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Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Allgemeine Themen rund ums Holz

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Trismegistos
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Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 12.11.2022 - 13:18:41

Hallo,

Im Dorf standen zwei Apfelbäume die seit Jahren tot sind. Der Besitzer hat sie gestern umgenietet um sie als Brennholz zu verkaufen. Der eine Stamm ist in der Mitte schon ziemlich morsch und insgesamt in prekärem Zustand, der kommt nicht in Frage. Auf dem zweiten Bild ist der andere Baum, der laut Besitzer auch schon lange tot sein soll. Das Holz sieht jedoch ganz hübsch aus. Ich durfte mir testweise eine dicke Scheibe absägen und zwei Schalenrohlinge draus machen. Nun stellt sich die Frage, ob das Holz zum drechseln taugt? Ich werde es natürlich ausprobieren aber die müssen zügig Bescheid bekommen ob ich den restlichen Stamm nehme, sonst wird er heute Nachmittag klein gemacht. Durchmesser sind so 35-40cm. Was darf das Kosten? Sie wollen es zum aktuellen Brennholzpreis verkaufen, vielleicht auch etwas günstiger weil sie sich die Arbeit des Spalten sparen. Nur was bedeutet Brennholzpreis? Ich finde online immer nur Buche und dann auch unterschiedliche Preise.. Bitte helft mir mit eurer unendlichen Weisheit! :danke:

Hier die Bilder:
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Morscher Baum
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Schöner Baum
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Vielen Dank und liebe Grüße,

Manuel

bernardo
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von bernardo » 12.11.2022 - 14:00:40

Hallo Manuel,

im besten Fall 2 Kasten Bier , max 50 € (wäre es mir Wert) oder 1 - 2 Gegenstände aus dem Holz anbieten zu machen (Schale/Flaschenstopfen) Das Holz ist aber schön :peace
Wenn er schon wirklich lange dürr ist, wird das spalten keine schöne Arbeit werden ;-)

Gruß Bernd

Trismegistos
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 12.11.2022 - 15:19:05

Vielen Dank für die Einschätzung! Bekomme ihn nun für 20€ und fahre jetzt mit frisch geladener Säge los!

Mue
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Mue » 12.11.2022 - 16:38:17

Moin

erst mal vorweg: Apfel ist schönes Holz und Mühe wert.

Oft sind die Stämme aber schon mehr oder weniger hohl bis angefault. Daraus kann man dann auch wieder weniger machen, Schalen mit Fehlstellen können nett sein aber man will ja nicht nur Solche.

In diesem Fall würde ich nicht mal 2 Kästen Bier investieren, nehmen kann man es, aber es hat nur den Wert von angegammeltem Brennholz.

Am Anfang habe ich auch jedes Stück genommen und nach dem Zuschneiden, Trocknen und Drechseln oft feststellen müssen dass nicht viel Brauchbares übrig war.

Manfred

Grissianer
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Grissianer » 12.11.2022 - 20:37:31

Hallo
Du bist ein Glückpilz! 20€ sind für den zweiten Stamm eher wenig.
Das Holz ist wirklich schön du kannst daraus Kanteln für Mühlen oder auch Schalenrohlinge machen.
Der Stamm im ersten Foto ist wertlos.
Gruß
Anselm
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Trismegistos
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 12.11.2022 - 20:43:08

Habe jetzt den gesamten Stamm in Häppchen zerlegt und glücklicherweise ist bis auf das Unterste Stück an der Wurzel nichts durchgefault. Würde es nicht für Schalen taugen wäre es ein Lebensvorrat Penblanks und Messergriffe geworden. Glücklicherweise sind die rausgesägten Schalenrohlinge rundum massiv, ohne Risse oder faulige Stellen. Ein Glücksgriff für 20 Euro, wenn ich mir mal die Preise im Netz anschaue für so eine Menge Apfelholz. Und das ist dann meist nicht so schön gemasert. Ich freue mich sehr!
Bleibt abzuwarten wie viel von der schönen Farbe erhalten bleibt. Wie ist das denn mit den Bäumen, wenn sie jahrelang tot an Ort und Stelle stehen? Müsste dann das Holz nicht schon ziemlich trocken sein? Ich finde das ehrlich gesagt sehr schwer einzuschätzen. Ich kenne trockenes Holz und ich kenne frisches „lebendiges“ Holz - dieser Apfelbaum ist weder noch.

