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Frage an alle Holz-und Pfeifenkenner

Allgemeine Themen rund ums Holz

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Cord
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Frage an alle Holz-und Pfeifenkenner

Beitrag von Cord » 07.07.2007 - 15:55:21

Hallo oben Genannte !

Das Bruyere ,Olive , Amboina durch Ihre Eigenschaften (Hitzebeständigkeit ,Geschmacksneutralität, etc) mit die bestgeeigneten Hölzer für den Bau von Pfeifen sind , kann man aus allen Informationen wohl herauslesen . Was geschieht aber mit Pfeifen aus anderen Hölzern ? Fackeln die beim Rauchen ab ,ober bekommt man eine Rauchvergiftung (zusätzlich zur Vergiftung durch den Tabackrauch) ? :-)

Ich wüsste gern in wieweit sich zum Beispiel Buchsbaum oder Zwetschge oder Wurzelknollen (rissfreie Stücke vorausgesetzt) oder ähnliches , zum Bau von Pfeifen eignen.
Ich würde mich sehr freuen , wenn mir das jemand beantworten könnte.

dampfenden Gruß vom Deich , Cord
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Erick
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Beitrag von Erick » 07.07.2007 - 17:08:37

Hallo Cord
Zu diesem interessanten Thema habe ich in den letzten Tagen einiges gelesen.
Pfeifen aus Plaumenholz hat mein Freund Heinz Risse sich in den Jahren nach
1945 gebaut und geraucht weil Bruyere nicht zu bekommen war.
Gut geeignet sollen Hölzer sein, die zur Verkieselung neigen, weil diese die Hitze
besser vertragen.
Hölzer die aromatisch duften, würde ich nicht verwenden, weil das sicher den Geschmack beeinträchtigt.
Hölzer die äterische Öle enthalten fallen meiner Meinung nach aus, weil sie leichter
brennen als andere.
Bevor Pfeifen aus Bruyere hergestellt wurden, wurde Buxbaum verwendet.
Dann gibt es noch den Begriff der Ulmer Maserköpfe = Ulme Maser= Rüster Maser.
Informationen findest Du auch hier WWW.barbi-pipes.com Dort dann unter Forum.
Übrigens habe ich bei Ulme, Ulme Maser schon festgestellt das mein Werkzeug
schneller Stumpf wurde. Verkieselung ? Ich glaube auch das über Ulme schon mal
gelesen zu haben.
Weitere Informationen, siehe : Das Lexikon des Pfeifenrauchers von Helmut Hochrain
erschienen im Heyne Verlag.
Es grüßt Dich nun Erick
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Peter Gwiasda
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Beitrag von Peter Gwiasda » 07.07.2007 - 18:47:05

Hallo allerseits,

bei der Lektüre dieser Texte kommt mir folgender Gedanke: Probiert zur Herstellung einer Pfeife doch mal trockene harzreiche Äste von Kiefern. Vor dem Hintergrund, dass gerade der Bundesrat die Entscheidung des Bundestages bestätigt hat, wonach das Rauchen so gut wie überall geächtet und widrigenfalls bestraft wird, wäre diese Materialwahl gewiss geeignet, um schnell und gratis von der Nikotinsucht erlöst zu werden.

Liebe Raucher, seid mir bitte nicht böse, ist doch nur lieb gemeint.

Grüße von Peter Gwiasda

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Erick
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Beitrag von Erick » 07.07.2007 - 19:34:04

Hallo lieber Peter
Ich will hier nun keine Lanze für die Raucher brechen und erst recht nicht für Nikotinsüchtige.
Nur soviel wie ich bis jetzt über das Thema weiß, hat Pfeife rauchen nichts mit Nikotinsucht zu tun.
Es grüßt Dich Erick
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Peter Gwiasda
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Beitrag von Peter Gwiasda » 07.07.2007 - 19:37:19

Lieber Erick,

womit den sonst?

(Das ist mein bislang kürzester Forumsbeitrag!)

