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Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

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drmariod
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Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von drmariod » 06.10.2021 - 11:46:23

Hallo ihr Lieben,

ich versuche gerade etwas exzentrisches zu drechseln, bei dem die Drehachsen fast am Rand des fertigen Werkstücks liegen. Wenn ich jetzt meine fertige Form am Rand der Kantel auftrage, dann würde ich in den Mitnehmer rein drechseln oder in meinen Körner. Hoffe Jemand kann mir Tipps geben, wie ich das beim drechseln besser überprüfen kann.

Ich versuche über 3 Achsen zu drehen, 1cm aus der Mitte und dort einen Radius von 20mm. Die Einstichstelle in der Mitte entspricht nicht meinem Kreuz, aber der Zirkelspitze, ist also nicht das eigentlich Problem.
IMG_6466.jpg
Hier bitte den inneren Kreis mit 3 Markierungen vergessen, das war etwas zu klein für die spätere Form.
Ich hab mir jetzt als Hilfsmittel eine Schablone mit 40mm gebohrt, die ich anhalten kann um zu sehen, ob diese in der Mitte noch nicht voll anliegt (Werkstück ist noch zu groß) oder eben satt anliegt und ich den richtigen Durchmesser erreicht habe. Dazu hab ich 1cm von den Enden jeweils in Stufen eingestochen und dann versucht die Schablone anzuhalten.
IMG_6464.jpg
Hier hab ich etwas zu tief eingestochen, die Schablone liegt am Rand nicht komplett an
IMG_6467.jpg
Hier liegt sie satt auf, scheint alles ok zu sein
Nachdem ich dann meine Teile abgestochen habe, hab ich erst gesehen, dass ich die letzte Fläche scheinbar nicht ganz getroffen habe, denn meine Mittelachse (noch etwas am Zapfen zu erkennen) war nicht in der Mitte.
IMG_6477.jpg
Hier liegt die Schablone nicht ganz an, war mir vorher nicht richtig aufgefallen.
Nach dem Abstechen hab ich dann auch gesehen, dass die eine Seite nicht symmetrisch ist, war mir aber beim Drechseln leider nicht aufgefallen...
Ich hab überlegt, ob es eine bessere Variante außer meiner Schablone gibt, vielleicht habt ihr da noch Tipps? Auch ist bei der letzten Fläche ja nur noch ein kleiner Teil der satt aufliegen würde und ist dann nicht mehr so gut zu sehen.
Ich hatte mir jetzt, nachdem ich alles abgestochen hatte, gedacht, gut, hätte ich das Bogenmaß der 3 Flächen gemessen, hätte ich gewusst, dass die letzte Fläche noch nicht stimmen kann, weil diese im vergleich zu den anderen 2en ja viel kleiner ist... Und so hätte ich es vermitteln können.

Aber gibt es da noch bessere Möglichkeiten, wenn man nicht bis zum Rand drechseln kann, aber irgendwie seine Zeichnungen nur am Rand drauf hat?

Viele Grüße und danke schon mal für Tipps.

Der Mario
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Oglinchen » 06.10.2021 - 11:58:28

Huhu Mario
Du hast 1cm ausser Mitte, und einen Radius von 20mm?
Wo ist da dann das Problem? Du drechselst ja den hohen Punkt der am weitesten von der Spitze weg ist.
Wenn dein Mitnehmer auf der anderen Seite in den Bereits fertigen Radius reinsteht ist das doch kein Problem.
Da geht jeder Mitnehmer der kleiner als 40mm ist, und Spitze genauso. Da kannst schön am Rand anzeichnen und bis aussen drechseln.
Und da ja bei deinem Dreikant der gegenüberliegende Punt an der dicksten Stelle (zur Spitze hin) liegt, sollte es auch keine Probleme mit splittern geben.
Evtl. ein 22mm Steb-Centre damit der Druck besser auf das Holz geht.
Gruss und eine schöne Woche, Oggi
Deutsch ist einfach:
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von drmariod » 06.10.2021 - 12:39:02

Ich geb Dir ja recht, aber ich finde das extrem wenig „Fleisch“, oder soll ich mich nicht so anstellen?

