zu verbiegen.
So eine Einflussnahme der persönlichen Annahmen auf ein objektives Messergebnis ist zum Beispiel auch in der Physik (ganz ohne Esoterik) gut dokumentiert. Etwa bei der Elementarladung des Elektrons. Millikan hat mit seinen Experimenten einen Wert etabliert, dabei aber leider mit einer leicht falschen Viskosität sein Ergebnis berechnet. In der Folge wurden immer neue und genauere Messungen durchgeführt und bei jeder Publikation sank der Wert ein kleines bisschen. Einfach weil der Experimentator eher Ergebnisse verworfen hat als Ausreißer die sich zu stark vom publizierten Wert unterschieden.

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Re: Mondholz

Beitrag von wolfgangsiegel » 08.04.2021 - 14:52:42

dass Tiere auf Homöopathie reagieren wurde mir auch öfter zugetragen. (so, dass ich davon ausgehe, es stimmt)

Ob es dazu wissenschaftliche (widerholbare) Untersuchungen gibt, weiß ich nicht. (deshalb bin ich diesbezüglich nicht sicher)


Meine Erklärung ist, dass (neben möglichen, direkten medizinischen Wirkungen) liebevolle Zuwendung einen (nicht garantierten) Heilungs-Effekt hat. Ob bei Tieren, Menschen oder Pflanzen, halte ich für weniger wichtig (ich sag' ja, ich bin ein Bisschen Esoteriker)
Ein Teil dieser Zuwendung wirkt (so meine Theorie) durch den Plazebo-Effekt, ein Teil durch "andere" Aktivierungen der Heilungs-Kräfte.

Dass Letztere entscheidend wichtig sind, wird ja auch von vielen Schulmedizienern so gesehen ... und da wird weniger gefragt, wie genau die denn wirken. Erfahrung eben (die haben ja sogar Schulmediziener) :-C
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Kunze
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Re: Mondholz

Beitrag von Kunze » 08.04.2021 - 17:28:47

Moin
der Homöopathie stand ich früher sehr skeptisch gegenüber! (Placeboeffekt)
Seit meine Frau unsere Tiere (Pferd, Hund, Katze) bei kleineren Wehwehchen damit erfolgreich behandelt, nutze ich die Medizin ab und zu auch. ;-)
Gruß

Ralf
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remus
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Re: Mondholz

Beitrag von remus » 08.04.2021 - 19:16:30

Hallo zusammen

was sagten die Kollegen früher vornehm? "ich nehme eine abwartende Haltung ein"
das ist heute keinem mehr vermittelbar, also wird homöopathisch behandelt, schadet ja nichts....
einen Nutzen konnte aber auch noch niemand nachweisen
ein wissenschaftlich exakter Nachweis geht nur mit Doppel-Blindstudie, da weiß der Therapeut selbst nicht was er anwendet und
beeinflußt somit nicht das Ergebnis
wo wir gerade bei Mondholz und Homöopathie sind, da fehlt glatt noch die Zirbe und der damit verbundene Aberglaube...

ich habe fertig...

Viele Grüße
Rolf
"Wer glaubt Frauen zu verstehen, kann auch Holz schweißen"

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Re: Mondholz

Beitrag von Dilettant » 08.04.2021 - 19:49:58

Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.
Herr K. sagte: "Ich rate dir nachzudenken, ob dein Verhalten, je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde.
Wenn es sich nicht ändert, können wir die Frage fallen lassen.
Würde es sich ändern, kann ich dir wenigstens soweit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden:
Du brauchst einen Gott."
Bertold Brecht


Gruss Rainer

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Re: Mondholz

Beitrag von wolfgangsiegel » 09.04.2021 - 13:56:21

nutze ich die Medizin ab und zu auch
oben habe ich ganz flott behauptet, ich hätte keine "echte" Wirkung der Homöopathie bei mir erlebt.

Was meine "echten" Zipperlein betrifft, die ich gerne los wäre, stimmt das auch.