Wie schnell trocknet ein kompletter Baum wenn er den Witterungen ausgesetzt ist?

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Oberförster
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Oberförster » 12.11.2022 - 21:12:48

Manuel,
die 20 € sind sicher gut investiert, auch wenn der zweite Stamm ziemlich sicher kein Apfel sondern ein Birnbaum ist, zumindest der Rinde nach.
Die Zeichnung ist auf jeden fall schön, und zum Bearbeiten ist die birne sicher genau so gut wie ein Apfelbaum!

Ich wünsch dir viele schöne Stunden beim drechseln
Hannes
Dummköpfe halten ihr Brett vor dem Kopf für ihr Aushängeschild.

Trismegistos
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 12.11.2022 - 23:16:10

Lieber Hannes, vielen Dank für den Hinweis! Ich hatte tatsächlich auch schon meinen Zweifel daran, dass es sich um Apfel handelt. Jedoch meinte der Besitzer, er habe nur Apfelbäume dort stehen. Vermutlich hat der Baum einfach schon vor etlichen Jahren sein letztes Obst gestiftet und darum sind die Erinnerungen des netten Herrn etwas getrübt :-L

Grissianer
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Grissianer » 12.11.2022 - 23:27:00

Hallo
Nein, die ist nicht getrübt! Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Apfelbaum, könnte sogar ein Brettacher sein. Grafensteiner machen auch solche Holzbilder.
Übrigens Birne kann es gar nicht sein denn die hat niemals so einen abgegrenzten Splintbereich.
Also behandle ihn gut, dann hat er noch ein langes Holzleben vor sich. Das könnte sogar für eine wunderschöne Tischplatte reichen.
Aber Vorsicht, sehr langsam trocknen, die Brettenden versiegeln und nichts vergeuden.

Gruß
Anselm
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mascheck
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von mascheck » 13.11.2022 - 00:02:49

Grissianer hat geschrieben:
12.11.2022 - 23:27:00
könnte sogar ein Brettacher sein. Grafensteiner machen auch solche Holzbilder.
Übrigens Birne kann es gar nicht sein denn die hat niemals so einen abgegrenzten Splintbereich...

Hallo Anselm, du bist nicht nur ein heyliger Drechsler, du scheinst auch ein heyliger Pomologe zu sein.

Vom Foto der Schnittfläche eines gefällten Baums Sorte bestimmten können sicher nicht viele.

Für meine laienhaften Kenntnisse könnte es sehr wohl eine Birne sein mit einem ausgeprägten roten Falschkern. Dann wäre es ein wahrer Schatz.
Die Rinde, so sie auf dem Foto erkennbar ist, geht für mich eher in Richtung Birnen.

Der Winkel der Leitäste deutet auf eine Champagner - Bratbirne oder auf eine Schweizer Wasserbirne. (Das war jetzt ein Witz 😇)

Auf alle Fälle hat der Manuel die 20 Euro gut investiert.

Bitte zeig uns weitere Bilder, wenn du den Stamm filetiert hast und bitte auch ein Detailfoto von der Borke.

Rundgedrehter Gruß Martin
Wood is like a box of chocolates..
Martin Gump

Trismegistos
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 13.11.2022 - 00:07:26

Dann also doch Apfel! Oder nicht? Wem soll ich nun glauben? :-L Ich danke euch für die Info! Vergeudet wird nichts, das verbietet der Schwabe in mir :no

Eine Tischplatte aus diesem Holz wäre wirklich traumhaft schön, jedoch habe ich keine Möglichkeit selbst Bohlen rauszusägen. Außerdem trockne ich seit Jahren eine sehr schöne Kastanie für einen neuen Esstisch. Aus dem Apfel werden in erster Linie Schalen und aus den Resten Messergriffe. Die Späne werden zu Briketts gepresst. Die Rohlinge habe ich an den Stirnseiten versiegelt. Soll ich die zusätzlich in Frischhaltefolie wickeln? Gelagert werden sie in der Garage. Alternativ könnte ich in einer größeren Gartenhütte ein neues Holzlager aufmachen.