Also die ersten beiden Achsen (grün) sind ja kein Problem, aber die dritte Achse (roter Punkt), dann ist an der Stelle ja nicht mehr viel da, also mein Druckring greift da größtenteils ins leere…
B9B8F9FD-1F2E-4B54-AC77-D6B469F66949.jpeg
Grüße
Der Mario
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Bernd Schröder » 06.10.2021 - 15:26:52

Hi!
Ich weiss jetzt nicht was es werden soll und wie groß das Teil ist...
...bitte kläre uns auf.

Die Aufgabenstellung liegt darin die drei Punkte exakt zu bestimmen,
dann Mitnehmer- und Körnerseite nich zueinander zu verdrehen.
und dann auch exakt zu drechseln.
Abweichungen -selbst im Zehntelbereich- bringen gleich richtige Ungenauigkeit.

Also Bestimmung der drei Punkte am Hirnholz für Mitnehmer und Körner
Wenn es die Größe des Rohlings zulässt, würe ich ihn in einen Maschinenschraubstock spannen,
so daß die beiden Hirnenden in gleicher Höhe über Tisch (z.B. Bandsäge oder Abrichter) stehen.
Dann 2 gleiche Schablonen aus Blech machen.
Zentrumsbohrung + die 3 versetzten Achsenlöcher >> 1mm
Dem Blech unten eine gerade Kante anschneiden, so daß es auf dem Tisch anliegt.
Durch das Zentrumsloch eine Reisszwecke = Blechfixierung.
Jetzt nochmals im Maschinenschraubstock sauber Ausrichten.
Die beiden Schablonen stehen jetzt sauber zueinander und sind nicht "verdreht"
Jetzt die versetzten Achsen mit Reisszwecken "anstechen".
>> Genauer wird man es nicht hinkriegen.
Alternativ könnte man den Rohling auch als gleichschenkliges Dreieck aushobeln und dann
mit der Langlochbohrmaschine ankörnen...da muss man aber genau hobeln und bohren!

Eine große Quelle der Ungenauigkeit liegt jetzt im Aufspannen. Harte/weiche Holzanteile
führen schnell zum Verlust der angekörnten Achsen.

Lässt der Rohling es zu, könnte man auch beidseitig eine Blechplatte auf das Hirnholz mit kleinen
Schrauben fixieren. >> Achtung Verdrehung vermeiden
Die 3 Achsen sind in den Blechen gebohrt.
Jetzt braucht man nur noch einen Mitnehmer mit passenden Zentrierdorn und Gummiplatte
und einen passenden Körner, evtl. auch mit passenden Zentriedorn.


Jetzt drechseln...Genauigkeit über den Abstand zur Handauflage prüfen, dann darf die aber
auch nicht verstellt werden.
Mit besten Grüßen aus der Heide!
Bernd

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von drmariod » 06.10.2021 - 15:48:29

Hi Bernd, danke für Deine Rückmeldung. Die Bestimmung der Achsmittelpunkte sehe ich jetzt mal nicht als Problem an. Das habe ich mit 4-Eckigen Kanteln mit 45x45mm gelöst durch Mittelpunkt finden, 1cm Radius Kreis, an diesem Kreis dann 6 Schnittpunkte mit dem gleichen Radius bestimmen, wobei einer der Schnittpunkte genau auf einer der Diagonalen liegen sollte. Gegenüberliegen dann spiegelverkehrt... Da muss man nicht viel mit dem Maschinenschraubstock machen, solange die 3 Achsen nicht gegeneinander verdreht sind, kommt nach dem Drechseln es richtig raus.

Mein Problem ist, dass ich nicht richtig sehen kann, ob ich auf jeder Achse genug "weg gedrechselt" habe, da ich nicht bis zum Rand weg drechseln will, an dem ich meinen gewünschten Durchmesser angerissen habe. Denn hier würde später, wenn ich meinen Körner und Mitnehmer in den roten Punkt (vom Bild drüber) einsteche, halt nicht mehr viel Holz da sein (alles außerhalb der grünen Linien wäre dann schon weg)...

