Meißel Schärfschwierigkeiten

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matthias_branschke
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Meißel Schärfschwierigkeiten

Beitrag von matthias_branschke » 30.05.2016 - 14:00:36

Liebes Forum!
Ich werde in letzter Zeit schier madig beim schärfen von Flachmeißeln.
Ich hab lange Zeit gedacht, ich bin zu blöd den Meißel richtig zu benutzen,
bin aber vor kurzem drauf gekommen, dass es irgendwie am Schliff liegt.
Folgendes ist das Problem:
Schlichten in die eine Richtung geht gut, in die andere gibt's oft fürchterliche Rattermarken.

Meine Analyse dazu:
Ich schleife auf einer Tormek, mitlaufend, dabei stellt sich natürlich ein Grat an der Schneide auf.
Wenn ich so schlichte, dass der Grat an der Schneide unten (also auf dem Holz) ist, alles schick,
andersrum gibt's die besagten Marken.
Normalerweise ziehe ich die Schneide kurz auf der Lederabziehscheibe ab, ich krieg den Grat aber selten wirklich weg.
Hab jetzt diverse Meißel ausprobiert, ist bei den meisten ein Problem.
Ach so, vielleicht noch: Ich dreh viel Obstholz, hauptsächlich Zwetschge, und hab bis jetzt einen Keilwinkel zwischen 40-45° verwendet.

Also die Frage: Wie schleift ihr, wie kriegt ihr den Grat weg, hat sonst noch wer diese Erfahrung gemacht, oder ist irgendwas anderes im argen?

Würd mich über Hinweise freuen,
Grüße,
Mattis

p.s. Wenn ich drechsel, ist das wochenweise Vollzeit, wär also über eine "schnelle" Variante zum Schleifen recht dankbar.

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Wolli
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Beitrag von Wolli » 30.05.2016 - 14:12:26

Hallo Mattis,

ich bin selbst noch Anfänger und kann dir keinen speziellen Rat geben.
Aber ich glaube ein Bild von den Rattermarken und/oder von deinem Meißel könnte den Experten helfen, die Lage richtig zu beurteilen.
Vielleicht gelingt es dir sowas hier einzustellen.

Viele Grüße
Wolfgang
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Gast
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Beitrag von Gast » 30.05.2016 - 14:44:05

Hallo Mattis ,
der Grat muß bei einem Meißel weg - das hilft alles nix :-C .
Mein Tip : Besorge dir einen ( weichen ) hochwertigen Wasserabziehstein statt mit einer Lederabziehscheibe zu arbeiten . Eine Lederabziehscheibe ist eher etwas zum Abziehen von Rasiermessern oder ähnlichem um die letzte "Haarschärfe" zu erreichen .
Die billigen "harten" Abziehsteine die es im Baumarkt gibt taugen eher nichts , im Drechselzubehör wird es gute Steine geben . Kauf dir keinen Kombistein , sondern z.B. einen "sogenannten japanischen" Abziehstein mit einer Körnung von ca. 4000 ( kosten im Versteigerungshaus so um 25 € , z.B. mit "Kings" davor , Link soll man ja nicht mehr einstellen ) . Die Teile werden ( zumindest bei mir ) immer in Wasser gelagert .
Grüße
Andreas
P.S. Zum Abziehen von Röhren am besten gleich einen Hohlmeißelstein mitkaufen , wenn du es schaffst richtig abzuziehen ( Youtube ? ) wird beim Schlichten mit dem Meißel die Sonne aufgehen . :prost: . Der Keilwinkel beim Meißel beträgt bei mir eher so um 30° , da fliegen die Späne ....
Zuletzt geändert von Gast am 30.05.2016 - 15:02:12, insgesamt 2-mal geändert.

