alter Pfeffermörser- wer weiß wie es geht???

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beluga
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alter Pfeffermörser- wer weiß wie es geht???

Beitrag von beluga »

Hallo zusammen,

ein Bekannter zeigte mir unlängst einen alten Pfeffermörser, bei dem offensichtlich der Pistill aus einem Stück mit dem Mörser gedreht wurde, ohne dass sich dieser aus dem Loch entfernen lässt.
Er fragte mich, wie man so etwas drechseln kann, da ja der Stiel immer im Weg ist, wenn man um das untere Ende des Pistills herum drechseln will.- Ich konnte es ihm nicht erklären.
Weiß jemand wie es geht- oder besser: Kann zeigen wie es gemacht wird?
Bin gespannt auf die Lösungsvorschläge!

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Gruß, Bernd
Ein Leben ohne Drechselbank ist möglich
-aber sinnlos
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Loui
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Beitrag von Loui »

Schätze mal ein spezielles Eisen, wie für diese kaskadierenden Kugeln ...
Gruß
Ludwig
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https://www.icloud.com/photostream/de-d ... dOXmGKDTjV
mac
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Beitrag von mac »

Interessante Frage.

Ohne es zu wissen nur geraten:
Vielleicht so wie es dieser fernöstliche Meister hier macht:
https://youtu.be/ktIG-H5AFLk

Das Detail was ich meine ist ab Min. 1:40 zu sehen. Aber der Film ist im Ganzen sehenswert. ;-)
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Geppetto
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Beitrag von Geppetto »

@mac

vielen Dank für dieses schöne Video!
Die Japaner haben den Dreh raus! :klatsch:

Schöne Grüße
Pascal
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Jowinter
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Beitrag von Jowinter »

Hallo Bernd,
schau mal ob der Mörser unten geöffnet war. Da ist meist eine Kerbe, damit
man es nicht sieht.

Gruß Jo
Total durchgedreht !
Drechseln, das Elixier für meine dritte Lebenshälfte.
Jo Winter
http://jowinter.de
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Schnecke
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Beitrag von Schnecke »

Hallo Bernd,

ich vermute folgendes:

Das Unterteil wurde mit einem Abstecher aufgetrennt,
innen hohl gedreht,
ein Falz angedreht,
zusammengesteckt und die Kerben an der Außenseite eingedreht,
alles zusamengebaut und verleimt...

Die Leimfuge könnte die untere Fuge sein??

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Schöne Grüße

Christian
myturn
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Beitrag von myturn »

Hallo,

dumme Frage meinerseits: Wozu soll das gut sein? Man hat keine visuelle Kontrolle bei Mörsern und die Entnahme des feines Pfefferstaubs stelle ich mir sehr unpraktisch vor. Ist es nur ein Rätsel- und Angeberstück oder war der Windschutz beim Mörsern so wichtig?

LG,
Bernhard (der sich freut, wenn sowas hier vorgestellt wird)
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Peter Gwiasda
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Beitrag von Peter Gwiasda »

Guten Morgen Bernd,

deine Frage berührt mich, weil ich sie beantworten kann. In der Ausgabe von HolzWerken Nr. 34 von Mai/Juni 2012 findest du die Antwort, oder zumindest eine von vielen möglichen Antworten. Auf vier Seiten habe ich beschrieben und mit Fotos von Wolfgang Gschwendtner illustriert, wie ein Pfeffermörser gedrechselt wird, bei dem der Stößel beweglich und dennoch untrennbar im Mörser steckt. In der Praxis hat sich dieses System bewährt: die Pfefferkörner kullern leicht hinein und der je nach Wunsch fein oder grob zerstoßene Pfeffer fließt kontrolliert wieder heraus. In meiner Werkstatt sind Dutzende dieser Mörser nachgebaut worden; auch in der Fachzeitschrift unserer niederländischen Drechslerfreunde (AktieRadius vom Dezember 2012) beschreibt Bert Rosbach dieses Modell als Nachbau.
Der Reiz dieses Mörsers liegt erklärtermaßen auch in der Frage: Wie kommt der Stößel durch das kleinere Loch in den Mörser? Der Boden ist NICHT eingeleimt!

Viel Spaß beim Nachbau wünscht

Peter Gwiasda (der erfolgreich den von dir entwickelten Wandungstaster nachgebaut hat)

Peter Gwiasda
Wie tröstlich, dass auch unsere Erde nicht wirklich rund ist.
Horst P
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Beitrag von Horst P »

Hallo Bernd,

unter Gebrauchsgegenstände hat Peter am 23.07. 2009 Bilder ins Forum gestellt.
Titel : Pfeffermörser schafft gutes Klima für Werkzeuginvestition.

Gruß Horst
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woifi
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Beitrag von woifi »

na dann ein paar Bilder zu der Geschichte von Peter :-C

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da haben wir den Salat :prost:
Schöne Grüße von ganz kurz vor den Bergen und bleibt bitte gesund
Euer Woifi

Lieber unartig, als gar keine ART !
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drechselgaertner
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Beitrag von drechselgaertner »

Hallo Bernd!

Das ist ja nun ein Ding. Ich hätte auch gedacht der Boden ist eingeleimt.
Aber wenn Peter sagt, der Boden ist nicht geleimt, dann ist der Stößel ein
paar mm-chen im Durchmesser größer und durcheinen kräftigen Schlag
in das Innere befördert worden. Vielleicht hat noch etwas Wasser zum
quellen des Mörsers beigetragen- man müsste es ausprobieren. Die
Singapurkugeln sind auch so gemacht.