Der Hinweis mit dem Abstand messen von der Handauflage ist aber nicht schlecht, da hätte ich meinen Fehler auch sehen müssen. Danke schon mal dafür.

Oggi meinte ja schon, sollte bei mir kein Problem sein, da ist noch genug Auflage...

Ich hab jetzt auch schon die Empfehlung per PN bekommen, ein Opferholz aufzuleimen... Was mich nach wie vor zum Problem des Messens bringt, was mit meiner Schablone nicht so leicht zu sehen ist, sobald die Auflage Fläche sehr klein wird...

Und zur Frage was es werden soll, Spielfiguren mit rund 25-28mm Durchmesser und 3 bis 5cm Höhe...

Danke noch mal für Euren Input.

Grüße
der Mario
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Spielkind » 06.10.2021 - 15:53:54

Hallo zusammen,

an dieser Fragestellung habe ich auch getüftelt.

Aber vorweg, Marios Problem ist nach meinem Verständnis die vlt. zu kleine Auflagefläche für den Mitnehmer.
Das lässt sich wohl nur durch einen entsprechend kleinen Mitnehmer, oder aber durch eine ausreichend großße Fläche dafür lösen.

Für exzentrische Pfeffermühlen habe ich mir folgendes ausgedacht:

Die Form mit den Außenlinien und den 4 Mittelpunkten auf Papier gezeichnet (am PC für verschiedene Maße).
Die Zeichning auf 3mm Flugzeugsperrholz übertragen bzw. aufgeklebt.
Die Mittelpunkte mit einem 1,5 mm Bohrer durchgebohrt.
Die Schablone an der Bandsäge grob ausgeschnitten und am Tellerschleifer exakt gerundet.

Die Rohlinge für die Mühlen mache ich zuerst rund (geht prinzipiell auch mit einem Vierkantholz).
Auf einer Seite des Rohlings markiere ich einen Ursprungspunkt und spanne den Rohling in die DB.
Von diesem Ursprungspunkt aus zeichne ich eine Linie entlanh der Achse bis zur gegenüberliegenden Seite.
Meine Hanauflage ist nicht genau genug, daher habe ich mir ein Lineal gebaut, das ich in die Handauflagenaufnahme szecken kann und das ausgerichtet werden kann.

Den Rohling aus der DB nehmen und die Schablone auf der ersten Stirnfläche mie einem kleinen Nahel in der Vertiefung des Mintnehmers fixieren. Die Außenkanten anzeichnen und die exzentrischen Mittelpunkte markieren.

Die Schablone abnehmen und gedreht (!) auf der anderen Stirnseite die Markierungen wie beschrieben machen.

Der Hinweis zum Verutschen der Spitzen ist wichtig. Daher bohre ich mit dem Zentrierbohrer leicht an.

Und es kann losgehen...

Funktioniert gut und ergibt reproduzierbare Stücke...

LG Steffen

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von drmariod » 06.10.2021 - 16:41:06

Wollte es dann eben noch mal versuchen, Und da ist es mir dann leider doch um die Ohren geflogen… Ich denke ich muss ein stabileres Holz aufleimen.
319966E9-91A2-447C-A50E-287EA2CB7D11.jpeg
So soll’s werden
4A9BAF58-27D3-46E5-8A92-A29E2FFAD016.jpeg
Mitnehmer dran
509E5E3F-46E6-41B6-960B-5D819497C665.jpeg
Das Ende vom Lied
Grüße
Der Mario
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 06.10.2021 - 17:41:13

Moin Mario,

mit einem "normalen" Mitnehmer wirds mit dem exzentrischen Drechseln auch schwierig.
Da gibs Besseres. Ringcenter bzw. Stebcenter. Wirst Du (hoffentlich) kennen.
Die werden vorwiegend zum exzentrischen Drechseln genutzt, haben aber auch bei anderen Drechselaufgaben Vorteile.

Beim üblichen Konus drückt die Spitze das Holz auseinander.

