Walnussholz_Gewichtsunterschied

Eure Erfahrungen mit den verschiedenen Holzarten

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Hölzerkarl
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Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Hölzerkarl » 11.07.2019 - 19:37:10

Hallo Holzfreunde,
es ist allgemein bekannt, dass Holz nicht gleich Holz ist.
Sogar bei Holz der gleichen Sorte gibt es Unterschiede.
Hier kann man bei Interesse schauen......

viewtopic.php?f=134&t=43333&p=305863&hi ... lz#p305863

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Es gibt neue Erfahrungen:
Meine Schwiegertochter hat bei mir zwei Herzen aus dunklem Holz bestellt.
Mein Vorschlag war Walnuss. Es gab eine spontane Zustimmung.

Zwei waren bestellt. Zwei habe ich für mein Lager zusätzlich angefertigt.
Jeweils zwei sind vom gleichen Baum. Einer wurde nach der Fällung im Holzlager getrocknet.
Der andere Baum lag einige Jahre ungeschütz auf einer Wiese.
01_Herzen ohne Gewicht  (FILEminimizer).JPG

Holz mit Pilz.
02_P1170037 (FILEminimizer).JPG

Holz ohne Pilz.
03_P1170038 (FILEminimizer).JPG

Bei der Herstellung erkannte ich, dass die Herzen nicht gleich schwer sind.
Die Unterschiede sind deutlich. Ich habe dann mal alles gewogen und war über die Unterschiede erstaunt.
04_Herzen mit Nr. und Gewicht (FILEminimizer).jpg


Die Unterschiede sind:

Nr. 1) zu 2) = 16 Gramm

Nr. 3) zu 4) = 41 Gramm

Also innerhalb des gleichen Holzes normal.


Nr. 2) zu 4) = 241 Gramm. Also schon wesentlich mehr Unterschied.


Erstaunlich ist die Gewichtsreduzierung durch den Zerfall des Holzes.

Beste Grüße aus dem Hessenland

Der Karl

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Helfried » 11.07.2019 - 20:30:01

Lieber Karl,
Erstaunlich ist die Gewichtsreduzierung durch den Zerfall des Holzes.
Erstaunlich?

Auch Pilze leben nicht nur von Luft und Liebe ...

;-)

Helfried

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Bernd Schröder
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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Bernd Schröder » 11.07.2019 - 23:19:23

Hallo Karl!
Ich weiß ja, das Du ein Profi im Verwiegen von Hölzern bist...
...aber hast Du auch das Loch für die Vase berücksichtigt?
Vielleicht waren einige Löcher mit schwerer Luft gefüllt.
Hierdurch können große Abweichungen entstehen!

Anders wird es so sein, daß die Rohdichte der beiden Bäume deutlich abweichen.
Die Zersetzung bringt natürlich nochmals richtig Abweichungen.
>> Das fällt mir auch immer wieder bei Rohlingen aus gestockter Birke oder Buche auf.
Mit besten Grüßen aus der Heide!
Bernd

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Bioschreiner » 12.07.2019 - 06:21:56

Hey Kall

Vermutlich ist die Restfeuchte im Holz durch normales und schweres Wasser bestimmt.
In Deinem Beispiel wohl extraschweres Wasser.

Bio
uwe
Ich liebe das Holz - aber liebt es mich auch?

Laß mich - ich kann das ... oh - kaputt!!!

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Hölzerkarl » 12.07.2019 - 19:10:36

Liebe Drechselfreunde,
besten Dank für die Kommentare zum besondern Thema "Pilz und Dichte".

Wieder ist zu erkennen, dass Drechsler Humor haben, sachkundig
und auskunftsfreudig sind. Wir haben ja ständig einen Bildungsauftrag.

Danke für die Hinweise auf schwere Luft und schweres und extraschweres Wasser.

Jedoch ...... es wird für die interessierten nicht leicht in dem "Mischwald von
Informationen" durchzufinden.

Spass beiseite ..... Ernst komm her!

Ich habe wieder was gelernt. Wer beruflich mit Holz zu tun hat oder hatte,
der wusste alles schon.

Freundliche Grüße aus dem Werratal

Der Karl ..... bei Uwe Kall

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von kingapis » 12.07.2019 - 20:52:36

Bio Uwe, ob der Karl seine Freude an schwerem Wasser hat, weiß ich nicht.
Ich hätte sie nicht, weil das seinen "natürlichen Lebensraum" im Reaktorinneren von einem Atommeilers hat und ziemlich arg strahlt.
Dessen ungeachtet ist es wirklich hochinteressant, wie unterschiedlich Holz sein kann.
Karl, höre ja nicht auf, Deine Forschungen weiterzuführen!
Liebe Grüße aus Pellendorf bei Himberg / Niederösterreich
Ich wünsche Euch, das Ihr immer ein schönes Stück Holz auf der Drechselbank habt.

