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Seidenakazie / Schlafbaum - Albizia julibrissim

Alles rund um exotische Holzarten

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Dieter M.
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Seidenakazie / Schlafbaum - Albizia julibrissim

Beitrag von Dieter M. » 30.09.2013 - 21:17:26

Guten Tag Forengemeinde

Ich möchte euch heute ein nicht alltägliches Holz vorstellen - Seidenakazie, Albizia julibrissim.

Zu den technischen Eigenschaften kann ich noch nicht viel sagen - der Stamm hatte eine Fällfeuchte von ca. 26 - 30 % ( errechnet am Trockungsverlust in der Mikrowelle ) Verzug des Probemusters in der Mikrowelle bei 300 Watt und jeweils 2 Minuten kaum festellbar. Keine Rissbildung durch das Trocknen in der Mikrowelle.

Sägen und hobeln gut und leicht. Härte würde ich gefühlt im Bereich Buche anordnen.


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W.H.
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Beitrag von W.H. » 30.09.2013 - 22:42:34

Guten Abend Dieter M.

je später der Abend, umso interessanter die Beiträge, fällt mir spontan dazu ein. Bisher habe ich das Holz vom Seidenbaum noch nicht in natura gesehen obwohl diese Bäume hier recht häufig und in der Hochblüte sehr auffällig sind. Das Holz habe ich mir so vorgestellt, wie es auf den Fotos aussieht, aber etwas gedrechseltes habe ich auch noch nicht gesehen. Es wäre also schön, wenn Du hier die daraus gefertigten Objekte zeigen würdest. Nach den zählbaren Jahrringen dürfte der Baum so 20-25 Jahre alt gewesen sein. Ist er in D gewachsen? Ich habe einen gleichalten Baum, von dem ich ein Foto anhänge
(wegen der Blüten) ich hoffe, Du hast nichts dagegen. Hätte ich damals gewußt, daß ich mal drechsle, dann hätte ich ein paar Bäume gepflanzt um eigenes Holz zu haben.
Vielen Dank für's zeigen dieser nicht "Alltäglichkeit".

MfG W.H.

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Dieter M.
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Beitrag von Dieter M. » 30.09.2013 - 22:49:07

Der Baum stand bis vor 14 Tagen in Erlangen - und war nach Aussage der Besitzerin vor ca. 40 Jahren von ihr selbst in ihren Garten als Jungpflanze eingesetzt worden. Alter also irgendwo zwischen 40 & 45 Jahren. Das Stammstück auf dem Bild war die erste Verzweigung am Stamm - bei ca 100 cm Höhe.

Ich werde aus dem Holz nichts drechseln - habe die Holzbearbeitung bis auf Musterherstellung für die Sammlung aufgegeben.
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Beitrag von Dieter M. » 01.10.2013 - 05:58:21

Nachtrag:

Unter Umständen wäre ich bereit gegen eine andere exotische Art die ich noch nicht in meiner Sammlung ( 700 Muster ) habe einen Halbstamm-Schalenrohling ( für eine Schale mit ca. 20 cm Durchmesser und 10 cm Höhe ) zu tauschen.

Wer also Interesse hat und meint für mich interessantes Material zu besitzen darf sich gerne melden.
Als Orientierungshilfe sei gesagt das ich 95% aller sich im Handel befindlichen typischen Drechselhölzer bereits als Muster habe, gleiches gilt für nahezu alle bekannten einheimischen Nutzhölzer.( Nadel & Laubhölzer )

Mit freundlichen Gruß Dieter M.
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Beitrag von Bioschreiner » 01.10.2013 - 06:17:59

Hi Dieter,

danke für deine Arbeit mit der Dokumentation der Hölzer.
Und schön, daß Du hier einen Bericht zur Seidenakazie einstellst.
Schade, daß Du Holz außer für Deine Sammlung nicht mehr bearbeitest.

Welche Holzarten fehlen Dir denn noch. Ich habe zwar keine so umfangreiche Anhäufung wie Du, aber vielleicht ist das Gesuchte dabei.

nette Grüße
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Beitrag von Dieter M. » 01.10.2013 - 13:57:08

Guten Tag Uwe,

Welche mir noch fehlen...wie könnte ich diese Frage beantworten wenn ich daran denke das manche Sammler zig-tausende haben?
Meine Sammlung steht eigentlich auch kurz vor dem Abschluss, aus diesen Grunde suche ich nicht mehr gezielt weiter.

