Erstversuch: großer Lampenschirm - habe noch einige Fragen

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fidelis
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Erstversuch: großer Lampenschirm - habe noch einige Fragen

Beitrag von fidelis » 19.09.2018 - 18:16:56

Lampenschirmrohling aus Fichte. Durchmesser 35cm/ Höhe 15cm/ Wandstärke 2mm.
Der Kern ist leider gleich zu Beginn geflogen und die Oberfläche innen ist nicht wirklich zufriedenstellend, aber es sollte einfach mal ein Versuch werden ob ich auch so ein großes Stück so dünn bekomme.
An einer Stelle ist sie leider leicht gerissen und sie hat sich dadurch, dass ich den Kern nicht raus geschnitten habe, auch schon ziemlich verzogen, aber ich bin trotzdem zufrieden. :-)

An die Fachkundigen unter euch:
Welchen Anschliff würdet ihr für hauch dünn drechseln empfehlen? Ich mache es derzeit mit der 6er Röhre mit Fingernagelanschliff.

Man kann ja so dünn gedrechseltes Holz auch biegen. Könnte ich das mit diesem Teil machen? Hätte da jemand Tipps für mich? Und wie dünn muss das Teil sein damit man biegen kann?

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*edit by Raupenzwerg
Liebe Grüße
Fid
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fidelis
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Beitrag von fidelis » 21.09.2018 - 11:06:16

Keiner einen Tipp für mich? :-(
Haben grade alle so viel zu tun, weil Weihnachten vor der Tür steht oder ist es nicht so gerne gesehen, wenn man "unfertige" Stücke zeigt? (gerne ehrlich sein!)
Liebe Grüße
Fid
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Titel: Erstversuch: großer Lampenschirm

Beitrag von Oertlein » 21.09.2018 - 11:40:19

Hallo Fid,
ich habe es so gelernt, dass man erst die Innenseite ausformt und anschl. stückweise die Aussenform bearbeitet.
Als Anschliff würde ich den traditionellen als auch den Fingernagelschliff mit einer 10 oder 13mm Röhre nehmen, auch der Einsatz einer Formröhre ist möglich.
Wenn du das Ganze noch biegen möchtest wirst du bis auf mind. 1mm Wandstärke drechseln müssen, wobei dies auch von der Holzfeuchte und der Holzart abhängig ist.
Grüße aus Oberfranken

Oertlein

drechseln mach den Tag erst rund
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remus
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Beitrag von remus » 21.09.2018 - 11:42:39

Hi Fid,
direkt raten kann ich dir auch nicht,
ich habe seinerzeit Kiefer vom Hirnholz her mit einem Martel-Haken ausgehöhlt
es mußte rundum Splintholz sein, das läßt das Licht auch heute noch gut durch
guckst du: "Erleuchtung nach Friederike" viewtopic.php?t=49082
übrigens auch mit überwältigendem Echo ;-)

Viele Grüße, Rolf
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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht » 21.09.2018 - 20:30:10

Hallo Fid,

ganz schön mutig, als erstes Übungsstück für einen Lampenschirm gleich mit 35cm Durchmesser anzufangen, und Respekt zu dem Ergebnis :klatsch: .

Ein richtiges oder falsches Werkzeug / Anschliff dafür gibt es nicht, sondern das was DU am besten beherrschst. Und daraus ergibt sich dann automatisch auch die für DICH beste Vorgehensweise, die bei anderen ganz anders aussehen kann.

Bei mir sieht das so aus: Dünn drechseln kann ich mit der Röhre (von aussen) besser als mit dem Haken (von innen); also stelle ich erst die Innenseite mit dem Haken fertig, beseitige sorgfältig alle Riefen mit dem Schaber und schleife die Innenseite fertig, so weit wie das bei Nassholz geht. Damit habe ich dann auch schon die Form des Schirms festgelegt.
Danach wird die Aussenseite mit meiner Lieblingsröhre dünn gedrechselt: von der späteren Schirmunterkante zur späteren Oberseite hin, immer in Abschnitten von 1 - 2 cm, die auch gleich geschliffen werden. Eine superscharfe Schneide ist Voraussetzung, und möglichst wenig Druck ausüben. Dann sind Wanddicken von 1mm machbar, bei idealem Holz (ohne Kern, Äste mit Sekundenkleber fixiert) auch etwas weniger.