Aber ich hatte einen Zahnarzt (inzwischen wohne ich woanders), der hat in manchen Situationen Homöpathie gegeben.
Da hat es - auch bei mir - gewirkt. (das waren immer kurzzeitige Wirkungen weil auch nur kurzzeitig nötig)
Es gab aber keine 100 Patienten, die parallel dazu - mit denselben Problemen, mit und ohne Globuligabe - beobachtet wurden. ... leider :heul
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Re: Mondholz

Beitrag von Catweazle1959 » 09.04.2021 - 17:23:21

Dann können wir jetzt auch über Hufeisen reden ;-)

vom Aberglauben

Gruß
Stefan
Blessed is the man who, having nothing to say, abstains from giving wordy evidence of the fact.

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Re: Mondholz

Beitrag von Atanatar » 09.04.2021 - 20:17:33

Oh je.
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fsmart
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Re: Mondholz

Beitrag von fsmart » 09.04.2021 - 22:15:44

Hallo,

nachdem hier viel sinniges und unsinniges geschrieben wird, möchte ich auch meinen Senf dazu abgeben.
Es wird mir zuvieles vermengt. Da wird, ausgehend vom Mondholz gleich auch noch die Homöopathie und
letztendlich der liebe Gott durch den Kakao gezogen.
Das Problem scheint wir das Bewußtsein zu sein, dass wir ja alle sooo toll naturwissenschaftlich gebildet
sind und dass alles was in dieses kleinen Ausschnitt des Wissens nicht hineinpasst negieren und als nicht
wissenschaftlich verächtlich machen.
Die Geschichte mit dem Mondphasenholz stellt eine Jahrhunderte alte Wissensform dar, die sich natürlich
nicht jedem erschließt, vorallem wenn er mit wissenschaftlichen Scheuklappen in die Welt blickt. Leider zählt
heute Erfahrung nicht so viel wie frisch an der Uni erworbenes Wissen.
An Homöopathe glaube ich nicht, ich weiß,dass sie wirkt. Allerdings weiß ich auch nicht wie sie wirkt.
Auch ich bin naturwissenschaftlich vorgebildet (naturwissenschaftliches Gymnasium, Studium an einer
technischen Universität). Auch ich stand der Homöopathe skeptisch gegenüber. Gut sei dank durfte ich ihre
Wirksamkeit persönlich mehrfach erleben, ohne zunächst an eine mögliche Wirkung zu glauben. Im übrigen meinte
mein früherer Hausarzt: "Wer heilt hat recht!"
Mit dem lieben Gott ist das auch so eine Sache. Ich weiß nicht ob ihn und wie es ihn gibt. Ich bin allerdings
davon überzeugt, dass wir Menschen mit unserem vermeintlichen Wissen nicht der Weisheit letzter Schluss sind.
Soll heißen es gibt auch noch mehr als uns "gescheite" Menschen.

Folgendes Satz von remus finde ich schon recht arrogant: "wo wir gerade bei Mondholz und Homöopathie sind, da fehlt glatt noch die Zirbe und der damit verbundene Aberglaube..."

Viele Grüße

Martin
Viele Grüße aus Freising

Martin

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Holzpeter
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Re: Mondholz

Beitrag von Holzpeter » 09.04.2021 - 23:19:45

Hallo Martin,

bei allem gebotenen Respekt!

Beim Mondholz handelt es sich weder um eine Jahrhunderte alte Wissensform noch um Erfahrung.
Hier werden nur Legenden, Geschichten und Behauptungen weitergetragen bzw. aufgestellt.
Man zeige einen einzigen Beweis, dass Mondholz weniger reißt oder arbeitet, weniger von Schädlingen befallen wird, schlechter (oder nicht!) brennt u.s.w..
Das wird nun seit ca. 250 Jahren untersucht und es gab keinerlei Ergebnisse, die die Legenden bestätigen.
Dabei ging es nicht um irgend welche Messwerte, sondern einfach um die für jeden sichtbaren Eigenschaften (Schwinden, Trocknungsverhalten, Dauerhaftigkeit, Brennbarkeit u.a.). In dem Link von der TU Dresden ist vieles zusammengefasst.
Dort sind auch Beispiele von Mondholz gezeigt, die genau ein gegenteiliges Verhalten aufwiesen - eben weil das Holz unfachgemäß behandelt wurde.
Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass jemand, der sein Holz nach dem Mond einschlägt, sich ganz besonders mit den Eigenschaften der Bäume und den Lagerungs- und Trocknungsanforderungen des Holzes u.s.w. beschäftigt hat. Er wählt daher die Bäume besonders sorgfältig aus und wird dieses Holz auch unter möglichst idealen Bedingungen weiterbehandeln.
Daher hat dann solches Holz oft auch eine sehr gute Qualität.
Das wäre aber auch der Fall, wenn so einem Holzfäller erklärt worden wäre (und er daran glaubt), dass die Windrichtung den idealen Fälltermin angibt....oder auch dass alles piepegal ist....