Ganz freundliche Grüße von Peter Gwiasda

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Koschi
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Beitrag von Koschi » 07.07.2007 - 20:50:44

Hallo Peter,

natürlich hat Erick recht: Pfeiferauchen hat sehr wenig mit Nikotinsucht zu tun, aber sehr viel mit genießen. Der Pfeifenraucher, der besinnlich auf den Wolken seine Lieblingstabaks schwebt, ist nicht zu vergleichen mit dem Zigarettenraucher, wo in der Tat die Nikotinsucht eine große Rolle spielt.
Sicher würdest du nicht auf die Idee kommen, dem Genießer eines guten Calvados oder eines 20jährigen Malt-Whisky, dessen Geschmacksknospen ekstatisch Beifall klatschen, Alkoholsucht zu unterstellen.
Deine Frage "...womit denn sonst?" sollte eigentlich damit beantwortet sein.

Hallo Cord,

Erick hat eigentlich schon alles gesagt. Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Kirsche wurde früher auch oft für Pfeifen verwendet. Die Pfeifenform "Cherrywood" hat wohl ihren Ursprung in dem früher verwendeten Material.
Wenn du exotische Hölzer für dem Pfeifenbau verwendest, solltest du schon mal gucken, was da drin ist, denn manche haben ein paar weniger gesunde Bestandteile.

Hier noch zwei Links für die Interessierten:
http://www.daft.de/
http://www.pfeife-tabak.de/

Gruß
Koschi
Mich machen Späne an, ich bin ein Spänemann!
http://www.koschiwoodarts.de/

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Bioschreiner
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Beitrag von Bioschreiner » 07.07.2007 - 21:14:54

Hallo ihr Pfeifer,
Huckleberry Finn hat eine Pfeife aus einem Maiskolben geraucht.
Ich hatte selbst mal so eine, die kann man sehr lange rauchen, bis der Boden durchgebrannt ist.

Rüster Maser habe ich noch einen kleinen Stapel, das Holz habe ich leider alles zu Brettern von ca.30 - 36 mm aufschneiden lassen.
Für Pfeifen würde das allerdings ausreichen, je nach dem wie man es spannt - oder?

Dunstige :-S Grüße vom
Bioschreiner - uwe
Ich liebe das Holz - aber liebt es mich auch?

Laß mich - ich kann das ... oh - kaputt!!!

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Ralf W.
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Beitrag von Ralf W. » 08.07.2007 - 00:44:46

guten morgen zusammen,

zu diesem thema möchte ich gerne auch etwas sagen.

wie erick schon richtig erwähnte, spielt es beim passenden holz für eine pfeife schon eine rolle, ob das holz in seiner zellstruktur kieselsäure enthält. das ist wohl bei bruyere holz am meisten gegeben.
durch den hohen gehalt an kieselsäure ist das holz zum einen resistenter gegen die tabakglut und zum anderen unterstützt es die krustenbildung, die dann im laufe der zeit den innenraum der brennkammer auskleidet und damit das holz schützt und den transport des kondensates über das holz unterstützt.

über olivenpfeifen wurde schon ausführlich geschrieben und sie haben sicherlich ihre qualität und ihren besonderen eigengeschmack. ebenso wie die mooreiche, die in letzter zeit auch immer wieder zum pfeifenbau herangezogen wird.
ich selbst habe noch keine mooreichepfeife geraucht, habe mir aber sagen lassen, dass sie einen etwas muffigen eigengeschmack hat, der sich allerdings gut mit latakia ergänzen würde.
fruchtige und aromatische tabake werden in der mooreichepfeife verlieren - englische mixtures hingegen sollen vom geschmack angenehm sein.

jedoch ist alles ein versuch wert. bevor das bruyereholz für die pfeife entdeckt wurde, wurde schon geraucht und so ziemlich alles zur pfeife verarbeitet was verfügbar war.
sicherlich gehen viele hölzer.. für eine weile aber auf dauer und für einen optimalen geschmack und raucheigenschaften, führt kein weg am bruyere vorbei.