Ich bin ja noch ganz frisch im Drechselwahn und lerne noch. Nur wäre es zum heulen wenn so schönes Holz aufgrund falscher Lagerung reißt! Die pdf aus dem Forum kenne ich und auch diverse Threads zum Thema, jedoch ist es eine Sache die Theorie durch lesen anzueignen, das Gelernte in die Tat umzusetzen ist etwas anderes. Die Praxis ist dann meist nicht ganz so einfach. Zumindest fühlt es sich nicht so an.
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DirkM
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von DirkM » 13.11.2022 - 06:35:26

Manuel,
Erstmal Glückwunsch zum Fang!
Ich weiss selbst noch wie schwierig es bei mir am Anfang war an Holz zu kommen und das dann auch noch richtig zu lagern.
Das meiste Holz meiner ersten Lagerversuche ist mittlerweile Brennholz geworden.
Warum?
Ein paar Beispiele:
-Ich habe es nicht der Länge nach aufgeschnitten.
-habe nicht das Kernbrett entfernt
-habe die Enden nicht mit Anchorsal versiegelt
Und das schlimmste......ich hatte nicht mit den ganzen kleinen Viechern gerechnet, die das Holz zu ihrem persönlichen Zuhause erklärt haben.

Was ich heute mache?
Schritt 1-3
Dann so schnell wie möglich die Schalen verdrehen,bevor die bei mir dann doch direkt fertig gemacht werden.
Und ....Rinde ab!
Bei Pflaume wird es im übrigen schwer überhaupt eine Schale zu machen,die nicht beim trocknen reißt.
Pflaume hat da einen sehr schlechten Ruf!
Kanteln werden da schon mehr Erfolg versprechen!
Dennoch, die ersten Rohlinge sind schon ware Schätze und ich wünsche dir viel Freude damit!
Vielleicht helfen dir meine Fehler ja etwas!

Gruß aus Brühl
Dirk
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Grissianer
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Grissianer » 13.11.2022 - 07:28:27

Hallo
Ja Schalenrohlinge vordrehen (Dicke der Wandung 10% des Durchmessers) und dann die Stirnseiten mit etwas Ancorsel einschmieren, dann angetrocknet mitsammt den Spänen in einen Papiersack und ab in einen kühlen nicht ganz zu trockenen Raun. Ein Gartenschuppen ist im Winter gut im Sommer aber zu trocken und auch zu warm.
Wenn dus ganz gut machen willst dann überdrehe die Rohlinge so alle 6 bis 8 Monate einmal ganz leicht.
Damit habe ich die beste Erfahrung gemacht ,solch eine Pflege hilft sogar bei Pflaume wenn man das Splitholz entfernt.

Gruß
Anselm
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von faessla » 13.11.2022 - 08:34:03

Regel Nr. 1 neben den genannten ist, dass der Kern großzügig rausgeschnitten werden muss. Dann stehen die Chancen gut, dass die Stücke rissfrei trocknen.
Das Vordrechseln von Schalen ist aber dennoch zu empfehlen.

Trismegistos
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 13.11.2022 - 09:16:07

Vielen Dank für die Glückwünsche. Ich freu mich auch sehr über das Holz! Die Stirnseiten hatte ich direkt bei Ankunft zuhause versiegelt, aber auf Grund mangelnder Alternativen mit Weißleim D3. Einige Rohlinge hatte ich auch direkt gestern Abend im Dunkeln mit Stirnlampe etwas in Form gebracht. Da es dann aber zu spät wurde konnte ich die Nachbarschaft nicht länger mit dem Lärm belästigen. Heute am Sonntag kann ich auch nicht weiter sägen… Grrr wer hat das mit dem Ruhetag erfunden?! :smash:

Also werde ich heute mal die ersten Rohlinge vordrechseln und morgen den Rest weiter zusägen. Die restliche Rinde entferne ich gleich heute noch.

