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Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Eure Erfahrungen mit Drechselwerkzeugen

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Matzel1970
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Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Matzel1970 » 11.05.2022 - 16:51:16

Moin in die Gemeinde

Ihr kennt das: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren….“ Spätestens da ist das Hirn schon gelangweilt abgeschaltet. Aber genau darüber möchte ich mal berichten. Könnte sein, dass der Fachbeitrag interessiert.

Man sieht ja immer wie einfach mit nem Schalenstecher umgegangen wird. Insbesondere wenn man dem Ronald Kanne so zusieht, geht das ja quasi wie von selbst. Und vor allem geht das immer so schnell.

Also ist man angefixxt und muss so ein Teil auch haben. Ja, auch ich bin für subtile Werbung empfänglich.
Zu Weihnachten war es also Zeit sich so ein Teil zuzulegen. Man muss sich ja auch mal was gönnen, so die eigene Ausrede.
Zum Telefon gegriffen und so ein Teil bestellt. Oneway Easy Core war das Objekt der Begierde. So wie es beim Ronald Kanne aussieht müsste ich das ja auch hinbekommen. So war der Plan. Der trifft natürlicherweise dann auf die Härten der Realität.

Aber zurück ins letzte Jahr. Einen Tag später brachte die schwitzende Postbotin ein großes und vor allem schweres Paket an die Tür. Im Heimbüro lauert man ja schon auf den Paketboten und sieht den virtuellen Lieferwagen sich der Heimatadresse nähern. Das Auspacken konnte dann leider erst nach der Arbeit erfolgen. Die Vorfreude steigt.

Auspacken und es zieht Ernüchterung ein. Ihr kennt das vermutlich, es gibt derzeit Lieferschwierigkeiten. Keine Klemmplatte dabei. Eine Klinge fehlt. Anruf beim Lieferanten - liegt noch im Container. Der ist noch nicht angekommen und soll im Februar 2022 ankommen.
Der Februar kam und brachte nix.

Die nervösen Knochen wollten aber unbedingt an das neue Spielzeug. Also Klemmplatte für Arme gebaut. Eigentlich sollte die völlig anders aussehen. Aber ein Lehrer in der Ausbildung meinte „Das ist so einfach, dass es wieder kompliziert wird.“ – in diesem Sinne ohne die Fräse zu belästigen etwas erstaunlich einfaches und dennoch praktisches zusammen gesetzt. Die Fräse musste dann aber doch ran. Diese blöden Zollmaße ärgern das metrische Herz. Im Forum wurden diese Lösungen bereits thematisiert und so habe ich das mal für mich umgesetzt. Entstanden sind der metrische T-Nutenstein und die Schraube zur werkzeuglosen Schnellverstellung der Unterstützungsplatte.

klemmplatte.jpg

Glücklicherweise war die Anwendungs DVD dabei. Also schon mal theoretisch ausbilden lassen. Ja, auch zu mir hat es sich schon herumgesprochen und ich weiß, dass man das heutzutage auf nem Videoportal herunterstreamt. Ich bewahre mir da ein wenig vom „old shool“.

Nun musste der erste Test her. Kumpels hat nen Waldspaziergang angesetzt und es ist ein wenig ausgeartet. Der Holzmarder konnte nicht aus seiner Haut und hat dem Brennholzstapel ein wenig Ahorn entnommen. 30cm im Durchmesser, aber dicker war das Stämmchen eben nicht. Zwei Stücke in ca. 80cm Länge habe ich mir erlaubt. Es wurden dann doch 3 aber auch ein schlechter Ruf muss man sich verdienen und ab und an bestätigen.

Die ersten Tests sind ganz gut verlaufen und man lechzt nach mehr. Böse Nebenwirkung!

Schalenstecher.jpg

Man wird süchtig und überschätzt sich wohl auch leicht.
Also geht man auf Holzjagd und kann nicht anders.
Der Garten liegt ruck zuck voll mit dem Zeugs, wenn man nicht aufpasst! Alles mal mit Ancorseal eingepinselt und den Haufen sparsam weg gestapelt damit einem der Gärtner nicht aufs Hühnerauge tritt.

holz.jpg

Überschätzung der Zeitdauer ist ein beliebtes Spiel. Wenn man bedenkt, dass jeder dieser Stämmchen mindestens 4 Stunden Arbeit beinhaltet könnt ihr Euch selbst ausrechnen wie lange man da dran hockt. Zumindest beim Ahorn war das so meine Zeit um 8 Schalen zum Trocknen weg stellen zu können. Ob das eine gute Zeit ist, müssen andere entscheiden.