Bei den Stebcentern passiert das nicht, da zieht sich die Mittelspitze nach dem Andrücken zurück, denn sie ist federnd gelagert. Hier ein Film von Sorby. Sogar unter 5 Min. lang. :-L :-L
https://www.youtube.com/watch?v=6Gdhaj8R6IA

Listen...

https://www.robert-sorby.co.uk/chucks/d ... ntres.html
https://www.robert-sorby.co.uk/chucks/d ... stebcentre
https://www.robert-sorby.co.uk/chucks/d ... steb-drive
https://www.drechselbedarf-schulte.de/s ... stebcenter

Andere Hersteller...

https://www.axminstertools.com/eu/insta ... t?q=center
https://www.axminstertools.com/eu/axmin ... 2mt-718166
https://www.axminstertools.com/eu/axmin ... 1mm-101725
https://www.axminstertools.com/eu/axmin ... 2mt-340139

und Vergleichbare.

Ideal auch zum Üben, weil man den Druck und das "Durchrutschen" einstellen kann, bevor das Werkstück von der Drechselbank fliegt. Wird dort kurz gezeigt. Ein ausführlicherer Film von mir wird zum Thema des gefahrarmen Übens u.a. mit dem Meißel gehen. Wird aber länger als 5 Minuten dauern. :-L

Wenn es Maderas noch geben würde, hätte ich Dir meine Lösung gezeigt. Werner hatte da auch was Passendes, wo ich noch flexibler in den Anwendungen war. Das Marlin-System.

Wer eine Spezialistin für diese Art zu drechseln sucht, wird bei YouTube unter der Eingabe von
https://www.youtube.com/results?search_ ... rbara+dill
fündig. Barbara Dill. Mario, leider laaange Filme dabei. :mrgreen:
Zuletzt geändert von GentleTurn am 06.10.2021 - 18:07:50, insgesamt 3-mal geändert.
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Maxy » 06.10.2021 - 17:52:53

Wenn ihr mich fragt, die richtigen Mitnehmer besorgen
IMG_20211006_174125.jpg
.
IMG_20211006_174243.jpg
.
IMG_20211006_174044.jpg
.
IMG_20211006_173748.jpg
.
Auch die Kindersicheren genannt.

Edit : Martin war schneller...
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 06.10.2021 - 17:56:24

Maxy hat geschrieben:
06.10.2021 - 17:52:53
Wenn ihr mich fragt, die richtigen Mitnehmer besorgen
Moin Maxy,

super! Wo hast Du sie erworben? Habe was ähnliches, aber suche die von Axminster auch noch.
Nicht dringend, aber wo Du sie gerade zeigst... ;-)
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Maxy » 06.10.2021 - 18:00:47

Ich hätte es schon gerne gleich dazugeschrieben, wenn ich die Rechnung auf Anhieb gefunden hätte.
Muss aber erst suchen und kann es dann gerne nachreichen.
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 06.10.2021 - 18:08:39

Maxy hat geschrieben:
06.10.2021 - 18:00:47
Muss aber erst suchen und kann es dann gerne nachreichen.
Eilt nicht, 1 Monat vor Weihnachten reicht. :prost:
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Helfried » 06.10.2021 - 21:33:15

Servus Mario,

mit den "richtigen" Mitnehmern und Gegendruckspitzen, wie von Martin und Markus vorgeschlagen, muss es bei der vorgegebenen
Geometrie klappen, bis zu den Enden zu drehen und damit die Möglichkeit zu haben, an den Hirnenden zu messen.
Da bin ich ganz bei Oggi, einigermaßen geradfaseriges Holz vorausgesetzt.
Hohe Drehzahl und geringe Spanabnahme helfen; wenn du nicht viel Übung im "Luftdrechseln" hast, nicht gleich mit dem Meissel, sondern
mit einer Formröhre anfangen.

Wenn du aber unbedingt an den Enden mehr Material stehen lassen willst, zeichne dir dort eben einen Radius von z.B. 30 mm statt 20.
Wenn du diesen errreicht hast, brauchst du nur einen 10 mm tiefen Absatz zu messen, das müsste zu machen sein mit einem
Hilfshölzchen oder etwas ähnlichem.
(Nachtrag: Messen nur bei stillstehendem Werkstück :mrgreen: )
Schwieriger sind solche Formen, wenn die Achsen genau auf den Kanten bzw. ganz leicht ausserhalb der fertigen Stücke liegen.
Und zur Frage was es werden soll, Spielfiguren mit rund 25-28mm Durchmesser und 3 bis 5cm Höhe...
Ich hab mir selbst eine grobe Skizze gezeichnet mit deinen Angaben (10 mm Exzentrizität und 20 mm Radius) und komme auf 23 mm Durchmesser.