Eine Frage noch. Ich habe schon öfters gesehen, dass einige das Holz in der Mitte durch den Kern sägen, anstatt das komplette Kernbrett rauszunehmen. Ich selbst habe wann immer die Formgebung es zugelassen hat das Kernbrett entfernt. Nur manchmal wäre bei diesem Vorgehen kein wirklich schöner Rohling entstanden. In diesen Fällen habe ich mitten durch gesägt. Ein Fehler? Soll ich morgen noch den halben Kern entfernen? Oder reicht es zügig vorzudrechseln und dabei vom oberen Rand der Schale so viel wegzunehmen, dass der Halbe Kern verschwunden ist?

Hier nochmal ein Bild vom schönen Holz :peace
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Michael Steyer
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Michael Steyer » 13.11.2022 - 10:13:25

Tja, über Regeln kann man sich wunderschön streiten. ;-)

Meine Regel Nr.1 könnte lauten: "Es gibt keine Regeln" oder, etwas abgeschwächt "Es gibt keine Regeln ohne Ausnahme".

Den Kern großzügig rausschneiden vermindet natürlich die Gefahr des reißens. Dann ist der schöne Kern aber natürlich auch, je nachdem wie großzügig man ist, mehr oder wenigter weg.

Meine Vorgehensweise war immer: Ich teile den Stamm exakt durch den Kern. Die Schalenrohlinge verziehen sich (die Jahresringe wollen gerade werden - Danke für diese einfache Denkhilfe nach Rosenheim). Der Rohling wird oval und der Teil, wo der Kern war, steht am meisten nach oben. Da hat es evtl. auch Risse gegeben. Der Teil fällt aber, wenn ich die Schale fertig drechsle, ja sowieso weg.

Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass der Riss weitergeht. Aber so habe ich zumindest die Chance, soviel wie möglich zu erhalten. Wenn ich den Kern gleich von Anfang an weg schneide, ist er eh weg und ich verlire noch mehr von der Kernverfärbung.

Ich weiß, dass das nicht der gängigen Lehrmeinung entspricht. Aber die "gängige Lehrmeinung" ist zum Teil mittlerweile 70 Jahre alt und da hat sich mitterweile an den Ansprüchen doch einiges geändert. Und warum sollte man nicht selbst den Kopf verwenden und einfach mal rumprobieren.

Schönen Sonntag noch
Michael

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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von hera » 13.11.2022 - 10:18:24

Ich möchte deine Freude über das schöne Holz nicht trüben, aber denke dran, das das meiste des schönen Holzes in den Spänen landet. Heißt, bei dem Durchmesser wirst du entweder kleine Schalen machen, wenn du viel Kern haben möchtest, oder es wird viel Splint mit etwas Kern und reichlich Rissgefahr.

Bei kleineren Stämmen würde ich mehr Kanteln schneiden, als mit Gewalt zu versuchen, Schalen zu machen.. (klein wäre wohl schon 30cm)
Dann hast du das Problem mit den Kernrissen gelöst, und die Welt hat reichlich Messergriffe, die ja auch gebraucht werden...

Viel Spaß damit.
Grüße
Hermann
Das Leben ist zu kurz für schlechten Wein und stumpfes Werkzeug !

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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Grissianer » 13.11.2022 - 10:56:44

Hallo
Das Kernbrett rausschneiden ist grundsätzlich schon richtig, deshalb schneide ich gerne ein Brett mit 6,5cm mittig raus so kann man daraus Kanteln für Mühlen schneiden und damit ist gar kein Holz verloren.
Wenn es aber Schalen werden sollen und es ist nicht genug Umfang da dann würde ich durch die Mitte schneiden und dann verfahren wie oben beschrieben.

Gruß
Anselm
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 13.11.2022 - 11:41:53

Bei den größten Stücken sind Schalen bis ca. 35cm Durchmesser drin. Arg viel mehr gibt meine Maschine ohnehin nicht her, was nicht schlimm ist, denn ich empfinde besagte Größe als sehr angenehm im Haushalt. Da ist dann natürlich auch Splint dabei, aber von allen Hölzern die mir bisher unterkamen wirkt der Splint des Baums „kernigsten“ - sehr fest und dicht. Beim ersten andrechseln konnte ich bezüglich der Festigkeit und Oberflächengüte keinerlei Unterschied zum Kernholz ausmachen. Ich weiß, das muss nichts heißen und gerade die ein oder andere Obstsorte ist sehr rissfreudig und verformungswütig. Aber schlussendlich bleibt es Kaffeesatzlesen. Ich werde einfach rumprobieren und meine Erfahrungen damit machen. Im worst case wäre es kein großer finanzieller Schaden, der emotionale dagegen wäre erheblich.