Hier bei der gezeigten Esche sind es leider ein paar Stunden mehr bei der Verarbeitung geworden. Das liegt vor allem daran, dass die umliegenden Werkzeuge irgendwie geschrumpft (?) sind. Eine 30cm Stammrolle kann noch auf der Bandsäge in zwei Hälften gesägt werden. Bei einer 40cm Rolle ist mir das nicht mehr möglich. Die Kettensäge braucht einen Moment länger.
Habt ihr im Übrigen eine Vorstellung vom Gewicht eines 40cm Stammrollenrohhlings? Ich finde die sind schwerer geworden. Sehr viel schwerer. Einen 40cm Rohling will man erst mal so allein und von Hand auf die Maschine zum Ausrichten wuchten. Da gingen mir die benötigten Hände schnell aus. Der Rücken meldet sich auch noch nach Tagen, wenn das Glücksgefühl der gefertigten Schalen schon längst verflogen ist.

Und was kommt dann, wenn man die großen sorgsam erjagten Rohlinge auf der Bank hat?
Man sucht Metall. Mist, wie ärgerlich!
Der erste große Rohling hatte gleich nen Nagel. Leider genau in der geplanten Spur des Schalenstechers. Wie tief der ist und wo er lang geht erfährt man nur mittels taktischem Vorgehen. Ich habe das mal für Euch im Foto fest gehalten.

nagelsuche.jpg

Der zweite Rohling war noch schlimmer.

PPP1.jpg

Zwei Eisen in einer nicht deckungsgleichen Spur. Ich wollte mir die Zerstörung der Schneidplatten des Schalenstechers ersparen.
Wobei das im neuen System, das ich habe, sehr clever auswechselbar gelöst ist. Aber wie oft will man beim Eisenkontakt nachschleifen?

PPP2.jpg

Also wieder von Hand und zu Fuß den Inhalt der Schale ausgedreht. So sah ein Zwischenstand aus. Der Baum stand an der Grundstücksgrenze und ich habe wohl einen Teil des Zaunes gefunden.

Mir ist bisher erst ein dreier Nest gelungen. Diese beiden Rohlinge wären auch Kandidaten dafür gewesen. Es schmerzt, so in Gedanken.

Die Menge der Späne wird ja immer gern als Verkaufsargument für die Schalenstecher herangezogen. Pah kann ich da nur sagen. Das Problem wird kleiner aber bleibt dennoch bestehen. Im folgenden Bild sind die ca. 450l Späne einer Drechselsession mit dreien dieser Eschenstämmchen entstanden. Ein paar Teile wie die abgeschnittenen Ecken der Rohlinge sind im Brennholzstapel verschwunden. Aber die Masse an Spänen hat man dann leider doch. Ich konnte nun endlich jemanden finden, der mir die abnimmt.

späne.jpg

Nun steht man also mit vielen schönen Schalen da. Das Holz klatschnass und es soll möglichst schonend und rissfrei trocknen. Ich habe extra einen zugluftfreien Raum, wo ich die nun aufgestellt habe. Ich hoffe dort wird es was werden. Mit Ahorn habe ich durchaus gute Erfahrungen sammeln können. Bei Esche hat diese Trocknungsmethode auch schon gut geklappt. Aber jeder Baum ist anders und ich befürchte ein wenig Lehrgeld entrichten zu müssen. Ich hoffe alles wird im Rahmen bleiben.

trockenraum.jpg

Aber der Raum ist bereits gut gefüllt und es warten noch ein paar der kleinen Stämmchen auf Verarbeitung. Die reissen nun schon fröhlich vor sich hin. Zeitmanagement – war da was?

So ein Wochenende im Drechseln durchzuziehen ist auch Arbeit! Muss man, und wohl auch Frau und Familie, mögen. Nun geht auch die Gartenzeit wieder los und tausend andere Verpflichtungen warten.

Somit ist derzeit nur ein Teil der Arbeit getan. Denn nach dem Trocknen muss ja noch die Weiterverarbeitung durchgezogen werden. Nachdrechseln, wenn möglich, Schleifen und Ölen stehen noch an. Das wird auch noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Zu guter Letzt lauert noch das große Problem: Wie und wo verkauft man das alles?
Bis dahin hat man schon viel Freude an den Werkstücken gehabt, so vertage ich die Lösung dieses speziellen Problems erst Mal in die Zukunft.

Alles in allem bleibt ein ganz kurzes Fazit: Ich liebe dieset Dingen!

PS.: Bald ist ja das Drechseltreffen und viele werden dem Ronald Kanne wieder staunend über die Schulter schauen. Ich werde das auch tun weiß aber, dass er nur ein Teil der Arbeit zeigt. Denn er ist gut vorbereitet und die Späne um ihn herum fallen normalerweise gar nicht so schnell auf.
Also nicht, dass ihr sagt: „Hättste mal was gesagt.“. Hab ich nu.

