Kirschholz frisch geschnitten - wie drechseln?

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Tüftler
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Kirschholz frisch geschnitten - wie drechseln?

Beitrag von Tüftler » 04.12.2018 - 12:39:04

Hallo Drechselgemeinde,

Mein Vater hat letzte Woche seinen geliebten Kirschbaum gefällt und möchte als Erinnerung daran eine Schale aus dem Holz.
Da ja nun Weihnachten naht, würde ich die Schale schnellst möglich drechseln, habe aber mit nassem Kirschholz keine Erfahrung.
Geplant ist, dass ich eine Scheibe von dem Stamm (ø ca 30 cm) ab schneide und eine Schale mit ca. 8 bis 10 cm Höhe drechsle.
Eine Scheibe deswegen, weil ich das schöne Muster nicht zerstören möchte. Die Wandung sollte nicht mehr als 1 cm betragen.
Ich weiß nicht, wie rissfreudig Kirschholz ist und ob die Schale dann nicht zu sehr reißt.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir hierbei helfen könnt.

Gruß,
Tüftler

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robs#97
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Beitrag von robs#97 » 04.12.2018 - 12:44:14

Hallo Tüftler,

Dein Vorhaben einer Hirnholzschale und 1 cm Wandstärke wird auf jeden Fall Risse ergeben
Auch bei einer Wandung von 2.3 mm wirft es den Boden, so das die Schale nie gerade stehen wird.
Gruß Robert

Zwack
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Beitrag von Zwack » 04.12.2018 - 12:54:15

mein Vorschlag an Dich wäre:
- drechsle eine dünnwandige Naßholzschale, die sich ordentlich verziehen kann - jedoch nicht aus der Scheibe (das wird nicht rißfrei funktionieren), sondern "klassisch" aus der Seite
-zusätzlich kannst Du ja versuchen, eine Schale aus einer Scheibe zu drechseln, diese dann mit einem Ring (wie hier schon öfters beschrieben) spannen und langsam trocknen - und alle entstehenden Risse mit CA-Kleber füllen.
Dazu beim Sägen oder Schleifen des Holzes genügend Sägemehl in unterschidelichen Farbtönen aufbewahren.

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Tüftler
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Beitrag von Tüftler » 04.12.2018 - 13:07:17

Dann werde ich wohl den Stamm spalten müssen und die "klassische" Form wählen.
Alternativ dazu mache ich aber, wie vorgeschlagen, noch eine zweite Schale aus einer Scheibe, in der Hoffnung, das sie nicht zu sehr reißt.

Danke für die schnelle Hilfe!

Gruß,
Tüftler
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Versuch es

Beitrag von Ralph » 04.12.2018 - 13:28:31

Hallo Tüftler,

kann auch gut gehen:

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Ganz ohne Risse wird es nicht klappen, aber wir drechseln ja Holz, kein Alu

Viel Erfolg
:-)

Ralph (Exilbayer)

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Beitrag von Holzfabi » 04.12.2018 - 14:37:48

Hei Tüftler,

ich habe die Erfahrung, dass frisch gedrechseltes Kirschholz keine schöne Farbe hat. Das schöne Rot gibt es nur, wenn das Kirschholz schön langsam trocknen durfte vor dem Drechseln (frag mich nicht warum). Auch ist Kirschholz meines Erachtens nach ziemlich rissfreudig... Also ich würde dir raten, das Holz in eine dünnere Scheibe zu schneiden, 2 Jahre trocknen zu lassen und dann eine Schale zu drechseln: "Weisst du noch, Papa, vor 2 Jahre haben wir deinen Kirschbaum gefällte - und jetzt ist es trocken... " etc. Das wird eine Überraschung werden!

Meine Meinung. Viel Spass noch!
fabi

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Tüftler
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Beitrag von Tüftler » 04.12.2018 - 15:30:22

Danke für den Hinweis mit der Farbe. Das wusste ich auch nicht :??
Ich mache jetzt mal zwei verschiedene Schalen. Das Restholz schneide ich auf und lasse es trocknen. Dann habe ich immer noch Vorrat, wenn es doch schief geht. Der Stamm auf dem Foto ist ja nur einer von vielen :mrgreen:

Gruß,
Tüftler
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DirkM
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Beitrag von DirkM » 04.12.2018 - 17:43:03

Hallo Tüftler,

das mit der Farbe kann ich nicht unterschreiben.
Ich habe gerade erst ganz frische Kirsche verarbeitet und die haben eine tolle Färbung. Natürlich werden Sie mit der Zeit dunkler und damit vielleicht auch etwas rötlich brauner.

