Eine Uhr können wir uns kaufen, die Zeit aber nicht * - Wanduhr im Schiffslook

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Argus
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Eine Uhr können wir uns kaufen, die Zeit aber nicht * - Wanduhr im Schiffslook

Beitrag von Argus » 19.02.2022 - 15:10:43

Hallo,

In meiner Kindheit faszinierte mich ein altes historisches Barometer, welches bei meinen Eltern in der guten Stube an der Wand hing.
Ich klopfte gern an das Schauglas, sodass sich der aktuelle Luftdruck einstellte. (man beachte hier die alte Maßangabe)
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Bei einem Produzenten, der überwiegend Stifte-Bausätze herstellt, fand ich Einbau-Uhrwerke für einen Chronometer-Bausatz. Da kam mir spontan die Idee, das Gehäuse in Anlehnung an das alte Barometer zu fertigen.
Leider wurde durch den langen Lieferweg die rückwärtige, das Uhrwerk tragende Plexiglasscheibe beschädigt.
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Ich reklamierte die Lieferung und bekam zwei Optionen. Entweder zurück schicken und 100% Geld zurück, oder Vergleich und Hälfte/Hälfte. Da ich die Rückversand erst mal verauslagen müsste und so ein versicherter Versand ins Reich der Mitte ein Vermögen kosten würde, habe ich mich für halbe/halbe entschieden.
Nun hatte ich wieder zwei Optionen. Entweder den Riss in der Plexiglasscheibe mit KFZ Frontscheibenkleber reparieren, oder eine neue Plexiglasscheibe anfertigen.
Die Plexiglasscheibe hat die Funktion, dass das Uhrwerk fixiert wird, man aber trotzdem durchschauen kann und das Uhrwerk quasi in der Luft schwebt.
Da lag es dann nahe, die Scheibe ganz weg zu lassen und das Uhrwerk direkt an der Rückwand des Uhrengehäuses zu befestigen. So kann man das Uhrwerk weiterhin schwebend sehen und sieht auch weiterhin noch das schöne Holz der Rückwand.
Ich habe mir nun aus Nussbaumholz einen Korpus gedrechselt. Der hat einen Durchmesser von 20cm bei einer Stärke von 5cm. In diesen Korpus ist der Platz für den Uhrwerkeinsatz mit 14cm Durchmesser und 3cm Tiefe ausgearbeitet.
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Damit das Bateriefach genau passt, habe ich mir eine passende Frässchablone gebaut. In die braucht dann nur der gedrechselte Korpus eingelegt und fixiert werden, dann kann mit einer Kopierhülse der notwendige Ausschnitt geschaffen werden.
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Den Hohlraum für den Uhrwerkseinsatz habe ich etwas konisch gedreht, damit das Uhrwerksgehäuse vorn bündig spielfrei passt, hinten aber soviel Luft hat, damit dort drei Schaumstoffgummis das Gehäuse klemmend arretieren. So kann das Uhrengehäuse mit dem Frontglas schraubenlos befestigt werden.
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Damit die Uhr aufgehängt werden kann, benötigt sie einen Aufhänger. Der sollte natürlich auch zeitgemäß aussehen. Bei unseren Chinsesen wurde ich auch hier fündig. Zur Befestigung habe ich einen M4 Bolzen eingeklebt
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dort kann dann der Aufhänger aufgeschraubt werden
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beim Einkleben des M4 Bolzens muss aber darauf geachtet werden, das der eine 1/4tel Umdrehung weiter als notwendig eingeschraubt wird. Dadurch kann man den Aufhänger danach dann fest anziehen. Ein Tropfen Loctite sichert das Ganze.
Nachdem das Uhrwerk zerlegt wurde
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kann das Uhrwerk mit drei 10mm langen M2 Senkkopfschrauben an die Rückwand des Korpus geschraubt werden.
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jetzt kann das Uhrwerksgehäuse mit dem Frontglas eingesetzt werden. Danach kann die Batterie eingelegt und die Uhr gestellt werden
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und dann aufgehängt werden
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Gruß Frank

* Zitat - Fred Ammon
"..Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht frühzeitig zu machen.."

Sir Winston Churchill, britischer Politiker und Schriftsteller
* 30.11.1874, † 24.01.1965

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