Danke fürs Lesen und Grüße in die Runde
Grüsse Matthias

Wirklich wichtige Dinge kann man nicht kaufen.

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drmariod
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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von drmariod » 11.05.2022 - 17:16:37

Hallo Matthias,
Danke für den spannenden Bericht! Jaja, die Werbung und der Gedanke wieviel weniger man zerspant und mehr man bekommt…

Bezüglich der Späne hab ich in eBay Kleinanzeigen eine Anzeige Drechselspäne zu verschenken für Mulch oder Hühner erstellt. Bei 6 Leuten hab ich die Anzeige deaktiviert. Habe eine WhatsApp Gruppe Späneverteiler erstellt und dort reißen mir die Leute die Späne aus der Hand…
Sie kommen mit Gartensäcken und ich hab keine Arbeit mehr…

Die anderen Probleme hab ich auch noch nicht gelöst 😀

Viele Grüße
Der Mario
"Etwas nicht zu können ist kein Grund es nicht zu tun..."
(Alf)

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von PaRay » 11.05.2022 - 18:43:13

Hallo Matthias,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich gehe schon lange schwanger mit dem Wunsch nach einem Schalenstecher. Die Späne sind nicht das Problem dabei, die gehen auf Grünschnittplatz.
Ich will auch keine Großproduktion an Schalen machen, ich stehe mehr auf Einzelstücke.
Kaufen würde ich mir das Teil nur, um bei wertvollem oder für mich seltenem Holz (Zirbe, Mammut, Maserknollen) mehr aus einem Stück zu holen.
Ich bin noch zu keiner Entscheidung gekommen, ob es sich für mich lohnt und wenn doch welches System?
Kollege Kanne in Ehren, aber auch andere Väter haben hübsche Töchter.

Runde Grüße
Paul
Was sich spannen lässt, lässt sich auch drechseln. ;-)
Holz, Stein und Epoxidharz sind meine bevorzugten Materialien.

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Jesse » 11.05.2022 - 18:52:39

Hallo Paul,

Mit dem Schalenstecher ist es so eine Sache. Man sticht schnell viele Schalen und spart Holz. Auf der anderen Seite muss man aufpassen, dass man vor lauter Rohlingen nicht die Lust am Drechseln verliert. Ich weiß nicht wie ich das am besten ausdrücken soll. Unfertige Arbeiten setzen mich manchmal unter Druck.
Da geht manchmal Kreativität verloren. Wenn man aber möglichst viel produzieren möchte, dann kann der Schalenstecher eine große Hilfe sein.

Gruß Jens

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Peter Gwiasda » 11.05.2022 - 18:56:30

Hallo Matthias,

ich danke für deinen ausführlichen Bericht, der zeigt, dass auch längere Texte sehr spannend sein können. Sie müssen nur mit Lust und etwas Hintersinn formuliert sein. Eine kleine Bemerkung von dir hat mich getroffen: "Ich finde die sind schwerer geworden. Sehr viel schwerer". Gemeint sind die Hölzer, die nassen Stammrohlinge. Kann ich nur bestätigen. Ich beschäftige mich seit fast einem halben Jahrhundert mit Holz in allen denkbaren Varianten und komme heute zu dem Schluss, dass sich die Gravitation unserer Mutter Erde stark verändert hat. Früher hob ich mit einem eleganten Ruck einen Meterstamm auf die Schulter... und heute stöhne ich beim Transport eines Kasten Licher-Biers. Das kann doch nicht an mir liegen!

Noch etwas zum Thema Späne: Ich offeriere die Späne bei Gartenbesitzer als idealen Wegebelag, natürlich, ungiftig, verhindert unerwünschten Bewuchs. Die Nachfrage ist groß, seit ich die Späne mit attraktiven Adjektiven versehe: wohlriechend (Zirbe, Lärche) oder krautvernichtend durch Gerbstoffe (Eiche und Kastanien). Diese Erzählungen sind sehr beliebt.

In der Erwartung weiterer ausführlicher Berichte von dir grüße ich freundlich

Peter Gwiasda
Wie tröstlich, dass auch unsere Erde nicht wirklich rund ist.