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remus
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Beitrag von remus » 30.05.2016 - 14:55:59

Hallo Mattis,
einfach wechselseitig an einen feinkörnigen Schleifteller halten,
Fritz-RS hat dazu gerade einen interssanten Beitrag im Forum eingestellt,
Hölzerkarl auch schon mal, einfach mal die Forensuche checken
Viel Erfolg und
viele Grüße,
Rolf
"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind" (Albert Einstein)

Nord_holzwurm
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Beitrag von Nord_holzwurm » 30.05.2016 - 15:00:44

Hallo Mathias,
wechsel doch einfach mal die Schleifrichtung :pfeil: an deiner Tormek :ausruf: .

Gruß Thomas

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Nikel
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Beitrag von Nikel » 30.05.2016 - 15:06:45

Hallo Matthis,
solange das Eisen keine Scharte hat, ziehe ich meist vor jedem Arbeiten kurz ab; ansonsten schleife ich mit dem Wiedemannhalter auf einem trockenen Stein.
LG
Petzer
Leb`n und leb`n lossn.

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Maintor
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Beitrag von Maintor » 30.05.2016 - 15:44:54

Hallo zusammen,
beim Schleifen auf der Tormek ( Naßschleifmaschine ) ist der Grat so minimal , daß er nach wenigen Sekunden beim Drechseln weg ist.
Ich ziehe schon lange keine Meißel mehr ab, die naßgeschliffen wurden.

Bei Trockenschliff auf Edelkorund kann das Ganze sinnvoll sein. Deshalb ist es sinnvoll beim Endschliff den Schleifdruck zu minimieren.

Beispiel: Durchmesser 60mm ; --> (d*Pi*n)/60 ---> ca. 8,8 m Schnittlänge pro sec


Bei Hobelmessern und Stechbeitel / Schnitzmessern ist das Ganze natürlich eine sinnvolle und erforderliche Notwendigkeit.

Gruß Ludwig

Gast
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Beitrag von Gast » 30.05.2016 - 16:07:57

Hallo Ludwig,
es wurde ja im Eingangsposting beschrieben, dass der Grat das Problem ist.
Ich ziehe auch mehrmals ( 2 - 3 mal ) ab bevor der Doppelschleifer wieder angeworfen wird,
die Schneide wird beim Abziehen schärfer und stabilisiert sich ( = hält den Schnitt länger ).
Nicht abziehen tue ich nur Röhren beim Querholzdrehen und natürlich Schaber.

Grüße
Andreas

Ps. @ Mattis : Der Keilwinkel von 45° ist viel zu groß.
Ich habe gerade mal gemessen, meine Meißel haben einen Keilwinkel von 25° - 30° .

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Maintor
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Beitrag von Maintor » 30.05.2016 - 16:27:51

Hallo Andreas,
zum leichten Nachschärfen ist ein Abziehen optimal (spart Werkzeug), hier stimme ich dir voll zu.

Ich glaube aber, daß das angesprochene Ursache /Problem von Matthias der zu große Keilwinkel 45° ist.

Gruß Ludwig

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Fritz-RS
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Beitrag von Fritz-RS » 30.05.2016 - 18:02:06

Mein bester Meissel ist ein Sheffield-Ovalmeissel mit einem Keilwinkel von 30°.
Alle anderen sind soweit schlechter im Schnitt, je stumpfer der Keilwinkel ist.
Ich bin dabei, sie mit jedem Schliff etwas schlanker zu machen. (Täte mir auch gut).

Zum Abziehen noch einmal der Hinweis:

viewtopic.php?t=43320

Nach dem letzen Abziehen drücke ich die Schneide kurz in ein Holzstück. Das ist der gleiche Effekt wie von Ludwig beschrieben.

Gruß Fritz
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afu4711
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Beitrag von afu4711 » 30.05.2016 - 18:55:37

Hallo Matthias ...

Schau mal in der Bedienungsanleitung der Tormek Seite 100 - Tabelle -.

1. a=30 Grad Für feine Detailarbeiten .....

2. a=45 Grad für Standardform ....

Ich selbst (wie viele andere) nutzen die 30 Grad Version.

Einstellung JS20 P65 Loch B.

Damit habe ich die beste Erfahrunmg gemacht.

Wichtig beide Seiten gleich schleifen.

