Danish Oil

Frei nach dem Motto "Es gibt keine dummen Fragen"

Moderator: Forenteam

Antworten
AchimK
Beiträge: 10
Registriert: 22.11.2017 - 17:20:35
Name: --
PLZ: 67346
Ort: Speyer
  ---

Danish Oil

Beitrag von AchimK » 09.02.2019 - 12:15:40

Hallo liebe Drechsler,
mein Dänisches Öl dickt so langsam ein, wahrscheinlich sollte ich mehr verwenden damit es schneller alle wird. :sarc:

Kann ich es mit irgendeiner Substanz wieder verwendungsfähig machen? Erwärmen.....ein anderes Öl dazu......oder wegwerfen und neues kaufen?

Gruß vom Achim

Benutzeravatar
chrilu
Beiträge: 994
Registriert: 09.12.2011 - 17:23:50
Name: Christian
PLZ: 2542
Ort: Kottingbrunn
  ---
Kontaktdaten:

Re: Danish Oil

Beitrag von chrilu » 09.02.2019 - 12:23:11

Servus

Der große Vorteil von Danish oil liegt meiner Meinung nach darin

"das es schnell auftrocknet"

Merkst du was?
Ein schnell trocknendes Öl kann halt nicht unendlich flüssig bleiben.

Abhilfe schafft nur den Inhalt der Flasche beim ersten Öffnen in Kleine Behälter umzufüllen, möglichst lichtgeschützt und so voll das keine Luft im Behälter bleibt.
Dann einen Behälter nach dem anderen verarbeiten das verlängert die Nutzungsdauer.

Das Öl oxidiert und umso mehr du verbrauchst umso mehr Sauerstoff ist im Behälter.

Ich mach das übrigens auch mit PU Leim, den fülle ich in Perfuserspritzen um.
Die haben eine ausreichend große Öffnung, und 250 ml Inhalt.
Liebe Grüße aus Österreich

Christian

____________________________________________________________________
http://www.cln.at/wp-content/uploads/20 ... m-2019.pdf
____________________________________________________________________

AchimK
Beiträge: 10
Registriert: 22.11.2017 - 17:20:35
Name: --
PLZ: 67346
Ort: Speyer
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von AchimK » 09.02.2019 - 14:03:27

Hallo chrilu,
ja klingt logisch. Danke für den Tip.

Benutzeravatar
buenos-diers
Beiträge: 75
Registriert: 07.07.2013 - 16:52:24
Name: --
Ort: Glückstadt
  ---
Kontaktdaten:

Re: Danish Oil

Beitrag von buenos-diers » 09.02.2019 - 17:12:27

Hallo Achim,

die Aussagen von Christian kann ich nur bestätigen.
Aber vor einiger Zeit habe auch ich ein Gebinde Danish Oil
in kleine braune Apothekerflaschen umgefüllt und immer wenn
ich etwas daraus entnommen hatte, füllte ich das fehlende Oil
durch Glasmurmeln auf, um den Sauerstoff in den Flaschen zu reduzieren.
Leider hat dieses das Eindicken nicht sonderlich verhindert und
machte dann das Reinigen der Murmeln von dem dickflüssigen Oil nicht sehr angenehm.
Deshalb verwende ich dieses Mittel nicht mehr gerne und denke,
dass es für Leute gut ist, die hiervon viel verbrauchen.
Herzlichen Gruß Thomas
_________________________________
Neugierig geworden?

www.buenos-diers.de

Kai
Beiträge: 88
Registriert: 15.05.2005 - 09:19:26
Ort: Bad Nauheim
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von Kai » 09.02.2019 - 19:34:53

Hallo,
um die Luft aus dem Gebinde zu bekommen bietet sich eventuell das Umfüllen in eine "Stoplossbag" (https://www.stoplossbags.com/) an. Der Hersteller macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Behältnisse nicht gegen alle Lösungsmittel resistent sind. Ich verwende diese Beutel für das Öl "Kunos" vom Hersteller "Livos" und es funktioniert bisher prima. Ich habe die Beutel hier bestellt: https://www.hout-olie.nl/contents/nl/d4 ... sbags.html
In einer englischsprachigen Zeitschrift war zudem fogender Tipp, den ich aber bisher nicht ausprobiert habe: Man füllt das Öl in eine Flasche um und evakuiert sie dann mit einer Weinpumpe (z.B. Vacu Vin Weinpumpe Concerto bei Amazon). Allerdings könnten die Stopfen verkleben, wenn man ein Öl mit Trocknungszusätzen verwendet - müsste man probieren.
Viele Grüße
Kai
Kai, der Genussdrechsler