so teuer sind die kanteln nicht, wenn es nicht gerade plateau holz sein muss.
bei peter klein www.kleinpipes.de kann man sich eine preisliste für verschiede holzqualitäten kommen lassen. die billigste kantel aus bruyere kostet ca 3 euro.

noch ein wort zur nikotinsucht.
pfeife wird gewöhnlich nicht über lunge geraucht,ebenso wie man eine zigarre nicht inhaliert.
damit werden die atemorgane nur bedingt belastet oder so gut wie garnicht.
allerdings ist pfeifentabak sehr nikotinhaltig, mehr als eine zigarette und ein teil dieses nikotins wird auch über die schleimhäute aufgenommen.
sicherlich wird man vom pfeiferauchen nicht so abhängig wie vom zigarettenrauchen aber eine gewisse gewohnheit stellt sich mit der zeit schon ein.
man sehnt sich irgendwann nach seiner pfeife und nach den rauchritualen.

trotzdem ist es etwas anderes, eine pfeife zu rauchen, ihr aufmerksamkeit zu schenken, sich selbst zur ruhe zu bringen und über die jahre, quasi eine bindung zu *ihr* aufzubauen, als mit zehn zügen eine zigarette zu rauchen, die man danach wegwirft oder mit dem fuss austritt.

und doch ist rauchen nicht gesund - keine form des rauchens.

aber das muss jeder für sich selbst entscheiden und auch entscheiden *dürfen* - denn dazu sind wir mündige bürger dieses staates.

fakt ist, dass es wesentlich weniger ungesund ist, eine pfeife zu rauchen und sich und seiner seele eine auszeit zu gönnen, als alle anderen formen des rauchens...

in diesem sinne
eine gute nacht allen und einen schönen sonnigen sonntag


ralf... *der dem blauen dunst seiner pfeife noch lange nachschauen wird... *
Fast alles ist prima ...

Martin K.
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Beitrag von Martin K. » 08.07.2007 - 01:42:22

Guten Abend,

schade: ich hatte mir gerade eine Pfeife gestopft, mir einen kleinen Cognac eingeschenkt, eine klassische CD eingelegt und wollte mir in aller Stille und mit Genuss die Neuigkeiten im Forum einverleiben, und dann so etwas!

Gekaufte Pfeifen sind i.d.R. mit einer "Einrauchpaste" ausgekleidet, die das Ankokeln des Holzes und die Übertragung des holzeigenen Geschmacks verhindern soll. Insofern dürfte doch die Wahl der Holzart grds. von untergeordneter Rolle sein (von Hitzebständigkeit und Rissfreudigkeit abgesehen), oder? Ganz rohe und unbehandelte Pfeifen habe ich noch nicht gesehen.

Gruß
Martin
(bekennender Nikotinabhängier und gleichzeitig Genussraucher)

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Cord
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Beitrag von Cord » 08.07.2007 - 13:44:52

Hallo , Zusammen!

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten und die tollen Links . Endlich dringt etwas Licht durch den Nebel der Pfeifenbau-Kunst. Es ist schon interessant zu sehen , auf was es bei Qualitäts-Pfeifen wirklich ankommt . Aber noch interessanter ist es für mich dabei , zu erfahren auf was man mindestens achten muss , wenn man mal ein schönes Geschenk herstellen möchte (ohne den Beschenkten zu schaden ;-) ).
Für mich selbst kommt das Peiferauchen nicht in Frage ,aber ich finde Peifen sind sind auch tolle Handschmeichler. Und das Herstellen einer Pfeife macht irgendwie echt Spass .
Eine Pfeife habe ich bereits hergestellt -nur so zum ausprobieren .Die hat zwar noch ne ganze Menge "Macken" aber dadurch immerhin den Charme des Erstlingswerkes .
Aber seht selbst.

Vielen Dank und Gruß vom Deich , Cord

Korpus : Zwetschge
Mundstück : Ebonit

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