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Holzpeter » 12.07.2019 - 21:22:23

kingapis hat geschrieben:
12.07.2019 - 20:52:36
...schwerem Wasser....weil das seinen "natürlichen Lebensraum" im Reaktorinneren von einem Atommeilers hat und ziemlich arg strahlt.
.....
Nur , weil manche alles glauben, was im Internet (also auch hier) steht... :re:
Schweres Wasser (Deuteriumoxid) hat seinen natürlichen "Lebensraum" im Ozean, den Flüssen und Bächen, im Regen, Eisbergen, im Grundwasser...
Es ist halt einfach ein Teil (Isotop) des Wassers.
UND: Es ist NICHT radioaktiv! :klatsch:


Kernphysikalische Grüße
Peter :-)
Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.
(Mark Twain)

www.petersholzmanufaktur.de

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von kingapis » 12.07.2019 - 22:42:25

Peter, ich wollte keine Diskussion starten über Nukleartechnik, aber :
zB kurz und einfach aus Wikipedia: Tritium ist radioaktiv, wie viele (unstabile) Isotope.
Wasserstoff
Wasserstoff ist das Element mit dem stärksten chemischen Isotopeneffekt. Schwerer Wasserstoff (2H oder Deuterium) dient im Schwerwasserreaktor als Moderator. Überschwerer Wasserstoff (3H oder Tritium) ist radioaktiv. Er entsteht in der Atmosphäre durch die kosmische Strahlung sowie in Kernreaktoren. Tritium wurde zwischen etwa 1960 und 1998 in Leuchtfarben für Uhr-Zifferblätter usw. verwendet. In größeren Mengen sollen Deuterium und Tritium in Zukunft als Brennstoff für Kernfusionsreaktoren gebraucht werden.

So werden auch für nuklearmedizinische Zwecke einige Isotope zB Tc99m extra für Schilddrüsen Untersuchungen uÄ in speziellen Reaktoren (wg der Reinheit, die in Meilern nicht erreicht werden kann)generiert und mit Expresstransporten zu den Anwendern gebracht.
Ich will keine Unruhe stiften, aber so ist es.
freundliche Grüße Rudi
Liebe Grüße aus Pellendorf bei Himberg / Niederösterreich
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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Holzpeter » 12.07.2019 - 23:00:44

Hallo Rudi,

nun ist aber "Schweres Wasser" (wie oben erwähnt) eben Deuteriumoxid und das ist nun mal nicht radioaktiv.
Das (radioaktive) Tritiumoxid ist "Überschweres Wasser" und davon war bisher gar nicht die Rede.
Man sollte das nicht verwechseln.

Hölzerne Grüße
Peter :-)
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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Bernd Schröder » 13.07.2019 - 00:57:56

Hallo!
Au sch****, wa ist denn num mit dem Nußbaum...
...sauschwer, radioaktiv oder tv-affin.

Wie kommt der Gewichtsunterschied zustande?
Das ist doch dieFrage...
Mit besten Grüßen aus der Heide!
Bernd

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von pit » 13.07.2019 - 07:53:09

Hallo zusammen,

wenn mich meine rudimentären Physikkenntnisse nicht gänzlich im Stich lassen, bestimmt sich das Gewicht eines Körpers doch in erster Linie durch die Gravitation die auf ihn, also den Körper, wirkt.
Es müsste also noch geklärt werden, ob alle Herzen am gleichen Ort gewogen wurden. Wenn also Karl die schweren Herzen z.B. im Keller, die leichteren dagegen im x.ten Stock gemessen hat … und die Gravitation im Quadrat der Entfernung zum Erdmittelpunkt abnimmt … Und schon ist der Gewichtsunterschied erklärt :-)

Viele Grüße
Pit

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von friedrich » 14.07.2019 - 00:08:24

Hallo,

zurück zur Sache:
dieses Phänomen habe ich schon bei mehreren Hölzern festgestellt. Gestocktes Holz wird mit zunehmendem Zersetzungsgrad leichter.
Durch den unterschiedlichen Standort werden auch andere Mengen an Mineralien aufgenommen, diese beeinflussen das Gewicht auch.
Bei Nussholz hatte ich bei einigen großen Stücken (Durchmesser60cm) Wurmbefall. Diese Bereiche waren leichter als die ohne Wurmbefall.
Nein nicht weil der, die Würmer das Holz zernagt hatten, es gab auch stellen dazwischen die noch nicht befallen waren.
Splint und Kern haben ja oft unterschiedliche Dichte, bei Nuss leicht zu erkennen, hier sicher nicht der Fall.

Gruß Friedrich
Holz will zu einem schönen Teil verarbeitet werden

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Re: Walnussholz_Gewichtsunterschied

Beitrag von Hölzerkarl » 15.07.2019 - 18:15:02

Hallo Friedrich,
besten Dank für die Schilderung deiner Erfahrungen mit Holz.

Beim Umgang mit Holz kommt keine Langeweile auf .... und interessant
ist es auch.

Gruß aus dem Werratal

Der Karl

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