Berliner Ringe in Mooreiche

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Matzel1970
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Berliner Ringe in Mooreiche

Beitrag von Matzel1970 » 29.05.2019 - 13:47:08

Moin in die Runde

Ich habe auch mal eine etwas kürzere Herstellungszeit. Zum Stammtisch wird immer gefragt ob jemand was vom Schreibermeister aus Berlin braucht. Ja, ich brauche zwei Paar Ringbausätze. Diese sollen mit nach Hamburg gehen.

Aber wer mich kennt weiß diese Geschichte fängt viel früher an. Mit nem Kumpel in Hamburg geht es oft um Morreiche. Sie lassen diese zu Funier verarbeiten. Er meinte mal so Ringe aus Morreiche würden sicher ganz toll wirken. Am besten noch mit Struktur in der Oberfläche.

Das habe ich im Kopf behalten und nun war Zeit zum Umsetzen. Bei der Werkstattauflösung zum Stammtisch ist mir auch ein Stück Mooreiche in die Hand gefallen. Das hatte noch einen Kontrast zwischen schwarz und braun.
Davon sollte es etwas sein. Die vom Kumpel bekommenen und auf die Schnelle wiedergefundenen Stücke waren alle zu klein, hatten die falsche Orientierung oder hatten die Risse an der falschen Stelle. Mal sehen ob er oder besser die Beiden damit klarkommen.

Es entstanden zwei Ringpaare. Eines sollte die gewünschte Struktur in der Oberfläche bekommen das andere sollte hochglanzlackiert werden. Ich hatte Bange, dass die Beiden möglicherweise die strukturierte Oberfläche als zu schmutzempfindlich einstufen.

Für die Struktur der Ringe wurde der Ring fertig geschliffen und anschließend mit einer Drahtbürste in Faserrichtung bearbeitet. Eine Messingbürste war nicht abtragend genug. Es hat auch nur wenige Striche mit der Bürste gebraucht, um diese Oberfläche zu erzeugen. Durch die ballige Form sollte man den Ring auf der Vorrichtung umdrehen. Dadurch bekommt man eine gleichmäßige Struktur hin.
Diese Oberfläche wurde geölt.

Das andere Paar wurde hochglanzlackiert. Dazu wurden mehrere Schichten Lack auf das Holz aufgetragen. Dabei wurden Trocknungszeiten eingehalten und jeweils ein Zwischenschliff durchgeführt. Abschließend wurde mit Poliermittel von Mirka auf Hochglanz poliert.

Auf dem folgenden Bild sieht man die strukturierte Oberfläche bei den stehenden Ringen. Leider kann das Foto das haptische Gefühl nicht transportieren. Es ist definitiv etwas feines in der Hand. Ob es beim Tragen nachher auch so ist kann ich nicht sagen.

Ring.jpg

Auf diesem Bild sind die polierten Lackoberflächen oben. Aber man sieht auch etwas anderes. Ich habe auch die Seitenteile des Ringbausatzes poliert. Ich wollte einen schönen Kontrast zum Schwarz des Holzes erreichen.

Ring1.jpg

Dazu habe ich mir zwei kleine Vorrichtungen gebaut. Ich brauchte für jede Ringgröße eine. In diese konnten die Ringseiten eingelegt und auf der Drechselbank poliert werden. Die Rillen sind zum Aushebeln des empfindlichen Teils angelegt worden. Die Passung muss genügend Druck haben damit der Seitenring beim polieren nicht durchrutscht. Poliert wurde mit Polierrot vom Goldschmied. Ich denke aber es gehen auch andere Poliermittel. Normalerweise verwende ich für Edelstahl einen blauen Unipol Polierriegel aus dem Baumarkt.

Ring3.jpg

Damit ihr den Unterschied noch besser sehen könnt anbei noch ein Foto, auf dem man einen unpolierten Ring in der Vorrichtung und den polierten Ring obenauf sehen kann.
Das Polieren der 8 Seiten hat etwa eine Stunde gedauert. Also fragt den Gerhard besser nicht nach einer polierten Version.

Ring2.jpg

Ach ja, fast vergessen. Es war mir so was von einer Freude mit diesem genial einfachen Spannsystem zu arbeiten, dass gleich weitere Ideen zu Ringen bekommen habe. Nur so als Warnung vor dem Suchtfaktor dieses Systems.
Grüsse Matthias

Wirklich wichtige Dinge kann man nicht kaufen.

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frank4001
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Re: Berliner Ringe in Mooreiche

Beitrag von frank4001 » 29.05.2019 - 20:05:06

Hallo Matthias,

ich kann nur sagen: Wow!

Die Ringe sind dir richtig gut gelungen.

Vielen Dank für's zeigen.

Gruß Frank

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