Na dann viel Spaß.

Beste Grüße Arnim

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Erick
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Beitrag von Erick » 30.05.2016 - 20:14:26

Hallo
Zum Thema Meißel schärfen habe ich hier im Forum vor längerer Zeit einen Beitrag eingestellt, Titel, Meißel schleifen kein Problem mehr.
Zum Abziehen meiner Meißel benutze ich eine spezielle Filzscheibe, diese wird mit einer Abziehpaste präpariert. Die Scheibe wird mit einem Futter gespannt.
Bei Bedarf könnte ich ein Foto dazu einstellen.

Den oben erwähnten Beitrag findet man so, in Forensuche , Meißel schärfen eingeben.
Dann die Seite 15 anklicken.
Gruß Erick
Holz und Deine Welt hat wieder ein Gesicht

Gast
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Beitrag von Gast » 30.05.2016 - 21:04:47

Hallo Erick ,
ich habe auch schon viel experimentiert . Unter anderem habe ich einen speziellen "rückwärtslaufenden" Doppelschleifer mit gummigebundenen Korundscheiben den ich nur zum Abziehen meiner Tassenstähle nutze . Ich habe natürlich schon Versuche gemacht normale Drechseleisen damit abzuziehen , das Ergebnis ist aber eher negativ . Das liegt wohl einfach daran das "die Mikrofase" beim Abziehen mit einer weichen Scheibe ( Filz , Gummi ) leicht ballig wird , es fehlt dann einfach die "Haarschärfe" die ich beim fachgerechten Abziehen mit guten Abziehsteinen bekomme .
Ich bin sicher kein Feind von Innovationen , aber ich habe bei Hobbydrechslern oft das Gefühl das alles neue das auf den Markt kommt vorbehaltlos positiv angenommen wird , da ja oft auch der Vergleich ( in der Praxis ) zu "traditionellen" Methoden fehlt . Für mich braucht es zum Schärfen von Drechseleisen nur Doppelschleifer ( 200 mm Scheiben / 3000 upm ) OHNE SCHÄRFVORRICHUNGEN und mit guten ( weichen ) Korundscheiben verschiedener Körnung , einen Satz guter Abziehsteine und noch einen Gratzieher ( alte umgeschliffene Dreikantfeile ) für die Schaber . Man muß halt ein wenig üben um freihändig am Doppelschleifer zu arbeiten , aber das ist kein Hexenwerk - Übung macht den Meister . :-L
Grüße
Andreas

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Raupenzwerg
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Beitrag von Raupenzwerg » 30.05.2016 - 22:30:32

Erick hat geschrieben:Hallo
Zum Thema Meißel schärfen habe ich hier im Forum vor längerer Zeit einen Beitrag eingestellt, Titel, Meißel schleifen kein Problem mehr.

Den oben erwähnten Beitrag findet man so, in Forensuche , Meißel schärfen eingeben.
Dann die Seite 15 anklicken.
oder

Oben Forensuche anklicken
Begriff suchen: Meißel schleifen, rechts Nach allen Wörtern suchen anklicken!
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Gruß Eva
Grüsse aus dem Schloßgarten
vom einzig wahren Raupenzwerg Eva

matthias_branschke
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Beitrag von matthias_branschke » 31.05.2016 - 08:36:52