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von RS-36 » 12.05.2022 - 05:45:13

Hallo Matthias,

das nasse Holz muss heutzutage tatsächlich mehr Wasser aufgenommen haben als früher.
Ich hatte auch einen 50cm Eichenstamm, der meinem Rücken immer noch in Erinnerung ist. Der Baum war aus einem Privatgrundstück im Wald.
Meine Kettensäge freute sich 1 mal über den Besuch eines eingewachsenen Messers :?oh und 5 mal über Schrauben.
Mein Fazit: Niemals wieder Holz aus einem Wochenendgrundstück. :-L

Grüße
Ralf

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Matzel1970
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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Matzel1970 » 13.06.2022 - 14:37:53

Moin in die Runde

Ich wollte hier noch ein wenig weiter machen.

Vor der Bestellung ging das Rätselraten über die benötigte Größe los. Wir, der Lieferant und ich, haben uns auf die 24“(Zoll) Variante eingeschossen. Meine Spitzenhöhe ist 350mm. Wurde auch so geliefert.
Wir wollten sicher gehen, dass die Apparatur auch wirklich auf die Bank passt.

Beim Arbeiten jedoch ist der eintauchende Bolzen der Klingen doch etwas kurz. Es ergibt eine nicht so optimale Führung der Klinge oder die Möglichkeit des Ausweichens der Klinge beim Ausstechvorgang. Damit sind Vibrationen Tür du Tor geöffnet. Als ein Wort mit dem Lieferanten gesprochen und wir tauschen um auf die 26“ Variante des Unterteils.

Nun ist das Gerät angekommen. Ich habe ein paar Tage gebraucht bis wieder ein wenig Platz in der Werkstatt war. Dann habe ich für Euch ein paar Fotos geschossen, um die Thematik zu verdeutlichen. Ich hoffe es hilft die richtige Größe auf Anhieb herauszufinden.

Ich habe hier die kleinste Spitzenhöhe des 24“ und des 26“ Systems illustrieren wollen.

Oneway.jpg

Oneway1.jpg


Im folgenden Bild kann man die Eintauchtiefe des Klingenhalters in der Führung sehen.

Oneway2.jpg


Mit dem 26“ System habe ich weniger Vibrationen und ein viel besseres Gefühl beim Schalen stechen.

So viel zu meine Erfahrungen und ich hoffe es hilft Euch weiter. Bei Fragen einfach fragen.
Grüsse Matthias

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Jesse » 13.06.2022 - 15:49:08

Hallo Matthias,

sehe ich das richtig, und du stichst immer noch deutlich unter der Höhe der Drehachse in das Holz?

Gruß Jens

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Re: Zu Risiken und Nebenwirkungen eines Schalenstechers

Beitrag von Matzel1970 » 15.06.2022 - 15:37:29

Moin Schalenstecher und die es werden wollen

Die Klinge des Oneway Schalenstechers ist dreigeteilt. Es ist eine coole Lösung für einen guten Späneabfluss.

Die beiden Fotos im letzten Beitrag stellen die minimale Spitzenhöhe für die beiden Varianten des Basissystems dar.
Beim Schalenstechen wird die Klinge der Hauptschneide auf die Höhe der Drehachse eingestellt. Die Drehachse ist durch den kleinen Punkt auf der Holzscheibe dargestellt. (So wie auf den Fotos würde das Schalenstechen nicht funktionieren!)

Im letzten Bild sieht man die Eintauchtiefe des Messers bei Einstellung auf Mitte im 24“ und 26“ System. Die Höhen- oder Mitteneinstellung wird über eine Madenschraube am unteren Ende des zylindrischen Teils ausgeführt. Die Kontermutter ist auf dem Bild zu sehen. Damit bleibt die eingestellte Höhe auch bei der Bewegung erhalten. In der Hülse des Basisteils ist ein Bolzen, auf den die Madenschraube drückt. So kann die Höhe der Klinge und die der Unterstützung sehr fein eingestellt werden.
In diesem Beispiel bietet mir die 26“ Ausführung mehr und vor allem eine sicherere Führung der Klinge. Deshalb habe ich der 26“ Variante ausgewählt.

Der ganze zweite Beitrag sollte nur als Hilfestellung zur Wahl der Größe des Basisteils verstanden werden.

Ich konnte diesen, hoffentlich als Fachbeitrag erkennbaren, Bericht nur über das Oneway Easy Core System schreiben, weil ich nur dieses System benutzt habe.
An ein Keltonsystem habe ich mich noch nicht herangetraut.

Wofür man sich selbst entscheidet, also welche Tochter man heiratet, bleibt jedem selbst überlassen.

Zumindest hat man, so hoffe ich, eine Idee über einzelne Details bekommen.
So kann bei einer Vorführung gezielter Fragen stellen, um sich für das den eigenen Anforderungen passende System zu entscheiden.
Grüsse Matthias

Wirklich wichtige Dinge kann man nicht kaufen.

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