Es steht jedem frei, meinen oben vorgeschlagen Versuch durchzuführen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.....
Ich werde es nicht tun - ich kenne das Ergebnis schon (Ich weiß...das ist wieder reine Überheblichkeit :peace....aber beweise mir einer meinen Irrtum - bitte) .

Zum Thema Homöpatie kann ich nur sagen, dass ich auch nicht daran glaube.
Ich weiß, dass es Humbug ist (was allerdings nicht der Existenz des Placeboeffekts widerspricht).
Als Jugendlicher bekam ich wegen der bekannten pubertären Hautprobleme homöopathische Mittel.
Meine Eltern holten diese aus der Apotheke und ich hatte zu dieser Zeit keinerlei Ahnung, was Homöopathie überhaupt ist.
Für mich waren das eben Medikamente, die mein Problem beheben sollten.
Die Dinger bewirkten niiiiichts, aber auch rein gar nichts.
Später bekam ich dann richtige Medikamente, die sofort anschlugen....
Ca. 10 Jahre später begann ich mein Studium in Köthen(Anhalt)...Die Homöopathen kennen die Stadt sicher (Hahnemann, Lutze).
Erst dort beschäftigte ich mit damit, was Homöopathie ist...und auch erst dann begriff ich...
Ich möchte allerdings ausdrücklich den Herren Hahnemann und Lutze zu gute halten, dass zu damaliger Zeit diese "alternative" Medizin eine echte positive Alternative zu den üblichen Aderlässen und Quecksilber-Pillen war.
Da war der Placeboeffekt der Globuli in Verbindung mit den natürlichen Selbstheilungskräften unseres Körpers definitiv nützlicher, als die sonst übliche Behandlung - keine Frage.
Mittlerweile ist das aber eben weitgehend überholt.

Hölzerne Grüße
Peter :-)

P.S.: Zu diesem sogen. "lieben" Gott schreibe ich besser nichts....
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.
(Mark Twain)

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Re: Mondholz

Beitrag von Mue » 09.04.2021 - 23:25:47

Hallo Peter,
Ich bin voll auf deiner Linie aber ich glaube du meinst Martin?
Manfred

P. S. Da es reichlich Manfreds hier gibt kann ich noch Thomas as zweiten Vornamen anbieten. Mein Nachname ist allerdings auch kein Alleinstellungsmerkmal....

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Re: Mondholz

Beitrag von Holzpeter » 09.04.2021 - 23:28:25

Mue hat geschrieben:
09.04.2021 - 23:25:47
...ich glaube du meinst Martin? ..
UUPS...Hast recht - hab's oben korrigiert...
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persönliche Erfahrungen > Fremdwissen

Beitrag von SteffenM » 10.04.2021 - 01:05:57

fsmart hat geschrieben:
09.04.2021 - 22:15:44
Leider zählt heute Erfahrung nicht so viel wie frisch an der Uni erworbenes Wissen.
Guten Abend Martin,

ich behaupte mal, dass es genau anders herum ist: Fast jeder wird Erfahrungen über theoretisches Wissen stellen wird, sofern es seine eigenen, persönlichen Erfahrungen sind. Wer aber gar keine Erfahrungen mit Mondholz gemacht hat, dem bleiben nur das theoretische Wissen und die Erfahrungen anderer Menschen.

Ein Messgerät ist objektiver als die Wahrnehmung und das Erinnerungsvermögen eines Menschen. Von daher werde ich eher den Menschen glauben, die ihre Erfahrungen mit Messwerten belegen können. Die Erzählungen von früher haben aber auch ihre Existenzberechtigung. Sie beflügeln die Fantasie. :-)

Wer glaubt, dass Mondholz etwas ganz Besonderes ist, der wird diese Besonderheit auch entdecken.

Schlaf gut!
Steffen

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