Bei den Stücken die das Kernbrett hergaben habe ich sehr schöne Kanteln erhalten. Jetzt wünschte ich, ich hätte noch mehr Holz bekommen, denn die haben noch einen dritten Baum ähnlicher Güte gefällt. Der soll aber wie der Rest „meines“ Baumes zu Brennholz werden :heul

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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Michael Steyer » 13.11.2022 - 12:28:34

Zwei Halbmonde auf beiden Seiten der Schale sehen m.E. bescheiden aus. Wenn man den Umfang beibhalten will, kann man das vermeiden, indem man die Schale nicht so tief macht. Dann hat man auch viel vom Kern.

Nachdem ich am Anfang das max. an Größe an Schale aus dem Holz raus holen wollte, habe ich mir die Aussage eines renomierten Drechslers in Bezug auf Holz zu Herzen genommen ("Wir ham's doch.") und versucher jetzt aus dem Holz die schönste, aber nicht mehr die größte Schale zu machen.

Viele Grüße
Michael

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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 13.11.2022 - 22:24:25

Ich werden schon drauf achten, dass ausschließlich hübsche Sachen dabei rauskommen :-L

Heute habe ich fleißig weitergesägt. Dem Herrgott zum trotz :smash:
Es ist einfach immer wieder eine Freude wenn man ein Stück aufsägt und dem Holz unerwartet ein schöner Anblick entspringt :klatsch:
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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von martin.99 » 13.11.2022 - 22:39:34

Ist es denn nun Apfel oder Birne? Einigt euch mal. ;)
Ich gestehe die Rinde hat mich auch etwas an Birne erinnert, aber Birne wächst ja eher schlank und hoch und hier ist der Baum/Krone doch eher apfelig-rund und der Stamm nicht sonderlich lang.
Jedenfalls sehr schönes Holz, überleg dir, ob du dem Verkäufer, so er bei dir aus dem Ort ist, nicht noch eine nette Kleinigkeit drechselst, einen Kuli o.ä., das wird dir sicher noch mehr Holz einbringen oder zumindest Freude hervorrufen.

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Re: Preis und Tauglichkeit toter Apfelbaum

Beitrag von Trismegistos » 13.11.2022 - 23:27:48

Hallo Martin,

eine schöne Idee. Das werde ich natürlich machen. Bei dem Preis ist es das mindeste! Ich dachte zuerst an eine kleine Schale, aber einen Kugelschreiber finde ich gut, da man den Baum so immer bei sich haben kann. Dann bekommen beide einen, Vater und Sohn. Dem Vater gehören die Bäume und sind quasi mit ihm zusammen aufgewachsen, der Sohn hat ihn gefällt und an mich vermittelt.

Ich wohne ja erst sein knapp drei Jahren auf dem Land, aber ich kann schon sicher sagen, dass die Menschen hier hilfsbereiter und herzlicher sind. Klar, es gibt auch immer den mürrischen Jäger oder grummeligen Nachbarn dem unser Rasen am Zaun zu lang ist, aber alles in allem fühlt sich das Leben gemeinschaftlicher und dadurch auch sicherer an. Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt, studiert habe ich in einer mittelgroßen Studentenstadt und gearbeitet habe ich je +-ein Jahr in Berlin, München, Stuttgart und Köln. Ich habe ein Jahr in Australien verbracht und mehrere Monate in Sri Lanke verbracht, von normalen Urlaubsreisen fange ich gar nicht erst an. Ich würde also behaupten für mein alter schon recht viele Erfahrungen in der Hinsicht gesammelt zu haben. Mein Fazit: auf dem Land lebt es sich schöner! In vielerlei Hinsicht. Das habe ich seit ich drechseln angefangen habe nochmal deutlich erlebt!

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