Birke für Tritthocker?

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Allyfants
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Birke für Tritthocker?

Beitrag von Allyfants » 08.09.2018 - 09:23:14

Moin,

ich möchte für meine Nichte einen Tritthocker bauen. Ich hatte als Kind auch einen, von Opa gemacht:
- Der war schön handlich, um ihn auch in jungen Jahren durch die Gegend zu tragen
- Wenn er mal nass wurde (Badezimmer oder Regen) war das nicht soo schlimm
- Und wenn der Papa mal zu klein war, konnte er sich den ohne Probleme leihen, da er so stabil war

Kurz: Mein Tritthocker hat mir bis ins Erwachsenenalter treue Dienste geleistet.

Jetzt möchte ich wie geschrieben einen neuen Tritthocker bauen.
Ich habe noch genug Birke liegen und frage mich, ob das Holz den Anforderungen gerecht wird.
Und wenn Nein, warum nicht, damit ich auch etwas lerne.

Und natürlich welche Hölzer ich noch nehmen kann.

Viele Grüße
Annika
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Tüftler
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Beitrag von Tüftler » 08.09.2018 - 09:43:47

Hallo Annika,

im hohen Norden macht man so ziemlich alles aus Birke, also denke ich, das das bestimmt klappt. Ich selber habe auch noch so ein uraltes Ding. Es ist aus Fichte und ist immer noch stabil. Die alten handgefertigten Dinge sind immer noch die besten!

Gruß,
Tüftler
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da_Joe
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Beitrag von da_Joe » 09.09.2018 - 08:14:00

Hi Annika,

also ich find es super, wenn sich Leute auch mit Gebrauchsgegenständen beschäftigen, würd ich selber auch gern, komm ich aber zur Zeit kaum dazu.

Bei Deinem Vorhaben kommt es neben der Holzart sicherlich auf viele andere Aspekte an, wie Verwendung ausgesuchter Hölzer oder die Konstruktion an sich. Ein Aspekt ist vielleicht auch das Gewicht des Gegenstands am Ende.

Nachdem ich immer an dem Thema interessiert bin und Infos aufsage kann ich Dir eines sicher sagen: Ja, Birke ist durchaus ein "Wagnerholz" und kann für den einen oder anderen Gebrauchsgegenstand eine sinnvolle Wahl sein, auch wenn viele die Birke an der Stelle vielleicht nicht auf dem Schirm haben.

Hier ein paar Links dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Birkenholz#Verwendung
http://www.holzwurm-page.de/fertigung/s ... macher.htm
https://www.resch-3.com/de/service/holzlexikon.html#B

Ich würde an Deiner Stelle zumindest mal einen Versuch mit der Birke starten.

Viele Grüsse
Joe
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Allyfants
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Beitrag von Allyfants » 09.09.2018 - 13:14:56

Danke Tüftler und Joe,

dann bin ich mit der Birke ja nicht falsch und kann mich ganz auf die anderen Feinheiten dieses Projektes konzentrieren. Immerhin soll die Kleine lange Freude daran haben.

Gruß Annika
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Beitrag von MartinW » 10.09.2018 - 11:46:04

Hallo Annika,

wenn Du unter den restlichen Feinheiten einen Bauplan meinst - möchte ich Dir die Zwei-Stufen-Tritte der Shaker ans Herz legen.
Wir haben seit gut 7 Jahren an jeder halbwegs notwendigen Stelle im Haus so einen stehen, insgesamt sechs oder sieben Stück, sowie ein paar in der Verwandschaft. Plus einen Drei-Stufen-Tritt, ebenfalls nach Shaker-Vorbild, für die Werkstatt. Alle sind relativ leicht, relativ leicht zu bauen, und erfüllen jahrelang ihren Zweck....
Wenn Du ein Photo brauchst, einfach melden (hab grad keines zur Hand)

Liebe Grüße
  • Martin
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Shaker

Beitrag von Ralph » 10.09.2018 - 12:11:57

Hallo Martin,

meinst Du so was? klick hier

Kannst Du auch was zu den Vorzügen im Vergleich zur klassischen Schemelform

Bild

sagen?

:-)



*edit by Raupenzwerg
:-)

Ralph (Exilbayer)

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Beitrag von MartinW » 10.09.2018 - 12:35:44

Hallo Ralph,

ja, genau so einen wie Du verlinkt hast meinte ich.

Ich habe allerdings eine wesentlich niedrigere Tritthöhe - (grad nachgemessen ;-) ) Stufen sind 14 und 27 cm vom Boden.
Hat sich bei unserer Kleinen - damals als sie noch wirklich klein war - sehr bewährt.