Das Biegen von dünnem Holz habe ich noch nicht probiert, meines Wissens hat Dictum dazu mal einen Kurs mit Michal Hanula durchgeführt, ein Video dazu gibt es auf Youtube.

Freu mich schon auf weitere Versuche und Fotos von dir, aber Vorsicht: durchscheinend drechseln macht süchtig.

Viele Grüße,

Stefan

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Helfried
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Beitrag von Helfried » 21.09.2018 - 21:03:17

Servus Fid,

Röhre für Querholzschalen bzw. Lampenschirme ist meines Wissens Standard - 6 mm für dein Format eher zu klein, ich würde eine 10 mm Röhre vorziehen.
Ja, mit "Fingernagelanschliff", und für Fichte möglichst kleiner Schärfwinkel.

Genau wie Stefan (Nordlicht) fange ich bei Lampenschirmen auch gerne mit der Innenseite an, der Vorteil liegt in der weitaus besseren Oberfläche, der Nachteil ist natürlich die viel schwierigere Formfindung.

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Zirbe, aus trockenem Rohling, etwas größer als dein Werk.

(Zirbe ist weitaus leichter zu bearbeiten als Fichte.)

Beste Wünsche

Helfried

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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht » 22.09.2018 - 07:05:25

Hallo Fid,

Ergänzung zu meinem Beitrag oben: meine Beschreibung bezieht sich auf Hirnholz, sonst macht der Haken von innen auch keinen Sinn. Mit Querholz hab ich schlechte Erfahrung gemacht, bei Wanddicken unter 1,5mm ist der Schirm immer ins Schwingen geraten und hat sich dann zerlegt (vermutlich weil die sich andauernd ändernde Faserrichtung zu ungleichmäßigen Kräften geführt hat). Nach zwei Fehlversuchen hab ichs dann gelassen :motz: .

Darüberhinaus ist Holz in Faserrichtung durchscheinender als quer dazu, abhängig von der Holzart. Das kann dazu führen, dass ein Querholzschirm, bei konstanter Wanddicke, am Umfang unterschiedlich stark durchscheint. Bei deinem Schirm scheint das so zu sein (kann aber auch an der Aufnahmetechnik liegen), bei Helfrieds Zirbe nicht.

@Helfried: welche Erfahrungen hast du mit trockenen Rohlingen gemacht, gegenüber nassen?

Viele Grüße,

Stefan

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Helfried
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Beitrag von Helfried » 22.09.2018 - 09:51:48

@Helfried: welche Erfahrungen hast du mit trockenen Rohlingen gemacht, gegenüber nassen?
Ich habe keine Überraschungen erlebt, Stefan:
Das trockene Holz ist, wie erwartet, schwieriger zu schneiden, spröder, härter ...
Dafür leichter zu schleifen.
Und es verzieht sich während der Bearbeitung nicht oder fast nicht, du hast viel Zeit.

Meine fertigen Schirme sollten exakt rund sein und bleiben - die Arbeit daran war ausgesprochen fordernd und aufwendig.
"Gespannt" habe ich zur Endbearbeitung damals am Rand mittels Papierverleimung auf hölzerner Planscheibe.

Ich mach' solche Schirme jetzt nicht mehr. :re:

Helfried

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Helmuth
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Beitrag von Helmuth » 22.09.2018 - 11:54:08

Hallo Schirmdrechsler,

auch ich bevorzuge mittlerweile das Vorgehen Verwendung von Nassholz + Stirnholz, zuerst Innenseite mit Haken, danach etappenweise Außenseite auf gewünschte Wandstärke runterdrehen.

Stirnholz lässt Licht besser durch als Querholz. Sollten diesbezüglich Zweifel bestehen, einfach mal vom fraglichen Holz mit der Kreissäge gleichdünne Scheiben quer und längs der Faser abschneiden und vergleichen.

Bei größeren Schirmen sind Schwingungen immer ein Problem, je mehr Material man schon weggenommen hat. Da helfen 2 Dinge. A) Drehzahl runter und B) einen Kinder-Gummifußball mit dem Reitstock gegen die Innenseite spannen. Ein Lichtfutter (Kabelzuführung über die Hohlspindel) ist dabei hilfreich.

Hier mein letzter Schirm: Braunkernesche, Durchmesser ca. 28 cm

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Beste Grüße,

Helmuth

strasendrechselerei
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Beitrag von strasendrechselerei » 22.09.2018 - 23:07:27

Hallo Lampendrechsler,
ein Thema welches mich auch viel beschäftigt ;)

Ein paar Antworten aus meinem ganz eigenen Erfahrungsschatz, ohne Anspruch auf Richtigkeit.
Aber ein jeder so wie´s bei ihm am besten klappt.