:??

Beste Wünsche

Helfried

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von martin.99 » 06.10.2021 - 22:02:26

Helfried hat geschrieben:
06.10.2021 - 21:33:15
Ich hab mir selbst eine grobe Skizze gezeichnet mit deinen Angaben (10 mm Exzentrizität und 20 mm Radius) und komme auf 23 mm Durchmesser.
So müsste es aussehen.
ex.jpg
Bild

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Maxy » 06.10.2021 - 22:44:49

So, habe inzwischen gestöbert und - wie konnte ich das vergessen - den Satz Axtminster Mitnehmer habe ich bei unserem Freund

Ronald Kanne
Dehoutdraaierij.nl
mit der Artikel Nr. 718166

gekauft.
Screenshot_20211006_230001_com.android.chrome.jpg
(+ NL Mehrwertsteuer)
Ich finde für jede Lösung ein Problem!

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 07.10.2021 - 11:10:22

Maxy hat geschrieben:
06.10.2021 - 22:44:49
Ronald Kanne
Dehoutdraaierij.nl
mit der Artikel Nr. 718166
Moin Maxi,

herzlichen Dank für den schnellen Service!
Von Ronald habe ich das etwas gekauft, dann wird das damit auch funktionieren.
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 07.10.2021 - 11:19:11

Moin,

in Ergänzung zu den Hinweisen hier ein Video, das Dir vielleicht weiterhilft. Barbara hat neben dem sehr empfehlenswerten System der Beschriftung der Achspunkte noch genügend Holz an den Seiten übrig gelassen, das man spannen kann. Nach Fertigstellung wird das einfach abgetrennt. Zudem ist die Beschriftung gut zu sehen, so dass man sich mit der Zuordnung der Achsen im Grunde kaum vertun kann. Dann ist es auch bei dieser Art des Luftdrechselns sehr hilfreich, für entsprechende Lichtkontraste zu sorgen. Man sieht im Hintergrund des gleich verlinkten Beispielfilmes, dass sie dort etwas Schwarzes liegen hat. Bei mir an der durchgängig weissen Bank gibts genug schwarze Pappe und Magneten, mit denen ich die Silhouetten hervorheben kann. Mit mehr als 4 flexiblen Lichtquellen parallel zu den fix montierten kann ich mir jede erdenkliche Ausleuchtung erzeugen. Wer meine Artikel mit der Düsenplatte kennt - sie ist nicht ohne Grund schwarz. Hilft bspw. beim Schalendrechseln, die Konturen oben besser zu erkennen.

Beim den anderen Filmem von Barbara kann man noch mehr entdecken, aber diesen fand ich immer schon schön. Schaut auch mal in den Hintergrund am Anfang des Filmes. :-C https://www.youtube.com/watch?v=GZeR8bQ_TXY
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Matzel1970 » 08.10.2021 - 07:02:15

Moin Dr. Mario

Die Zeichnung Deines Dreiecks hast Du auf dem Holz oder alternativ auf dem Papier. Bitte übertrage Dir die Länge Deiner Bögen auf Deine Schablone.
Zwei dünne Striche werden Dir helfen beim Drechseln die gleiche Länge der Bögen zu treffen.
Ob der Bogendurchmesser stimmt kann nur die Lichtspaltmethode zeigen. Dazu Schablone anlegen und von einer Seite Licht einstrahlen lassen und von der anderen Seite anschauen. Solange weiter drechseln bis das Licht im Spalt weg ist. Dann sollten Deine Bögen den gleichen Durchmesser haben. Der Einstich sollte dabei eine gewisse Breite haben.
Da die Bögen bei den ersten beiden Spannungen noch nicht ausgeformt sind kann es durchaus sinnvoll sein drei Spannungen mehr zu machen. Also vordrechseln zum Bilden der Kanten Deiner Kontur (3 Spannungen) und in weiteren drei Spannungen die Maßhaltigkeit herstellen.