Cello
Drehzahlpapst
Beiträge: 1857
Registriert: 23.02.2005 - 21:43:35
Ort: Dessau
  ---
Kontaktdaten:

Re: Danish Oil

Beitrag von Cello » 09.02.2019 - 23:01:51

Hallo,

man kann das Öl in ein Schraubglas (Marmeladenglas) füllen und nach Gebrauch die Luft absaugen. Dazu schraube ich das Glas handfest zu und stelle es in meine Vakuumkammer, die ein Schnellkochtopf ist, in dem nicht mehr schnell gekocht wird. Der Deckel ist jetzt eine Acrylplatte. Vakuum anlegen, nach kurzer Zeit Luft in den Topf lassen und das Glas ist rammelfest geschlossen. Man sieht, dass der Blechdeckel leicht nach innen gewölbt ist.

Da ich mitunter ein skeptischer Mensch bin und am allerwenigsten mir selbst traue, wollte ich feststellen, ob das zum Experiment leere Glas nun wirklich nichts mehr drin hat. Also habe ich das entlüftete und fest verschlossene Glas in einen gefüllten Wassereimer gedrückt und mit einem spitzen Gegenstand ein Loch in den Deckel gestochen. Und siehe da: das Vakuum ging raus ;-) und saugte das leere Glas voll Wasser.

Ich verwende kein Danish Oil, sondern verwende andere Öle, die nicht so schnell dick werden, besser riechen und billiger sind.

Gruß
Jürgen
veni, vidi, secui - ich kam, sah und sägte


www.touch-wood.de

Benutzeravatar
Schnedo
Beiträge: 1129
Registriert: 15.03.2011 - 12:21:37
Name: Werner Schneiter
PLZ: CH-8458
Ort: Dorf
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von Schnedo » 10.02.2019 - 10:03:57

Hallo Achim

Wegwerfen und neues Oel kaufen ist wohl das beste, hab ich auch so gemacht mit dem Danish Oil.
Seither verwende ich das Drechsleroel von Steinert, da trocknet nichts ein bis zum letzten Rest.
https://drechslershop.de/oberflaechenbe ... e-oel.html
Gruss Werner

-Centauro TM-120
-Jet 1014
-eine zwischendrin fehlt noch, z. B. Killinger 1450

Benutzeravatar
OpaEmil
Beiträge: 15
Registriert: 05.03.2019 - 23:49:45
Name: --
Ort: Wien
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von OpaEmil » 16.05.2019 - 21:31:04

Es gibt flaschenverschlüsse für wein, welche die luft abpumpen können um den wein luftdicht zu halten.
Wär vielleicht eine einfache - und günstige - möglichkeit?
Etwa in der art:
https://www.solvino.de/weinpumpe-vakuum ... gKCCPD_BwE

lg
Holzopa

Benutzeravatar
fsmart
Beiträge: 549
Registriert: 13.12.2006 - 18:54:15
Ort: Freising
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von fsmart » 17.05.2019 - 09:40:43

Hallo,

umfüllen in kleinere Behälter ist sicher gut. Dann diese oder/und den Originalbehälter immer auf dem
Kopf stehend lagern! Das verhindert, dass evtl. Hautbild und "oben" passiert. Eine Entnahme des Öls ist
damit problemlos möglich.

Viele Grüße

Martin

Benutzeravatar
GentleTurn
Beiträge: 951
Registriert: 14.04.2016 - 16:06:39
Name: Martin
PLZ: 29525
Ort: Landkreis Uelzen
  ---
Kontaktdaten:

Re: Danish Oil

Beitrag von GentleTurn » 17.05.2019 - 13:00:17

Moin,

ich möchte mal einen anderen Lösungsansatz vorstellen. Ich habe vor dem Drechseln an der
Stelle im Hobbykeller mehrere Jahrzehnte eine gut ausgestattete Dunkelkammer für
Schwarz-Weiss-Fotografie und Platinenherstellung gehabt. Zur Verhinderung von Oxydation der Entwickler-
chemikalien habe ich erfolgreich Tetenal Protectan Schutzgas-Spray verwendet.
Durch ein flexibles dünnes Sprühröhrchen wird das Gas in den Luftraum des
Behälters eingebracht und verdrängt so die Luft. Ideal bei festen Gefäßen.

Kaiser bzw. Tetenal Faltflaschen waren ebenso hilfreich, denn man kann sie so zusammen-
drücken, dass der Flüssigkeitspegel am Verschlussrand steht. Minimiert ebenso den Luftgehalt.

Ob das Schutzgas mit den Bestandteilen von Danish Oil reagiert bzw. umgekehrt
das Öl mit dem Kunststoff der Flaschen - keine Ahnung. Da sind die Chemiker gefragt.
Aber einen Versuch wäre es wert.
Liebe Grüße, Martin.