Nasses Holz ist dem trockenen definitiv vorzuziehen. Glatterer schnitt, wesentlich schnellere Verarbeitung

Ich drechsle sowohl im Hirnholz, als auch im Querholz erst die Außenform. Finde ich logischer und einfacher.
Zum einen ist die äußere Form für den Betrachter entscheidend, deshalb muss diese stimmig sein.
Zum anderen finde ich persönlich es auch deutlich einfacher die Innenform zuletzt zu drechslen.
Wenn die Innenform nicht ganz glatt ist, ist das nicht so schlimm, außen muss super sein.
Wegen der Optik und auch damit später kein Staub darauf haftet.
Eine sauber geführte scharfe Röhre in nassem Holz hinterlässt sowieso eine schöne Oberfläche.
Beim Haken im Hirnholz ist es eigentlich noch einfacher als mit der Röhre... Finde ich.
Außerdem reicht einfach eine Lampe auf der Außenseite.
Ein weiterer Vorteil bei dieser Reihenfolge ist, dass ich sowohl im Quer, als auch im Längsholz leichter außen meine Finger als "Gegendruck" , bzw Führung verwenden kann.
Bei meinem Verständnis für Holz ist es auch stabiler eine Rundform von innen aus zu ziehen, als von außen dagegen zu drücken.
Längs wie quer drechsle ich außen fertig und innen immer ca. 2cm bis ganz dünn und dann erst die nächsten 2 cm.
Sobald etwas vibriert, Drehzahl runter.
Da ich keinen FU habe drechlse ich alle Lampen mit 500rpm
Zum Biegen kann ich dir nur theoretische Tips geben, probiert hab ichs noch nicht.
Der Schirm sollte "geometrisch" zum Biegen geeignet sein, zumindest wenn du eine ansprechende Form erziehlen willst.
Gut vorstellen kann ich mir z.B. eine Halbkugel zu Rollen (Hab ich hier im Forum mal irgendwo gesehen)
Oder einen flachen Teller...
Auf jeden Fall den fertigen Schirm vorher kochen oder dämpfen...

Ich hoffe ich konnte helfen oder inspirieren...

Max
- Du sollst kein Holz essen -

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Nordlicht
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Beitrag von Nordlicht » 23.09.2018 - 21:13:35

@Helfried: Respekt, das hört sich kompliziert an. Hirnholz verzieht sich deutlich weniger ins ovale als als Querholz.
Und wenn man den Schirm beim Trocknen auf eine Ebene Fläche stellt und oben ein kleines Gewicht drauf, bleibt die Unterkante des Schirmes auch kreisrund :-) .

Viele Grüße,

Stefan

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Helfried
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Beitrag von Helfried » 24.09.2018 - 21:37:35

@Helfried: Respekt, das hört sich kompliziert an.
Danke, Stefan.
Wie gesagt:
Ich mach' solche Schirme jetzt nicht mehr. :re:
Beste Wünsche an alle LampenschirmdrechslerInnen, ob Hirn- oder Querholz, nass oder trocken!

Helfried

fidelis
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Tolle Tipps. Vielen Dank!

Beitrag von fidelis » 28.09.2018 - 19:04:50

Soo Leid! :) Ihr denkt euch sicher schon: "Da beschwert er sich, dass nichts kommt und dann kommt nichts mehr von ihm. Aber in diesem Fall wollte ich erst einmal eure Vorschläge ausprobieren/umsetzen und mich dann zurück melden. Was ich mir am meisten geholfen hat und ich besonders interessant fand, war die Tatsache, dass es jeder von euch ein bisschen anders macht und eigentlich alles ganz gut klappt.
@Remus
Martel-Haken hört sich auf jeden Fall sehr interessant an. Das werde ich wohl irgendwann nochmal ausprobieren müssen. ;)