Unsere Altvorderen würden diesen Weg vermutlich mit einem Taster, ich meine den aus dem Drechslerlogo, abkürzen. Denn da kann man sich mit Bleistift Markierungen auf dem Holz anmalen.

Wenn Du mehr als einen Versuch gestartet hast wird sich eine gewisses Gefühl zu der Materie einstellen, dass Du zum Schluss nur noch die Schablone brauchst.

Das Spannen muss natürlich wiederholgenau statt finden. DIe Tipps der anderen erklären das alles. Ich persönlich würde eine Platte, festes Sperrholz, ansetzen um sicheren halt zu haben. Aufleimen bietet sich an. Ob ich an der Stelle einer Papierverleimung trauen würde? Wohl eher nicht.
Grüsse Matthias

Wirklich wichtige Dinge kann man nicht kaufen.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von drmariod » 08.10.2021 - 10:18:41

Hallo an alle Schreiber,
hab das jetzt ein paar mal gemacht und seit dem ich vom Testholz (irgend ein Nadelholz) auf was festeres umgestiegen bin, klappt es auch gut als auch mit dem widerholgenauen (genau genug für mich) einspannen. Ich hab es letztendlich so gemacht wie @Matzel1970 es dann beschrieben hat. Grob ran gedrechselt an den Durchmesser und dann, als alle 3 Seiten relativ genau waren, hab ich die 3 Achsen noch mal eingespannt.
Den Mitnehmer hab ich gegen ein Vielzackmitnehmer getauscht, der hat zwar 28mm :-D Aber hält auf jeden Fall das Stück holz. Am Körner gab es mit dem Druckring keine Probleme.

Ist auf jeden Fall schon so, dass man einfach mal ein bisschen probieren muss und Erfahrungen sammeln muss. Hätte ich ja auch wissen können :-) Aber gut.


Eine Frage bezüglich Mitnehmer... Hat Jemand Erfahrung mit dem Marlin System von Steinert? Finde das recht spannend, da es viele verschiedene Mitnehmer dafür gibt und es schein somit recht flexibel zu sein.

Viele Grüße und Danke noch mal
der Mario
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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von GentleTurn » 08.10.2021 - 11:12:31

drmariod hat geschrieben:
08.10.2021 - 10:18:41
Hat Jemand Erfahrung mit dem Marlin System von Steinert?
Moin Mario,

ja, ich. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Habe das Marlin System von Multistar (Steinert ist ein Händler) vor Jahren bei Maderas kennengelernt und nutze es mit diversen Vorsätzen gerne. Auf der Reistockseite das im Foto gezeigte System, was sehr präzise ist und ebenso viele Möglichkeiten bietet. Wo es letzters jetzt zu kaufen gibt? Suchen. Auf diese Weise habe ich mir vor Jahren schon ein Ringcentersystem erstellt.
.
Multistar mitlaufende Körnerspitze.jpg
Liebe Grüße, Martin.

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Re: Drehachse nicht mehr im Werkstück, Tipps zum Messen?

Beitrag von Uwe123 » 08.10.2021 - 19:46:26

Hallo Mario,

ich würde Dir empfehlen einen Vielzack-Mitnehmer mit 13 mm Durchmesser zu verwenden.

Ich hab mal bei Martin Adomat exzentrisch gedrechselt.
Wir hatten dort am jeweiligen Mittelpunkt mit dem Zirkel auf beiden Stirnseiten den jeweiligen Umkreis angezeichnet.
Dadurch erkennt man bei schnell laufender Maschine auch jeweils im außermittigen Einstechpunkt den Kreis.
So lässt es sich mit einem Blick auf die jeweilige Stirnseite ohne zu messen exakt an den Umkreis herandrechseln.

20190215_153409.jpg

Auf dem Bild sieht man, dass auf der Stirnseite jeweils nur knapp 1/5 des Kreises eines exzentrischen Punkts aufgezeichnet ist,
erscheint aber bei laufender Maschine als voller Kreis. Ist eine sehr gute Orientierung.

Viele Grüße, Uwe

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