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Ich bin ja mal auf die Auflösung gespannt.

Gruß Jürgen!
Zuletzt geändert von drechselgaertner am 22.03.2015 - 13:41:25, insgesamt 1-mal geändert.
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hawokle
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Beitrag von hawokle »

Hallo Wolfgang,

:danke: fürs Zeigen und einen guten >Appetit..............
schreibt.....herzlichst Hans-Wolfgang,

der WalDmichelb_Ach(d)ER ...!....!
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Peter Gwiasda
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Beitrag von Peter Gwiasda »

Hallo Freunde,

das Thema amüsiert. Ich versichere wahrhaftig, dass der Stößel weder mit einem kräftigen Schlag noch mit Hilfe von Wasser oder anderen Hilfsmitteln durch das Loch gezaubert wird, das kleiner ist als der kugelige Stempel des Stößels.

Mindestens ein Geheimnis möchte ich schon hier lüften: Die bezaubernde junge Frau auf dem Foto von Woifi ist dessen liebreizende Tochter...


Grüße von Peter Gwiasda
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myturn
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Beitrag von myturn »

Ich dachte, dass Horst P schon die Auflösung gepostet hat...
Auf woifis Bildern sieht man ja auch ganz gut die Maserung des Holzes. Das ist auf belugas Bildern schwieriger, aber ich denke, Schnecke hat recht.

LG,
Bernhard
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Helfried
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Beitrag von Helfried »

Hallo Bernd,

auch ich denke:
Schnecke hat recht.
Die Trennfuge würde ich allerdings weiter unten in den Schatten legen:

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Wenn du es wirklich wissen willst, hilft dir am besten die Bandsäge!

:peace

Helfried
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drechselgaertner
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Beitrag von drechselgaertner »

Hallo!

Helfried-der Peter hat doch geschrieben das nichts geleimt ist.
Aber vielleicht geschraubt. Der Stößel und das zylindrische Stück
wo der Stößel durchgeht ist ein Stück Holz gewesen. Das zylindrische
Stück ist ähnlich wie ein gefangener Ring gedrechselt. Ich hoffe heute
kommt noch die Auflösung des Rätsels, sonst kann ich die Nacht wieder
nicht schlafen.

Gruß Jürgen!
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Holzpeter
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Beitrag von Holzpeter »

Hallo Jürgen,

der Peter hat NICHT geschrieben, dass nichts geleimt ist.
Er hat geschrieben: "Der Boden ist nicht eingeleimt"....

Ich habe das Holzwerken-Heft nochmal herausgesucht und weiß jetzt, wie es geht - verrate es aber nicht :mrgreen:

Hölzerne Grüße
Peter :-)
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drechselgaertner
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Beitrag von drechselgaertner »

Hallo!

Ihr seit gemein- ich habe das Heft nicht.
Aber das drechseln-ähnlich wie ein gefangener Ring ist doch schon mal gut -oder!
Den Zylinder könnte man ja auch einleimen.

Ich warte auf die Auflösung-Jürgen!
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Holzpeter
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Beitrag von Holzpeter »

Gratuliere Jürgen :klatsch: :klatsch: :klatsch:

.. war doch gar nicht so schwer :mrgreen: ;-)

Hölzerne Grüße
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myturn
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Beitrag von myturn »

Der Beitrag von 2009 zeigt vier gedrechselte Teile. Nachher gibt es noch 2 bewegliche Teile. Bedeutet also 2x Leimen.
Little John
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Beitrag von Little John »

Hallo Jürgen (Drechselgärtner),

guckst Du hier:

viewtopic.php?t=15236

Es grüßt Johannes
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drechselgaertner
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Beitrag von drechselgaertner »

Hallo Johannes!

Vielen Dank für Deine Aufklärung. So einfach hätte ich
nicht gedacht. Na wenigstens kann ich nun ruhig schlafen.

Danke Jürgen!
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beluga
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Beitrag von beluga »

Also ich kann noch nicht ruhig schlafen!
Ich habe den Mörser in der Hand gehalten und minutiös in Augenschein genommen: Da ist nichts geleimt oder zusammengesetzt. Der Stößel besteht aus einem Stück Holz, ebenso der Mörser. Und der untere Teil des Stößels ist um einige mm größer als das Loch- daher ist mit Anfeuchten/Schrumpfen oder Einpressen nichts zu machen.
Nach meinem derzeitigen Stand wurden Mörser und Stößel aus einem Stück gefertigt- ich weiß nur nicht wie!

In der Hoffnung auf eine Erleuchtung,

Bernd
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drechselgaertner
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Beitrag von drechselgaertner »

Hallo Bernd!

Wenn Du sagst , da ist nichts geleimt und der Stößel ist aus einem Stück,
dann ist der Stößel vielleicht doch durch einpressen in den Mörser gekommen.
Ich könnte mir vorstellen das 4 mm durchaus machbar sind. Wenn der Mörser
noch gewässert wird garantiert mehr. Bei Cellos Mexikanischen Kugeln ist
es ja auch gegangen.
viewtopic.php?t=37036&highlight=

Ich hoffe Du hast nicht allzu lange schlecht geschlafen.

Gruß Jürgen!
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