@Nordlicht
ganz schön mutig, als erstes Übungsstück für einen Lampenschirm gleich mit 35cm Durchmesser anzufangen, und Respekt zu dem Ergebnis Beifall .
Das muss ich jetzt berichtigen. Das war jetzt mein glaube ich 4er oder 5er Schirm. Es war lediglich der Erstversuch in einer solchen Größe. Hat letztendlich jetzt auch viele Risse bekommen und ist wohl zum Verbrennen, aber das ist in Ordnung. Ich lerne ja noch
beseitige sorgfältig alle Riefen mit dem Schaber
Welchen Schaber verwendest du dafür und wie geht es dir dann damit wenn die Lampe höher/tiefer wird. Ab 15cm Tiefe wird es doch sicher sehr schwer mit dem Schaber zu arbeiten oder?
Danach wird die Aussenseite mit meiner Lieblingsröhre dünn gedrechselt: von der späteren Schirmunterkante zur späteren Oberseite hin, immer in Abschnitten von 1 - 2 cm, die auch gleich geschliffen werden. Eine superscharfe Schneide ist Voraussetzung, und möglichst wenig Druck ausüben. Dann sind Wanddicken von 1mm machbar, bei idealem Holz (ohne Kern, Äste mit Sekundenkleber fixiert) auch etwas weniger.
Diese Tipps waren Gold wert! Hat mir sehr viel beim eigentlich dünn drechseln geholfen. :)
Das Biegen von dünnem Holz habe ich noch nicht probiert, meines Wissens hat Dictum dazu mal einen Kurs mit Michal Hanula durchgeführt, ein Video dazu gibt es auf Youtube.
Den werde ich sicher noch besuchen.:)
bei konstanter Wanddicke, am Umfang unterschiedlich stark durchscheint. Bei deinem Schirm scheint das so zu sein
kann aber auch an der Aufnahmetechnik liegen
Das lag tatsächlich an der Faserrichtung. Lichteffekt war unterschiedlich, was mir persönlich aber sogar sehr gut gefällt.

@Helfried
Mann! der Zirbenschirm ist der Hammer! Dazu auch noch trocken gedrechselt. :O

Code: Alles auswählen

und für Fichte möglichst kleiner Schärfwinkel.

Mit Schärfwinkel meinst du Schneidenwinkel oder? Ich komme mit den ganzen Winkeln immer durcheinander.^^ Soll heißen, die Röhre würde in deinem Fall sehr flach mit der Phase am Holz anliegen oder?

@Helmuth
auch ich bevorzuge mittlerweile das Vorgehen Verwendung von Nassholz + Stirnholz, zuerst Innenseite mit Haken, danach etappenweise Außenseite auf gewünschte Wandstärke runterdrehen.

Stirnholz lässt Licht besser durch als Querholz. Sollten diesbezüglich Zweifel bestehen, einfach mal vom fraglichen Holz mit der Kreissäge gleichdünne Scheiben quer und längs der Faser abschneiden und vergleichen.
Richtig toller Schirm. Der gefällt mir richtig gut. Hierzu habe ich aber eine Verständnisfrage. Reden wir jetzt davon, das wir im Stirnholz oder im Querholz aushöhlen? Denn es ist ja so, dass man eigentlich im Querholz aushöhlen muss, damit dann durch die Stirnholz Steiten das Licht scheint. Wenn ich im Längsholz arbeite, scheint das Licht ja durch Längsholz wodurch, der Effekt nicht so stark ist. Verstehe ich jetzt das alles richtig? :re:

@Max
Ich drechsle sowohl im Hirnholz, als auch im Querholz erst die Außenform. Finde ich logischer und einfacher.
Zum einen ist die äußere Form für den Betrachter entscheidend, deshalb muss diese stimmig sein.
Zum anderen finde ich persönlich es auch deutlich einfacher die Innenform zuletzt zu drechslen.
Wenn die Innenform nicht ganz glatt ist, ist das nicht so schlimm, außen muss super sein.
Wegen der Optik und auch damit später kein Staub darauf haftet.
Dieser Beitrag war noch besonders wichtig für mich, weil dadurch auch jemand dabei war, der zunächst außen drechselt und ich sehr konform mit deinen Aussagen über die Außenform bin. Dadurch bin ich dann zu meiner "Kombination" gekommen, wie ich es weiter unten beschreibe.