Vielen Dank für die Hinweise!
Keilwinkel guck ich mir mal an, hab da eigentlich ganz gute Erfahrungen mit dem recht stumpfen Winkel, zumindest wenn ich in die eine Richtung schlichte.
Kann aber sein, dass es dann ohne Grat ganz anders ist. Dieser ist wie gesagt trotz Tormek ein Problem, vermute aber, dass dieses auch durch das Ausgangsmaterial des Meißels beinflusst wird.
Ganz nebenbei, ich weiß von ein paar schottischen Dudelsackbauerkollegen, dass teilweise mit einem Keilwinkel von 45-50° Grat gearbeitet wird (zugegeben, die machen viel in Tropenholz).
Schleifsteine usw. sind vorhanden, hatte nur gehofft, ich komm um's abziehen drumrum, bei Röhren, Abstechstählen usw. komme ich mit dem Grat ganz gut klar.
Ich werd mir auf jeden Fall mal die angesprochenen Posts durchlesen.
Mal aus Neugier: Wenn ihr drechselt, wie oft wird euer Werkzeug geschliffen?
Ich arbeite wie gesagt phasenweise recht viel an der Drechselbank (berufsbedingt immer so 4-5 Wochen am Stück Vollzeit, also 8-10h/Tag) und schleif dann eigentlich die meisten Eisen täglich durch.
Einige Eisen, die ich viel benutze (vor allem für eher filigrane Verzierungen), deutlich öfter.
Ist bei mir alles Langholzarbeiten, und ich hab eigentlich nur 5 Eisen im Einsatz.
Schleift ihr weniger?

Grüße,
Mattis

p.s. Schonmal als Entschuldigung: Werde die Antworten wohl erst in einer Woche oder so lesen können, also wenn von mir nichts kommt, nicht wundern.

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GentleTurn
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Beitrag von GentleTurn » 31.05.2016 - 09:41:02

Moin,

als Neuling in Sachen Drechseln und Schleifen habe ich mir die Tormek T4 samt der nötigen Halterungen für Flach- und Hohlwerkzeuge besorgt. Ein Parameter meiner Beginnerkette sollte stimmen: Scharfe Werkzeuge. ;-)

Wenn nach den sehr genauen Anleitungen (Videos gibts dazu noch auf der Tormekseite) arbeitet, bekommt keine Probleme. :-C

Ich habe mich vorher an anderen "Schleifsachen" versucht. Wer 'ne Tormek hat, sollte an sich keine Probleme mehr haben, sofern die Zubehörteile benutzt werden. Dort zu sparen heisst, am falschen Ende zu sparen...

Ich benutze Flachmeißel, die ich u.a. mit 30 Grad bis testweise 45 Grad (in der geeigneten Vorrichtung und den Lehren) geschliffen habe. Neben geraden auch welche, die Schräg sind (20 Grad) und nun sogar eine mit leicht gebogener Schneide. Siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=LUZSO0tfqXA

Sogar für abgerundete Schneiden gibt es bei Tormek Anleitungen. http://www.tormek.com/de/

Edit: Durch Zufall bin ich in einem anderen Thema auf diverse Videos gestossen, eines hier:
https://www.woodturnerscatalog.com/p/13 ... ideoPlayer
Liebe Grüße, Martin.

Das Geheimnis des Drechselns ist der Einsatz von scharfem Werkzeug im richtigen Winkel bei passender Geschwindigkeit.

~  Meine Filme auf YouTube und Bilder auf Instagram  ~
 

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Beitrag von 61op » 31.05.2016 - 10:10:16

servus zusammen.
auch wer keine tormek hat, die vorrichtungen der tormek aber nutzen moechte hat die moeglichkeit seinen doppelschleifer entsprechend umzuruesten.

Klick

und fuer die, die mit einem wolverine system arbeiten hat tormek einen entsprechenden adapter im angebot.

Klack


gruesse
Otto

*edit by Raupenzwerg

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Albuser
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Rattermarken.

Beitrag von Albuser » 31.05.2016 - 10:25:28

Hallo,
meistens entferne ich den Grat mit einem feinen Abziehstein.
Rattermarken bekomme ich hin wenn ich den Meisel falsch halte.
Ich fange dann an eine glatten Stelle wieder an und fahre sachte über die Marken weg, bis sie entfernt sich. Ich vermeide es auch gegen die Faserrichtung zu arbeiten.
Holz, ein Freund fürs Leben. Auch wenn´s krumm kommt.
Albus´er Kleiner Odenwald

Juppi
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Drechseleisen abziehen

Beitrag von Juppi » 21.10.2017 - 16:39:01

Ich Schleife meine Messer auf einer Edelkorundscheibe und ziehe sie dann auf einer Schleifpastee die mit Polierwachs eingearbeitet wurde ab, es ergibt eine wundervolle Schärfe auch ohne Tormek.
Juppi