Wenn ich es wie folgt formulieren darf: Der wirklich krönende Abschluss wäre ein größeres Stück von Myristica fragrans - Holz vom Muskatnußbaum.
Allerdings da ran zu kommen dürfte nahezu unmöglich sein. die genetisch reinen Muskatnußbäume wachsen nur auf den Banda-Inseln und den nördlichen Molukken, man sieht also: Eher werde ich schwanger, als das ich einen kleinen Block mit Herkunftsnachweis von dort bekomme.

Wenn ich einheimische Gehölze in Betracht ziehe wäre unter Umstanden ein großer Block z.B. vom Feuerdorn, von der Hagebutte ( Rosa canina ) oder ähnliches mit einem "Stammdurchmesser" von rund 10 cm in Betracht.
Wer nun meint sowas gibt es z.B. bei der Hagebutte nicht der täuscht sich. Ich habe vor zig Jahren auf dem Seitenstreifen einer Autobahn eine Hagebutte bergen können, die hatte 11 cm am Ansatz - allerdings nur auf einer Länge von 18 cm. Dies ergab ein Muster in Nehosoc-Format, welches aber bereits von holzfressenden Insekten regelrecht aufgefuttert war.

Eine Kuriosität gibt es noch, die hochinteressant wäre: Die verholzte Wurzel eines Weisskrautkopfes. Da käme man relativ leicht ran, aber die Bauern die ich damit behelligte dachten alle ich hab nen ordentlichen Riss in der Kanzel.Das stimmt zwar, aber in Sachen Holzmuster und Weisskrautwurzel ist mein Verstand klar wie Wasser.Im Prinzip muß man nur ein paar Weisskrautköpfe nicht ernten, gut vor Frost schützen und die einfach überwintern und nächstes Jahr "weiterwachsen" lassen. Es bildet sich ziemlich schnell eine relativ große, verholzte Wurzel, die in ihrer Optik einmalig ist.

Meine eigenen Versuche in großen Kübeln fielen alle den Raupenfrass zum Opfer.

Zu deiner Eingangsfrage: Einfach mal weg vom "Drechselholz-Denken" und mehr in Richtung "Gehölze",Buschwerk ect. gehen...

Gruß aus dem herbstlich-sonnigen Mittelfranken

Dieter
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Beitrag von Bioschreiner » 01.10.2013 - 19:48:16

Ja, ja,

ich merke schon,
das ist ganz anderes Niveau.

Auf den Banda Inseln war ich letzlich nicht und komme auch nächstens nicht hin.
Mein Weißköhler reiß ich mit den Wurzeln raus, die sind meist mit Kohlhernie befallen und da ist das Entsorgen ratsam.
Mit Ziersträuchern und ähnlichen Gehölzen experimentiere ich auch oft, so habe ich schon Rosenwurzel gedreht, sehr interessanre Markstrahlen oder standdürrer Ginster, eine Offenbarung.

Meist sind jedoch solche Stücke nicht in den Maßen vorhanden, die Du suchst, aber wenn ich was besonderes finde melde ich mich.

nette Grüße
Bioschreiner
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Beitrag von Dieter M. » 01.10.2013 - 20:52:18

Okay, danke schon mal. :-)

Ich habe auch schon aus Streifen Muster in Nehosoc-Format zusammen gesetzt - das geht auch, lohnt aber nur bei wirklich ausgefallenen Gewächsen, die schlichtweg nicht so dick werden.
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Beitrag von Christoph O. » 02.10.2013 - 17:09:10

Hallo Dieter,

meine Frau ist Landwirtin und wir leben auf einem großen Bauernhof.
Ich habe den Ackerbauern vom Hof mal gesagt das ich eine verholzte Weißkohlwurzel suche. Da ich hier als eingewanderter und fachfremder Städter sowieso nicht für voll genommen werde, haben sie die Anfrage mit Fassung aufgenommen. Sie haben versprochen Bescheid zu sagen wenn sowas auftaucht.

Grüße

Christoph

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Beitrag von Dieter M. » 02.10.2013 - 17:22:46

Ahoi.

"Von alleine" wird die nicht auftauchen - man muß gezielt ein paar Köpfe NICHT ernten und "überwintern" - dann im Folgejahr im Sommer oder noch besser im herbst "ernten"...je mehr Köpfe stehen gelassen werden, um so größer die Erfolgsaussichten - nicht jede Krautpflanze überlebt den Winter..
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