Ich gehe so vor, wie es schon angedeutet wurde und fahre damit rissfrei auch mit sehr großen Schalen.
Baum legen,an einer Längsseite aussen einen geraden Schnitt machen, parallel dazu das Kernbrett rausschneiden, dann legen und den gößten Kreis aufzeichen und Einstechpunkt deutlich markieren, ab auf die Bandsäge rund ausschneiden,Planscheibe schön an der Markierung ausrichten und verschrauben, dann ab auf die Drechseklbank und Späne fliegen lassen.
Ich mache meine Schalen gerne so weit wie möglich fertig und trockne Sie daher vor dem schleifen mit einem Fön an, damit das Schleifpapier sich nicht zusetzt.
Bleibt zum Schluss nur noch der Spannzapfen. Den Drechsel ich ein paar Tage später weg und fertig. Das würde aus meiner Sicht bis Weihnachten noch gut klappen.

Falls die Frage aufkommt, warum ich erst aussen einen Streifen abschneide? Ich bekomme dadurch eine mehr oder weniger gleichmäßig dicke "Bohle" geschnitten. Diese hat dann eine prima Auflage auf der Bandsäge.(Mehr oder weniger, denn mann will ja alles aus dem Holzstück rausholen)

Gruß und schöne Vorweihnachtszeit!
Dirk
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Beitrag von eibchen » 04.12.2018 - 18:20:06

Hallo Tüftler,
bei dem super Holz 2 bis 3 Scheiben, nicht ganz so dünn, damit eine schöne gleichmäßige Körv entsteht. Die Schale wird sich verziehen ,
zu flach eher reißen. Die Spannungen müssen sich abbauen können, damit nichts oder wenig reißt. Zwangsweise einspannen hilft wenig,
die Spannungen werden im Anschluß frei.
Spalten ergiebt viel Feuerholz, den Rest längs kernmittig aufschneiden und zwei Querholzschalen drehen. Das ist mein Vorschlag.
Nur Mut, gehs an!
Gruß aus dem Erzgebirge
Peter/eibchen

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Beitrag von robs#97 » 04.12.2018 - 18:20:54

Hallo Dirk,
Ich gehe so vor, wie es schon angedeutet wurde und fahre damit rissfrei auch mit sehr großen Schalen.
So gibt es ja auch kein großes Problem mit Rissen. Tüftler hätte allerdings gerne eine Stirnholzschale, da geht das ganze nicht ganz so einfach.
Auch mit der Farbe ist Kirsche nicht gleich Kirsche, da gibt es sehr große Unterschiede.

Gruß Robert

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Beitrag von DirkM » 04.12.2018 - 18:29:36

Hallo Robert,

das mit der Farbe ist mir schon klar!
Aber ist das nicht bei jedem Baum immer wieder neu und anders?
Das eine Hirnholzschale mit allergößter Wahrscheinlichkeit nicht funktioniert, hatte ich durch die schon vorhandenen Beiträge als erledigt betrachtet, da Sie genau meine Erfahrungen wiederspiegeln.
Bei mir ist eine Hirnholzschale noch Jahre später weiter gerissen und den Knall des ersten Risses habe ich heute noch im Ohr.

Nix für Ungut!
Dirk
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Beitrag von Tüftler » 04.12.2018 - 18:40:09

Hallo,

wie gesagt, ich werde mal beides versuchen und das beste Stück bekommt mein Vater dann zu Weihnachten.
Danke für eure Tipps!

Gruß,
Tüftler
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Beitrag von drechselmax » 04.12.2018 - 20:51:51

Hallo Tüftler
Also ich würde eine Hirnholzschale probieren, wenn auch ein paar Risse entstehen, was nicht sein muss, sieht vielleicht sogar gut aus.
Eine Schale kannst ja zusätzlich noch machen. Ich hab es auch probiert.

Hier noch ein Bild:

Bild


*edit by Raupenzwerg

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Beitrag von Tüftler » 04.12.2018 - 21:16:36

Die Schale sieht gut aus.
In der Art habe ich mir das vor gestellt. Ich probiere beide Versionen, schauen wir mal, was raus kommt.

Gruß,
Tüftler
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Beitrag von robs#97 » 05.12.2018 - 06:29:10

Hallo Ralph. hallo Drexlmax,

ich glaube Ihr beide hattet das Glück, das Eure Kirsche nicht nur einfach rund war und durch die natürlich gewachsenen "Einschnitte" das reißen gut verhindert wurde.
Ich hatte bis dato leider einfach nur runde Kirsche.
Viel Erfolg wünsche ich natürlich dem Tüftler. Vielleicht bekommen wir ja bald was zu sehen.

Gruß Robert

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Beitrag von Tüftler » 05.12.2018 - 13:27:25

Hallo,

Sobald die Schalen fertig sind, stelle ich sie natürlich ein. Ich hoffe, sie werden noch vor Weihnachten fertig.
Momentan kämpfe ich damit, Physiotherapie, Arztbesuche und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Mein Rücken macht momentan ziemliche Probleme :-(
Aber das hält mich nicht vom drechseln ab!

Gruß,
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