Die Vorzüge des 2-Stufen-Trittes gegenüber der klassischen Schemelform - meiner Meinung nach:
* Geringere Tritthöhe, dafür halt zwei Stufen
* deutlich stabilerer Stand
* Ausgewogener zu tragen

Letzteres sollte ich vielleicht erklären:
Wenn man den 2-Stufen-Tritt mittig an der Vorderkante der oberen Stufe greift, hat man ihn total im Gleichgewicht und kann ihn wunderbar "in der Gegend herum jonglieren" (z.B. durch eine nur halb geöffnete Tür (Kinder) oder eine vollgestellte Werkstatt). Durch die Stabilisierungsleiste ist der Griff auch "angenehm", wie ein Henkel - und unserer mittlerweile 9-jährigen Kleinen damals und heute angenehmer zu tragen wie ein klassischer Schemel.

Liebe Grüße,
  • Martin
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Beitrag von Glasholz » 10.09.2018 - 13:22:35

@ Martin:
* deutlich stabilerer Stand
Das ist das Hauptargument dafür! Ich hatte als Rotznase auch so einen, fast identisch. Ich hatte aber zusätzlich an einer Seite noch eine Leiste ähnlich einer flachen Teppengeländersprosse, oben abgerundet zum festhalten. Wenn ich so weiterschrumpfe muss ich mir rechteitig wieder einen machen! :-L

Danke Martin fürs zeigen, ich habs mal an die Pinnwand gehängt.

Grüße: KD
. . . na klar komme ich in die Hölle! Aber durch den Personaleingang!

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Beitrag von Ralph » 10.09.2018 - 14:31:43

@ Martin

Danke für die prompte Antwort, gibt Sinn

@ KD aka Glasholz

mach einen für Peter G. aus W. mit:

https://www.finewoodworking.com/readerp ... ep-stool-2

;-)

*Bild wegen Verstoß gegen das Urheberrecht entfernt von Holzpeter
*Link zum Hocker eingefügt von Holzpeter
:-)

Ralph (Exilbayer)

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Beitrag von Glasholz » 10.09.2018 - 16:08:02

Hi Großer,

das isser! Mein alter Tritthocker. Sieht noch etwas neu aus - aber wie eineiige Zwillinge! Standsicher und mit "Griff".

Cool, dann mach ich gerne auch Peter Glücklich :mrgreen: Die Stufen scheinen hier etwas hoch, wir sind doch schon etwas älter und die Knie usw . . . du weist schon :re:

Das gefällt mir: KD
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Beitrag von MartinW » 10.09.2018 - 17:34:51

@Ralph, KD - freut mich daß es Euch geholfen hat.

@KD: Bevor Du loswerkelst, schau Dir doch bitte noch DIESES Bild von einem Shaker-3-Stufen-Tritt an (Ich hoffe daß es klappt). Ist praktisch identisch mit meinem, und könnte man sicherlich auch eine der beiden vertikalen Eckleisten als Griff hochziehen...
(So als Idee für niedrigere Tritthöhe, aber vielleicht doch etwas mehr Gesamthöhe)

Liebe Grüße,
  • Martin
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Beitrag von Allyfants » 10.09.2018 - 17:46:22

Vielen Dank an alle für den tollen Input.
Aber für einen Shaker reicht mein Holz wahrscheinlich nicht.

Davon abgesehen, wird der Hocker vom Opa 1:1 kopiert und geht damit in die neue Generation.
In meiner Generation hatten ihn auch alle Enkel.

Und ich saß mindestens genauso oft auf dem Schemel als ich drauf stand.
Das ist bei zwei Stufen unbequemer.
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Beitrag von MartinW » 10.09.2018 - 17:56:08

Hallo Annika,

in Bezug auf Bequemlichkeit zum Sitzen muß ich Dir leider widersprechen, die ist sehr wohl auch beim 2-Stufentritt im Shaker-Stil gegeben.
Je nach Länge der Beine des Benutzers halt die erste oder zweite Stufe :-L

Liebe Grüße,
Martin
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Beitrag von Glasholz » 10.09.2018 - 18:31:14

Tja, Tradition ist eine schöne Sache, schrumpfende Körpergröße ein anderes Problem.

@ Martin: Ich wollte die Kaffeetassen auch weiterhin aus dem Küchenschrank holen, nicht auf dem Küchenschrank Staubwischen :-L Meine Liebste weigert sich "wegen mir" die Küche umzuräumen. Ich räche mich indem ich mich glatt bei Sachen die hoch stehen bedienen lasse :evel

Wer hoch klettert kann tief fallen meint: KD
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Beitrag von MartinW » 11.09.2018 - 08:04:44

@KD

Du leidest definitiv nicht unter "schrumpfender Körpergröße" - Du wirst nur konzentrierter :ausruf: ;-)

Liebe Grüße,
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