Drechlerhans
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Meißel schärfen

Beitrag von Drechlerhans » 21.10.2017 - 18:25:58

Hallo Mattis,

ggf drückst Du zu stark gegen das Werkstück.
Lass des Meißel laufen und übe mal mit der Winkeleinstellung.
Ich schleife miittels meiner selbst gabauten Vorrichtung die Meißel an einer Korundscheibe Drm 200, 2800 1/min und
ziehe sie auf einer Filzscheibe mittels Paste ab.
Drehrichtung von dem Werkzeug weg.
Prüfe so alle Drechseleisen auf Rasierschärfe an meinen Handhaaren.
Die Filzscheibe und Paste gibts bei den Wiedemännern (Werbepartner)
Viele Erfolg

Hans

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Uwe
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Beitrag von Uwe » 21.10.2017 - 21:19:25

ich glaube das er das Problem nach 18 Monaten bestimmt gelöst hat :-L :-L
Nur was Mann ausprobiert kann Mann auch beurteilen!

matthias_branschke
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Beitrag von matthias_branschke » 22.10.2017 - 17:30:44

Stimmt, ich hab's soweit im Griff!
Für die Teile die ich mache und in dem Material in dem ich arbeite (Langholzdrechseln,
Teillänge meistens zwischen 200-350mm, Durchmesser so gut wie nie über 40mm)
hab ich für mich folgendes rausgefunden:
EIn Winkel zwischen 35-40 Grad funktioniert sehr gut, hat eine brauchbare Standzeit, und man
kann auch mal über ein Stück Tropenholz drüber ohne ankst um die Schneide haben zu müsen.
Beim schärfen hab ich mit den zwei Meißeln die ich im Einsatz habe folgendes festgestellt:
Ich hab einen Meißel aus dem Miniatursatz von Sorby. HSS, Härte laut Messung eines
befreundeten Schmiedes ca. 60 HR (ehr ein bisschen drunter) Wenn ich den mit mitlaufender
Scheibe an der Tormek schleife, ist nach dem abziehen der Grat weg (reicht eigentlich den zweimal mit
dem Fingernagel hin und her zu falten)
Bei dem Problemmeißel geht das nicht, der liegt aber auch ehr bei 63 HR (und da HR nicht linear sondern
logarhythmisch ansteigt, ist das wirklich viel mehr). Wenn ich den mitlaufend schleife,
brav erst die eine, dann die andere Seite krieg ich den Grat nicht weg.
Gehe mittlerweile so vor, das ich den Meißel schärfe, und nachdem die Schneide eigentlich abziehfertig
wäre, das Werkzeug noch 5 mal hin und her wende, und die beiden Seiten nochmal kurz überschleife.
In der Theorie faltet das den Grat jedes mal hin und her, und er sollte eigentlich immer etwas kleiner
werden. Was auch immer genau vorgeht, danach geht's (und meist auch ohne abziehen)
In diesem Sinn, Liebe Grüße,
Mattis

michael1968
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Beitrag von michael1968 » 23.10.2017 - 20:46:36

Mal ne frage: habe im net gelesen man kann den grat auch mit einer holzscheibe entfernen (siebdruckplatte) oder muss man abziehen?
Habe ein langsamläufer mit lederscheibe und soll das leder einölen und dann mit zahnpasta abziehen.
Oder was sagt ihr dazu?
wäre dankbar für tips und anregungen.

lg micha

Blauauge
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Beitrag von Blauauge » 23.10.2017 - 21:01:50

Hallo Michael

Das mit der Siebdruckplatte geht, sie sollte nur schön plan und möglichst breit sein,
einfach mit Schleifpaste einreiben und der Grat ist im nu weg, habe ich mit Messer schon mehrfach gemacht.
Zahnpasta sollte aber zum abziehen auch gehen.

Gruß Jürgen
Bei mir dreht sich alles...........

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