Ich werde beim Querholz wohl weiterhin erst die Außenform gestalten und dann etappenweise innen dünn drechseln. Das gefällt mir ganz gut.
Vorallem habe ich versucht eure Vorschläge im Längsholz umzusetzen. Meine dritte oder vierte Vase (1.Bild), die ich gemacht habe wollte ich dünn drechseln. Dabei habe ich die zunächst die Außenform gemacht und dann mit dem geraden Haken von Wiedemann und den Schabern vom Crown Revolution auf 1,0-1,5mm hin gearbeitet. Das war wirklich nervenaufreibend und anstrengend. Daher fällt diese Vorgehensweise mal raus. Viele von euch haben gesagt das sie erst die innere Form gestalten und dann außen dünn drechseln. Das hat mir ehrlich gesagt auch nicht so ganz gefallen, weil mir noch die Vorstellungskraft dafür fehlt um so eine schöne Form zu erhalten. Jetzt habe ich versucht beides zu kombinieren. (Bilder 2-5)
Ich habe also zunächst die Außenform gedrechselt und dann innen ausgehöhlt und so etwa eine Wandstärke von ca 10mm erhalten. So konnte ich schon mit Licht arbeiten und habe eine gleichmäßige Wandstärke erhalten. Anschließend habe ich dann außen mit der 9er/10er-Röhre (Fingernagelanschliff) dünn gedrechselt. Was soll ich sagen, es hat super funktioniert und ich bin nur durch eure tolle Tipps auf diesen Weg gekommen. Desweiteren habe ich gleich den Kern rausgebohrt, da ich den Platz dann eh zum Kabel legen verwende. Leider musste ich feststellen, dass der untere Teil immer noch zu dick war. Ich hatte jetzt schon einen kleinen Riss und werde noch mal nach drechseln.

Durch einige Fehler bin ich dann auch noch auf eine ganz tolle Geschichte gestoßen (Bilder 6+7). Eine Lampe habe ich zu dünn gedrechselt und konnte nur noch den oberen Teil abstechen. Diesen habe ich dann über ein Glas gestülpt, mit dem Gedanken dass er sich nicht so verzieht. Dabei hat sich aber dann das Holz zusammen gezogen und am Ende hatte ich ein "Windlicht" für Teelichter, ganz ohne Kleber oder sonstiges. Das müsst ihr mal probieren.

Kleine Zusatz-Info: Ausgehöhlt habe ich mit dem Schneidekopf von Woodcut Flexi und der Halterung+Stange vom Crown Revolution Tool. Ich bin bei der Neureiter Maschinenmesse darauf gekommen, dass man diese beiden kombinieren kann. Das möchte ich euch aber in einem extra Thread zeigen.

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Liebe Grüße
Fid
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Beitrag von Helfried » 28.09.2018 - 20:43:00

Mit Schärfwinkel meinst du Schneidenwinkel oder? Ich komme mit den ganzen Winkeln immer durcheinander.
^^ Soll heißen, die Röhre würde in deinem Fall sehr flach mit der Fase am Holz anliegen oder?
Lieber Fid, mit Schärfwinkel meine ich Keilwinkel:

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Diese Skizze nach Mike Darlow hab ich in einer Meisseldiskussion vor ein paar Monaten hier gezeigt.
Für "Weichhölzer" wird ganz allgemein ein kleinerer Keil- bzw. Schärfwinkel als für Hartholz empfohlen.
Ja, die Fase liegt beim Schneidvorgang am Holz an - sehr flach, könnte man sagen, wie in der Skizze.

Dünnwandige Lampenschirme schabend herzustellen - noch dazu in ausgesprochen inhomogenen Hölzern wie Fichte - stell ich mir sehr problematisch vor.
Danke für die Bilder!

Helfried
Ps.: Fase schreibe ich mit "f", damit es nicht so elektrisch ausschaut.
:-)

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Beitrag von Helmuth » 01.10.2018 - 21:25:20

Hallo Fid,
Denn es ist ja so, dass man eigentlich im Querholz aushöhlen muss, damit dann durch die Stirnholz Steiten das Licht scheint. Wenn ich im Längsholz arbeite, scheint das Licht ja durch Längsholz wodurch, der Effekt nicht so stark ist. Verstehe ich jetzt das alles richtig? Rollende Augen
klassischerweise höhlt man Schirme im Längsholz aus - arbeitet also in das Stirnholz hinein. Ein paar kleine Beispiele:

Mini, Esche. Man beachte das sauber geschnittene Moos. ;-)

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Esche, Stirnholz ohne Kern.

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Sternahorn, Kern zentrisch.

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Haselnuss, ultradünn. (Einer meiner ersten, damals hatte ich noch keinen Haken. Der ist innen tatsächlich mit einem Schaber gemacht - wenn man alle 30 Sekunden einen neuen Grat ranzieht, geht das auch...)