Das Geheimnis des Drechselns ist der Einsatz von scharfem Werkzeug im richtigen Winkel bei passender Geschwindigkeit.

~  Meine Filme auf YouTube und Bilder auf Instagram  ~
 

Benutzeravatar
Schnedo
Beiträge: 1129
Registriert: 15.03.2011 - 12:21:37
Name: Werner Schneiter
PLZ: CH-8458
Ort: Dorf
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von Schnedo » 17.05.2019 - 22:31:37

Hallo zusammen

Ob Schutzgas hilft oder nicht kann ich nicht sagen, ist ja auch egal. Wie schon gesagt beim Steinert Drechsleroil braucht es das alles nicht.
Ev. gibt es ja einen Grund, warum ich doch eher Daish Oil verwenden sollte, dann wird das mit dem Schutzgas wieder interessant.
Gruss Werner

-Centauro TM-120
-Jet 1014
-eine zwischendrin fehlt noch, z. B. Killinger 1450

Benutzeravatar
Helmuth
Beiträge: 462
Registriert: 21.05.2016 - 16:22:56
Name: --
Ort: Saalfeld
  ---
Kontaktdaten:

Re: Danish Oil

Beitrag von Helmuth » 18.05.2019 - 08:49:47

Hallo zusammen,
Öl in der Blechdose lassen und diese nach Gebrauch im Schraubstock vorsichtig zusammendrücken, bis das Öl wieder bünding bis zur Oberkante steht.
Kein Sauerstoff = keine Oxidation.

Gruß Helmuth

Brennholzveredler
Beiträge: 760
Registriert: 02.07.2009 - 07:16:43
Ort: Fridolfing
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von Brennholzveredler » 18.05.2019 - 09:22:58

Hallo zusammen,
Gentleturn hat mich auf eine andere Nuance seiner Idee gebracht.
Kommt auch aus dem Fotolabor: Reste in Originalgebinden werden erfolgreich am Oxidieren gehindert indem ein Hauch von Stickstoff auf den Inhalt gesprüht und dann das Gebinde verschlossen wird . Nachdem Stickstoff schwerer ist als Luft legt es sich auf den Inhalt und unterbindet somit den Kontakt zu der unvermeidbaren Restluft im Gebinde!
Diesen Stickstoffstpray gab s bei den Lieferanten von Fotolaborbedarfsthändler.
Hab schon lange kein Labor mehr und kann deshalb nicht sagen ob und wo eine Bezugsquelle rumliegt.
Gruß von
Herbert, dem Brennholzveredler
Ich drechsle, also bin ich.

Spänemacher
Beiträge: 137
Registriert: 08.03.2015 - 11:11:42
Ort: Bahlingen
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von Spänemacher » 18.05.2019 - 12:15:25

Hier hatte ich mich auch mal beteiligt;



viewtopic.php?f=44&t=44902&p=316366#p316366
Griasli Thomas

Benutzeravatar
RC35
Beiträge: 13
Registriert: 22.03.2019 - 07:30:59
Name: Herbi
PLZ: 72622
Ort: Nürtingen
  ---

Re: Danish Oil

Beitrag von RC35 » 18.05.2019 - 18:03:39

Hallo zusammen,

ich bin selber Hersteller eines solchen Öls als Oberflächenschutz für Holz. Ich kann Euch nur sagen, dass bei der Herstellung solcher Produkte einige Kleinigkeiten zu beachten sind, was den Lösemittelgehalt angeht. Darüber hinaus ist die Art und die Menge des notwendigen Sikkatives (Trocknungshilfsmittels) nicht ganz banal. Hier gibt es herstellerbedingt sicher Unterschiede.

Was meiner Erfahrung nach aber viel wichtiger ist, dass man zur Verarbeitung immer die benötigte Menge an Öl aus dem Originalgebinde nimmt und keinesfalls die evtl. übrige Menge wieder zurückkippt. Wir achten bei der Herstellung und Abfüllung auf peinliche Sauberkeit. Nach unserer Erfahrung sorgt eingeschleppter Schmutz im Originalgebinde sehr häufig dafür, dass die ganze Sache eindickt.

Wir liefern unser Produkt in Blechdosen. Wenn Ihr solch ein Öl wie beschrieben verwendet, hält selbst eine halbvolle oder 3/4 leere Dose noch Jahre.

Nein ich sage nicht, wie das Zeug heißt. ;-)
Gruß aus dem schönen Schwabenland
Herbi ;-)

Antworten

Zurück zu „Allgemeine Fragen zum Thema Drechseln“