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Nochmal Sternahorn:

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Ich habe das hier schon oft verlinkt - das beste Lampenschirm Lehr- und Showvideo, welches ich kenne, ist diese Demonstration von Andre Martel (der Erfinder des gleichnamigen Hakens): "Turning Endgrain"

https://vimeo.com/82587061

Viel Spaß und beste Grüße,

Helmuth

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Beitrag von Helfried » 02.10.2018 - 20:31:17

Lieber Helmuth,

danke für die Bilder!

Ganz kurze Zwischenfrage: Sternahorn????

Helfried

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Beitrag von fidelis » 06.10.2018 - 20:19:26

@Helfried
Vielen Dank für die tolle Erklärung + Skizze zu den ganzen Winkeln. Da wird so einiges klarer...^^

@Helmuth
Danke für die Bilder und Erklärungen. Das hilft !
Das Video hat leider eine mindere Qualität. Da tue ich mich recht schwer.^^
Liebe Grüße
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Beitrag von Nordlicht » 07.10.2018 - 06:42:17

Hallo Fid,

schöne Schirme hast Du hinbekommen, und lässt dir viel Raum zum Experimentieren, das find ich gut. Ich hatte Dich ja vorgewarnt, dünn drechseln macht süchtig ... :-)

Das Video mit Michal Hanula über das Biegen von dünnem Holz habe ich wiederfunden, schaust du hier .

Nach den Aushöhlen der Innenseite mit dem Haken verwende ich als Schaber den rechten . Wenn du die Handauflage nicht quer vor dem Schirm stellst, sondern in etwa parallel zur Wand in den Schirm hineindrehst, bleibt der Überhang gering. Leicht hängend ansetzen hilft ebenfalls. Alle auch kleinste Riefen von innen (siehe 3. Bild in deinem ersten Beitrag oben) müssen weg, sonst hast du später keine Chance, von aussen eine gleichmäßig dünne Wandstärke hinzubekommen.

Viel Spass beim Experimentieren, ich freu mich schon auf weitere Fotos,

Stefan

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Beitrag von fidelis » 07.10.2018 - 10:28:05

Danke Stefan! :)
Ja, es macht wirklich süchtig und vorallem das Experimentieren macht sehr viel Spaß. :)

Danke für das Video. Da werde ich aber wohl wirklich den Kurs belegen. Mir ist schon einmal ein Rätsel, wie die da den Boden dann weg bekommen..^^..und letzen Endes wird mir da wohl sonst zu viel kaputt gehen.
Super Tipp mit dem Schaber! Die Rillen sind halt wirklich nicht so toll. Im Moment eignen sich meine Handauflagen leider nicht für so etwas. Ich habe immer sehr viel Spiel bei meinen Hohlgefäßen. :/ Aber ich habe einen guten Metaller und die Skizze für die neuen Auflagen steht schon.:)

Noch ein kleines Foto Update. Die Kirschlampe ist nun getrocknet und das Licht hat sich ein bisschen verändert. ;)
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Jetzt ist mir leider schon wieder eine Frage eingefallen. Ich suche schon nach einer Weile nach passenden Lampenfassungen, aber so das rechte habe ich noch nicht gefunden. Habt ihr da vielleicht auch einen Tipp?
Liebe Grüße
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Beitrag von robs#97 » 07.10.2018 - 10:51:44

Hallo Fid,

einfach mal google bemühen ;-)
https://www.google.de/search?q=lampenfa ... 55&bih=748

Gruß Robert

fidelis
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Beitrag von fidelis » 07.10.2018 - 11:40:38

Klar Robert! :D
Habe natürlich schon viel gesucht auf Google + Amazon und auch schon welche daheim. Aber wie gesagt... so ganz happy bin ich noch nicht.^^
Liebe Grüße
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Beitrag von Helmuth » 07.10.2018 - 16:31:38

Hallo Helfried!
Ganz kurze Zwischenfrage: Sternahorn????
Oh, eine Googlesuche zeigt mir, dass das kein offizieller Begriff ist. Ich verwende den Namen für 2 völlig verschiedene Sachen:

A) Ahorn mit sternförmigen Jahresringen (siehe der "Kegelstumpf -Schirm")

Bild

B) Ahorn mit Rußrindenkrankheit (siehe der Schirm mit Naturrand)

*verlinktes Bild auf Grund Urheberrecht entfernt von Holzpeter
Begründung: https://www.arbofux.de/impressum.html


Ich bitte um Entschuldigung für meinen unpräzisen Ausdruck. Danke für die Nachfrage.

Beste Grüße,

Helmuth

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